Mittwoch, 24. August 2016

Suburb Sonics - Hot Like The Sun

Die liebsten Kinder von Ravern der mittlerweile fünften oder sechsten Generation heissen unbestritten Progressive House und Hardtrance. Dieser Sound bringt die Massen feierwütiger Menschen auf diversen Grossveranstaltungen regelmässig zum kollektiven Ausrasten, während der ursprüngliche Tekknosound immer mehr in Vergessenheit gerät. Genau dort, auf Raves, wird auch diese Platte wahrscheinlich ein absoluter Bringer sein. Doch sei mir an dieser Stelle die Frage nach dem 'Warum?'  verziehen, denn irgendwie passiert seit ein oder zwei Jahren in diesem Genre nichts Aufregendes oder Innovatives mehr. Also eine zeitlose Platte sozusagen, die eigentlich auch schon zwei Jahre alt sein könnte.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 02.1998

Freitag, 19. August 2016

Position Chrome [Position Chrome]

Werkschau unseres geliebten Terrorsteplabels Chrome, das nun Position Chrome heisst. Mit von der Party sind natürlich alle: Goner, Problem Child, Panacea, Heinrich At Hart und Disorder, gemeinsames Kind von Problem Child und Panacea. Musikalisch gibt es natürlich wieder Drum'n'Böse vom Feinsten und als Bonus zwei Intros, welche in ihrer Verwendung von Sprachfetzen schon fast an Scanner erinnern, obwohl Goner und Panacea dafür verantwortlich zeichnen. Mindestens, wenn nicht noch mehr Bonuspunkte für die brillianteste Namensgebung erhalten Heinrich At Hart, da "Kur / Duschen / ??? / Sweep", gleichzeitig der melancholischte Track dieses Doppelvinyls, wohl kaum noch zu übertreffen ist. Weniger melancholisch, dafür jedoch mit eindeutigen Hymnenqualitäten ausgestattet zeigt sich Panacea's "Jacob's Ladder" (hier im Goner's Demons + Their Names Remix), das mit seinen Sirenensounds ein gewisses Oldskoolflair auf den Breakbeat der übernächsten Generation überträgt.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 02.1998

Freitag, 12. August 2016

Aphex Twin - Come To Daddy [Warp]

'Aphex Twin meets The Prodigy im Kettensägenmassaker' heisst es in diversen Anzeigen, wobei ich 'Darkcore Terrornoize' als Beschreibung dieses Soundz wesentlich zutreffender finde, was aber reine Geschmackssache ist und ausserdem nicht so marketingträchtig. Davon mal abgesehen sind wir uns sowieso alle darüber im Klaren, dass Schubladendenken im Zeitalter der Openmindedness und des Freestyle sowieso nicht mehr angesagt ist, deswegen überlasse ich die Definitionsfrage auch euch. Jedenfalls beschleicht mich das Gefühl, dass Herr Richard D. James sich dazu entschlossen hat, die Schmerzgrenze bei Drum'n'Böse bis zum Äussersten auszureizen, und "Come To Daddy" ist das Ergebnis. Gib mir Gewalt!!! Was aber ein solcher Track bzw. das zugegebenermassen geniale Video auf MTV oder VIVA zu suchen hat, kann ich mir beim besten Willen nicht erklären. Dazu wären die übrigen drei Trax dieses 12"-Vinyls schon besser geeignet gewesen, obwohl deren übertrieben alberner Kinderliedappeal natürlich immer noch Lichtjahre von Pop entfernt ist. ElektroJungle vs. Sesamstrasse oder zumindest so ähnlich. Aphex Twin halt, unberechenbar, genial. Kaufen!

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 02.1998

Sonntag, 7. August 2016

Phuture 303 - Alpha & Omega [A1 Rec.]

Yeeaahh Accieeed !!! 10 Jahre nach ihrem ersten Erfolg mit Phuture "Acid Tracks" warten die Originators des Acid-Sounds nun auf ihrem ersten Album mit gleich 12 Floorburnern auf, die grösstenteils ganz im Zeichen der alten Schule stehen. TB-606 und TB-303-Soundz zwitschern wie in 1987, dass es nur so eine Freude ist. Als Bonus gibt's "Acid Tracks" noch dazu, was diese CD nur aus historischen Gründen unentbehrlich macht.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 12.1997

Dienstag, 2. August 2016

Code +49: Remarkable Drum & Bass - Special Mix By Tobestar [Glow]

Das Münchener Label Glow hat es sich mit dieser CD zur Aufgabe gemacht, eine D'n'B-Compilation zu veröffentlichen, die ausschliesslich Künstler  aus dem hochkarätigen deutschen Underground featured. Aus diesem Grunde wurde der seit 1990 aktive DJ und Produzent Tobias Simon a.k.a. Tobestar, der als einer der Pioniere der hiesigen Szene gilt, damit beauftragt 13 Trax auszuwählen und zu einem atmosphärischen Mix zu verflechten, der das Herz jedes Junglisten höher schlagen lässt. Gefeatured werden neben Tobestar's "3000 Trackz" auch Trax von Fauna Flash und Bassface Sascha, die ja mittlerweile auch im Ausland aufgrund ihrer qualitativ hochwertigen Sounds Aufmerksamkeit erregen.
 
Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 12.1997

Mittwoch, 27. Juli 2016

Koop - Glömd *The Mixes [Logic]

Die beiden schwedischen Musiker Magnus Zingmark und Oscar Simonsson haben mit "Glömd" ein sehr atmosphärisches Stück Musik geschaffen, welches in einer gelungenen Synthese europäische Dancegrooves, Klassikelemente und melancholischen Gesang zu einem Konglomerat verbindet, das dich in eine Welt der Elfen und Fabelwesenb entführt. Der 'Mercedes-Cortina-Mix' stammt übrigens aus der Feder des Apollo 440-Drummers Cliff Hewitt und ist eigentlich schon deswegen für Fans interessant.

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Samstag, 23. Juli 2016

N.O.H.A. - Start [Motor]

Pop'n'Bass. Im Single Edit sehr fröhlich beschwingter Sound, der selbst im Winter die warme Frühlingssonne scheinen lässt. Bassface Sascha's Club Dub ist hingegen etwas druckvoller treibend. Die beiden Housemixes werden wohl auch ihre Liebhaber finden, sind aber nicht my cup of tea, da die Leichtigkeit der Vocals sehr unter dem starren 4-2-The-Floor-Beat leidet.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 12.1997

Samstag, 16. Juli 2016

2K - ***k The Millenium [Mute]

2K a.k.a. The KLF a.k.a. The Timelords a.k.a. Justified Ancients Of Mu Mu a.k.a. The JAMS. Bill Drummond und Jimmy Cauty sind wieder da, um uns erneut mit Stadium House im Stile von "What Time Is Love?" und "Last Train To Trancentral" zu verwöhnen. Die Ursprünge holen die Gegenwart ein. Wieder werden die Menschen dieser Erde von einer unheimlichen Energie heimgesucht. Und wie vor fast 10 Jahren wird die Elterngeneration keinerlei Verständnis für die Musik ihrer Kinder haben. Aber das hat schon damals nichts genutzt und auch diesmal werden wir wieder feiern bis zum Exzess. Hymne!

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Dienstag, 12. Juli 2016

Mental Gush - Great Balls [Terrazone]

Wie definiert mensch einen Style, der zwei völlig unterschiedliche Genres in Perfektion fusioniert? Ich weiss es nicht. Jedenfalls ist der Longplayer von Nadya und Sasha a.k.a. Mental Gush sowohl von Rock als auch von Breakbeat / Tekkno / TripHop beeinflusst. In dieser Mischung zwar nichts für Puristen, aber dennoch extrem chartskompatibel, was der Qualität in diesem Falle aber nicht unbedingt Abbruch tut.

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Freitag, 8. Juli 2016

Sirrah - It's A Magical Belief [Coolmusic]

Lass dich entführen ins Reich der Dämonen. Ekstatische Rhythmen kombiniert mit ebensolchen Gesängen in verschiedenen afrikanischen Dialekten versetzen den Hörer in eine Art Trance, die die Macht des Voodoozaubers auch für Europäer nachvollziehbar macht. Fast 45 Minuten aufwühlender Musik, die in keiner guten Plattensammlung fehlen dürfen.

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Montag, 4. Juli 2016

Heinrich At Hart - Secrets / 0, Bird, Nature [Chrome 016]

Was geht in einem Menschen vor, der solche Musik macht? "Secrets" ist Chrome-typischer Drum'n'Bass dessen Bösartigkeit aber unterschwelliger ist als die von anderen Platten auf diesem Label. "0, Bird, Nature" zelebriert dann so etwas wie die Darkcorevariante von TripHop, obwohl das eigentlich schon gar kein TripHop mehr ist. Der geneigte Leser verstehe das bitte als Geschwindigkeitsangabe und nicht als Genrebezeichnung. Wie auch immer, zu diesem Sound möchte ich mir ein Kettensägenmassaker in Zeitlupe ansehen, denn das Böse wohnt schliesslich in jedem von uns und wartet nur darauf, geweckt zu werden.

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Donnerstag, 30. Juni 2016

Scanner - Delivery [Earache Rec.]

'File under: Ambient / Techno' empfiehlt der Sticker auf dem Cover dieses Doppelvinyls, wobei ich mit Techno als Kategorie nicht einverstanden bin, es sei denn es steht als Synonym für die Technologie mit deren Hilfe Scanner Telefongespräche u.ä. abhören, um die gesampleten Sprachfetzen in ihren Ambient / TripHop-Trax zu verwenden. Obwohl nicht zwingend düster, macht dieser Sound wieder einmal bewusst, dass selbst private Informationen vor Elektronikvoyeuren nicht sicher sind. Die leicht bedrohliche Atmosphäre dieser Platte erinnert mich irgendwie an Orson Well's Zukunftsvision "1984". Doch wer will überhaupt mit Gewissheit behaupten, dass die totale Überwachung nicht schon längst Realität ist?

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 12.1997

Samstag, 25. Juni 2016

Sandbender - Nebula Award Stories [800 Trak 003]

Was passiert, wenn TripHop auf sich selbst reduziert wird? Es entsteht eine Platte wie diese, 7 Musikstücke auf einer schwarzen Scheibe aus gepresstem Erdöl, die gerade aufgrund ihrer Monotonie und des weitgehenden Verzichts auf Melodien eine unglaubliche Spannung erzeugen. Ein eklektisches Werk, welches bei wahren Breakfreakz einen synaptischen Orgasmus nach dem anderen auszulösen im Stande ist. Recommended.

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Samstag, 18. Juni 2016

[Chrome 013]

'Der neunte Schuss ging sauber durch die Stirn' - mit diesen Worten beginnt der einzige Track dieser Platte. Irgendwie treffend, denn dieser Drum'n'Bass im Panacea-Style bläst dir im wahrsten Sinne des Wortes den Helm weg. Gib's mir hart und besorg's mir heftig. Am Besten in einem dunklen Keller mit viel Nebel und Strobogewitter. Wenn ihr noch eine der auf 1500 Stück limitierten Scheiben in die Finger kriegt, dann kauft sie gefälligst.

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Samstag, 11. Juni 2016

Stormshadow - The Heat / Septicon [Vinyl Syndicate 003]

Die Katalognummer 003 des mir bis dato unbekannten Labels Vinyl Syndicate zieht mich mit allerfeinstem Drum'n'Bass in ihrem Bann. Verdammt treibend, finster und monoton verspult das ganze Ding. Ich möchte nicht wissen, welche fiesen Sci-Fi-Movies als Inspiration für diesen Sound gedient habe. Allein die Basslines beider Trax sind so drückend, das Menschen mit schwachen Nerven diese Platte besser nicht alleine hören sollten. Killa!! 

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 12.1997

Montag, 6. Juni 2016

[BBC 002 Whitelabel]

Mangels Informationen auf diesem Whitelabel kann ich euch keinerlei weiteren Angaben zum Ursprung dieses 2-Track-Vinyls machen. Nur so viel, die A-Side eignet sich aufgrund ihrer etwas sehr schrägen Bassline wunderbar dazu, Leute in den Wahnsinn zu treiben, während uns die B-Side nach einem Horrorfilm-liken Intro mit einem 'Bass To Motherfuckers'-Vocal in die zeitlose Dunkelheit des Breakbeat-Universums entführt. Darkside lives 4ever.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 12.1997

Mittwoch, 1. Juni 2016

Christoph De Babalon - If You're Into It I'm Out Of It [Digital Hardcore Recordings]

Auch eine Art Digital Hardnoize zu definieren. Das neue Album von Christoph De Babalon beinhaltet zwei grundverschiedenen Stilrichtungen, zum einen Isolationism / Death Ambient bei dem sich mir jedesmal die Assoziation eines einsamen Marsches durch die Tundra Sibiriens während einer eisigen Polarnacht aufdrängt, begleitet von den Seelen der Ahnen. Zum anderen sehr experimenteller Hardcore-Breakbeat, der mich ganz entfernt an den Electro-Breakbeat Mix von Scanner's "Mass Observation" erinnert, nur halt wesentlich schneller. Definitiv wirr, aber auf jeden Fall gut.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 12.1997

Donnerstag, 26. Mai 2016

Björk - Hyperballad *Outcast Mixes

Auf meinem Plattenteller rotiert gerade die Promo-10" unserer geliebten Islands-Elfe. Vergessen wir die A-Seite am Besten gleich, denn bei dem Versuch, Björk's Gesang mit einem 4-2-The-Floor Beat zu einem Pseudo-Underworld-Smasher a la "Born Slippy" zu fusionieren, klappen sich mir die Fussnägel hoch. Der 'Over The Edge'-Mix auf der Flipside ist da schon wesentlich interessanter. Reinster Distortion-Hop der düsteren Sorte kombiniert mit durch diverse Filter gejagte Vocals erfreuen das Herz des Experimentalfetischisten umso mehr. Nix für Dancefloor, aber schön, insofern mensch der Zerstörung eine gewisse Ästhetik abgewinnen kann.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 12.1997

Freitag, 20. Mai 2016

Garbage - Milk *Remixes

Nun haben sich also im allgemeinen Remix-Fieber Massive Attack an dem Hit dieser Band vergriffen und wie zu erwarten kann bei einer Konstellation diesen Kalibers kaum etwas schiefgehen. Herausgekommen sind 2 Trip-Pop Tracks auf der A und ein Ambient-Pop Track auf der B-Seite, wobei ich vor allem den ambitionierten Drum'n'Bass-DJ's unter euch Letzteren ans Herz legen möchte, da sich der melancholische Gesang wunderbar als Break in einem Darkcore-Set eignet. Insgesamt aber auch für neugierige Einsteiger interessant, die sich dem Thema TripHop einmal von der nicht abstrakten Seite nähern wollen.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 11.1997

Sonntag, 15. Mai 2016

Heinrich At Hart [Chrome]

In eine ähnliche Kerbe wie Panacea schlägt auch diese 12" auf Chrome. Die A-Side mit Drum'n'Bass, die B-Side mit einem kurzen, wirren Ambient Track, dem ein Stück folgt, das sich anhört als ob Freddy Krüger auferstanden wäre, um die Welt mit Evil TripHop zu terrorisieren. Eigentlich erschreckend einen derart gut abgehenden Track mit soviel Distortion, düsteren Flächen und fiesem Geschraube versehen zu können, ohne dass es der Wirkung Abbruch tut. Psychopathen aller Länder vereinigt euch zum Tanze...

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 11.1997