Mittwoch, 27. Juli 2016

Koop - Glömd *The Mixes [Logic]

Die beiden schwedischen Musiker Magnus Zingmark und Oscar Simonsson haben mit "Glömd" ein sehr atmosphärisches Stück Musik geschaffen, welches in einer gelungenen Synthese europäische Dancegrooves, Klassikelemente und melancholischen Gesang zu einem Konglomerat verbindet, das dich in eine Welt der Elfen und Fabelwesenb entführt. Der 'Mercedes-Cortina-Mix' stammt übrigens aus der Feder des Apollo 440-Drummers Cliff Hewitt und ist eigentlich schon deswegen für Fans interessant.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 12.1997

Samstag, 23. Juli 2016

N.O.H.A. - Start [Motor]

Pop'n'Bass. Im Single Edit sehr fröhlich beschwingter Sound, der selbst im Winter die warme Frühlingssonne scheinen lässt. Bassface Sascha's Club Dub ist hingegen etwas druckvoller treibend. Die beiden Housemixes werden wohl auch ihre Liebhaber finden, sind aber nicht my cup of tea, da die Leichtigkeit der Vocals sehr unter dem starren 4-2-The-Floor-Beat leidet.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 12.1997

Samstag, 16. Juli 2016

2K - ***k The Millenium [Mute]

2K a.k.a. The KLF a.k.a. The Timelords a.k.a. Justified Ancients Of Mu Mu a.k.a. The JAMS. Bill Drummond und Jimmy Cauty sind wieder da, um uns erneut mit Stadium House im Stile von "What Time Is Love?" und "Last Train To Trancentral" zu verwöhnen. Die Ursprünge holen die Gegenwart ein. Wieder werden die Menschen dieser Erde von einer unheimlichen Energie heimgesucht. Und wie vor fast 10 Jahren wird die Elterngeneration keinerlei Verständnis für die Musik ihrer Kinder haben. Aber das hat schon damals nichts genutzt und auch diesmal werden wir wieder feiern bis zum Exzess. Hymne!

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 12.1997

Dienstag, 12. Juli 2016

Mental Gush - Great Balls [Terrazone]

Wie definiert mensch einen Style, der zwei völlig unterschiedliche Genres in Perfektion fusioniert? Ich weiss es nicht. Jedenfalls ist der Longplayer von Nadya und Sasha a.k.a. Mental Gush sowohl von Rock als auch von Breakbeat / Tekkno / TripHop beeinflusst. In dieser Mischung zwar nichts für Puristen, aber dennoch extrem chartskompatibel, was der Qualität in diesem Falle aber nicht unbedingt Abbruch tut.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 12.1997

Freitag, 8. Juli 2016

Sirrah - It's A Magical Belief [Coolmusic]

Lass dich entführen ins Reich der Dämonen. Ekstatische Rhythmen kombiniert mit ebensolchen Gesängen in verschiedenen afrikanischen Dialekten versetzen den Hörer in eine Art Trance, die die Macht des Voodoozaubers auch für Europäer nachvollziehbar macht. Fast 45 Minuten aufwühlender Musik, die in keiner guten Plattensammlung fehlen dürfen.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 12.1997

Montag, 4. Juli 2016

Heinrich At Hart - Secrets / 0, Bird, Nature [Chrome 016]

Was geht in einem Menschen vor, der solche Musik macht? "Secrets" ist Chrome-typischer Drum'n'Bass dessen Bösartigkeit aber unterschwelliger ist als die von anderen Platten auf diesem Label. "0, Bird, Nature" zelebriert dann so etwas wie die Darkcorevariante von TripHop, obwohl das eigentlich schon gar kein TripHop mehr ist. Der geneigte Leser verstehe das bitte als Geschwindigkeitsangabe und nicht als Genrebezeichnung. Wie auch immer, zu diesem Sound möchte ich mir ein Kettensägenmassaker in Zeitlupe ansehen, denn das Böse wohnt schliesslich in jedem von uns und wartet nur darauf, geweckt zu werden.

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Donnerstag, 30. Juni 2016

Scanner - Delivery [Earache Rec.]

'File under: Ambient / Techno' empfiehlt der Sticker auf dem Cover dieses Doppelvinyls, wobei ich mit Techno als Kategorie nicht einverstanden bin, es sei denn es steht als Synonym für die Technologie mit deren Hilfe Scanner Telefongespräche u.ä. abhören, um die gesampleten Sprachfetzen in ihren Ambient / TripHop-Trax zu verwenden. Obwohl nicht zwingend düster, macht dieser Sound wieder einmal bewusst, dass selbst private Informationen vor Elektronikvoyeuren nicht sicher sind. Die leicht bedrohliche Atmosphäre dieser Platte erinnert mich irgendwie an Orson Well's Zukunftsvision "1984". Doch wer will überhaupt mit Gewissheit behaupten, dass die totale Überwachung nicht schon längst Realität ist?

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 12.1997

Samstag, 25. Juni 2016

Sandbender - Nebula Award Stories [800 Trak 003]

Was passiert, wenn TripHop auf sich selbst reduziert wird? Es entsteht eine Platte wie diese, 7 Musikstücke auf einer schwarzen Scheibe aus gepresstem Erdöl, die gerade aufgrund ihrer Monotonie und des weitgehenden Verzichts auf Melodien eine unglaubliche Spannung erzeugen. Ein eklektisches Werk, welches bei wahren Breakfreakz einen synaptischen Orgasmus nach dem anderen auszulösen im Stande ist. Recommended.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 12.1997

Samstag, 18. Juni 2016

[Chrome 013]

'Der neunte Schuss ging sauber durch die Stirn' - mit diesen Worten beginnt der einzige Track dieser Platte. Irgendwie treffend, denn dieser Drum'n'Bass im Panacea-Style bläst dir im wahrsten Sinne des Wortes den Helm weg. Gib's mir hart und besorg's mir heftig. Am Besten in einem dunklen Keller mit viel Nebel und Strobogewitter. Wenn ihr noch eine der auf 1500 Stück limitierten Scheiben in die Finger kriegt, dann kauft sie gefälligst.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 12.1997

Samstag, 11. Juni 2016

Stormshadow - The Heat / Septicon [Vinyl Syndicate 003]

Die Katalognummer 003 des mir bis dato unbekannten Labels Vinyl Syndicate zieht mich mit allerfeinstem Drum'n'Bass in ihrem Bann. Verdammt treibend, finster und monoton verspult das ganze Ding. Ich möchte nicht wissen, welche fiesen Sci-Fi-Movies als Inspiration für diesen Sound gedient habe. Allein die Basslines beider Trax sind so drückend, das Menschen mit schwachen Nerven diese Platte besser nicht alleine hören sollten. Killa!! 

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 12.1997

Montag, 6. Juni 2016

[BBC 002 Whitelabel]

Mangels Informationen auf diesem Whitelabel kann ich euch keinerlei weiteren Angaben zum Ursprung dieses 2-Track-Vinyls machen. Nur so viel, die A-Side eignet sich aufgrund ihrer etwas sehr schrägen Bassline wunderbar dazu, Leute in den Wahnsinn zu treiben, während uns die B-Side nach einem Horrorfilm-liken Intro mit einem 'Bass To Motherfuckers'-Vocal in die zeitlose Dunkelheit des Breakbeat-Universums entführt. Darkside lives 4ever.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 12.1997

Mittwoch, 1. Juni 2016

Christoph De Babalon - If You're Into It I'm Out Of It [Digital Hardcore Recordings]

Auch eine Art Digital Hardnoize zu definieren. Das neue Album von Christoph De Babalon beinhaltet zwei grundverschiedenen Stilrichtungen, zum einen Isolationism / Death Ambient bei dem sich mir jedesmal die Assoziation eines einsamen Marsches durch die Tundra Sibiriens während einer eisigen Polarnacht aufdrängt, begleitet von den Seelen der Ahnen. Zum anderen sehr experimenteller Hardcore-Breakbeat, der mich ganz entfernt an den Electro-Breakbeat Mix von Scanner's "Mass Observation" erinnert, nur halt wesentlich schneller. Definitiv wirr, aber auf jeden Fall gut.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 12.1997

Donnerstag, 26. Mai 2016

Björk - Hyperballad *Outcast Mixes

Auf meinem Plattenteller rotiert gerade die Promo-10" unserer geliebten Islands-Elfe. Vergessen wir die A-Seite am Besten gleich, denn bei dem Versuch, Björk's Gesang mit einem 4-2-The-Floor Beat zu einem Pseudo-Underworld-Smasher a la "Born Slippy" zu fusionieren, klappen sich mir die Fussnägel hoch. Der 'Over The Edge'-Mix auf der Flipside ist da schon wesentlich interessanter. Reinster Distortion-Hop der düsteren Sorte kombiniert mit durch diverse Filter gejagte Vocals erfreuen das Herz des Experimentalfetischisten umso mehr. Nix für Dancefloor, aber schön, insofern mensch der Zerstörung eine gewisse Ästhetik abgewinnen kann.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 12.1997

Freitag, 20. Mai 2016

Garbage - Milk *Remixes

Nun haben sich also im allgemeinen Remix-Fieber Massive Attack an dem Hit dieser Band vergriffen und wie zu erwarten kann bei einer Konstellation diesen Kalibers kaum etwas schiefgehen. Herausgekommen sind 2 Trip-Pop Tracks auf der A und ein Ambient-Pop Track auf der B-Seite, wobei ich vor allem den ambitionierten Drum'n'Bass-DJ's unter euch Letzteren ans Herz legen möchte, da sich der melancholische Gesang wunderbar als Break in einem Darkcore-Set eignet. Insgesamt aber auch für neugierige Einsteiger interessant, die sich dem Thema TripHop einmal von der nicht abstrakten Seite nähern wollen.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 11.1997

Sonntag, 15. Mai 2016

Heinrich At Hart [Chrome]

In eine ähnliche Kerbe wie Panacea schlägt auch diese 12" auf Chrome. Die A-Side mit Drum'n'Bass, die B-Side mit einem kurzen, wirren Ambient Track, dem ein Stück folgt, das sich anhört als ob Freddy Krüger auferstanden wäre, um die Welt mit Evil TripHop zu terrorisieren. Eigentlich erschreckend einen derart gut abgehenden Track mit soviel Distortion, düsteren Flächen und fiesem Geschraube versehen zu können, ohne dass es der Wirkung Abbruch tut. Psychopathen aller Länder vereinigt euch zum Tanze...

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 11.1997

Dienstag, 10. Mai 2016

Panacea - Low-Profile Darkness [Chrome]

Viele Leute standen Drum'n'Bass aus deutschen Landen ja bisher ein wenig skeptisch gegenüber, da der Ursprung dieser Bewegung ja eigentlich auf der anderen Seite des Ärmelkanals liegt. Doch diese sollten sich doch bitte durch dieses Album eines Besseren belehren lassen. Panacea - allein der Klang dieses Wortees verspricht schon eine brodelnde Urgewalt an Sounds und diese Hoffnung erfüllen die wahnsinnigen Beats mit dem superkrassen Distortion-Faktor auch. Diese Platte könnte echt  als Soundtrack für einen düsteren Endzeit-Manga dienen... "Wir schreiben das Jahr 2434 und der dritte Weltkrieg ist gerade beendet. Tausende von Mutanten bevölkern den Planeten Erde...". Macht euch bereit für eine Begegnung mit Drum'n'Böse der 3. Art. Kaufen!

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 11.1997

Donnerstag, 5. Mai 2016

THC - Der Name Tut Nichts Zur Sache

Ob der Name hier nichts zur Sache tut, lasse ich mal dahingestellt. Jedenfalls ist THC mehr als nur die Abkürzung des Wirkstoffes des umstrittenen Rauchkrautes. Nein, THC ist HipHop aus Hamburg, sehr funky mit viel Gitarreneinsatz und vor allem weit entfernt vom üblichen smoothen Gangsta-Stuff, der in den Charts momentan so sehr gehyped wird. Malte B.'s Style erinnert teilweise mehr an toastende Ragga-MCs als an Rap, kommt aber gerade dadurch sehr direkt rüber. Auch die Texte sind direkt aus dem Leben gegriffen und mensch merkt, dass die Jungs Ahnung von den Dingen haben, die sie in ihren Texten wiedergeben.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 11.1997

Dienstag, 3. Mai 2016

AlexDee - Rush *The Remixes [Phantomnoise 006]

Nachdem "Rush" von Katalognummer 002 des Leipziger Imprints Phantomnoise schon lange als heimliche Hymne in Sachen ultradarkem Drum'n'Bass gilt, gibt es nun die Remixe im stylischen 7" Format. Während die Society Suckers ihre Variation mit messerscharf steppenden Distortionbeats eröffnen, bricht nach dem ersten Break ein massives Amengewitter über den Konsumenten herein, das dem Begriff DarkJungle alle Ehre macht. LXC's Remix auf der Flipside übt sich in metallischem Anti-Funk mit Beats, die sich scheinbar selbst im Weg  stehen und nur bei Konsumenten vertrackter Reinforced-Scheiben von Anfang an auf Verständnis stossen. Doch auch hier sorgt wieder das Break für die  Abfahrt - positive Bleeps aus dem Telefonhörer, verhallte Scratches und eine alberne Bassline garantieren gute Laune. Sehr schön auch das Outro in dem AlexDee mit einer toten Leitung zu kommunizieren sucht.
7/10 Points  

Gastreview für Future Music , veröffentlicht in 11.2003

Montag, 25. April 2016

Current Value - 4.09 E.P. [Phantomnoise 007]

Wie wohl kaum ein anderer Drum'n'Bass-Produzent aus deutschen Landen hat es Current Value geschafft von seinem ersten Release an einen unverwechselbaren Style an den Tag zu legen und seinen selbstgeschaffenen Soundentwurf immer exakter auszudefinieren. Allen Veröffentlichungen, angefangen von Frühwerken auf Don Q., weiteren Scheiben auf Position Chrome und dem letzten Album auf Klangkrieg, haftete eine derart futuristische, ultrakomprimierte Athmosphäre an, das der Begriff Sci-Fi Drum'n'Bass als eigenes Genre durchaus angebracht scheint. "Salvation" auf der A-Side hetzt als spielbarster, weil geradlinigster Track jenseits der 180 bpm-Grenze durch endzeitliches Territorium der Finsternis entgegen und hätte es verdient, als Soundtrack in düsteren Konsolenspielen verewigt zu werden. "These Engines" und "Quate" auf der Flipside üben sich hingegen in der Kunst des thermonuklearen Beat-Splicing und dürften vor allen denjenigen Drum'n'Bass-Heads gefallen die sich vor Jahren die vier Releases des Psywarp-Labels oder aktuell die letzten Scheiben von Cruel Intensions oder Resonant Evil auf Outbreak Ltd. ins Regal gestellt haben. Bitterst böse.
9/10 Points 

Gastreview für Future Music , veröffentlicht in 11.2003

Montag, 18. April 2016

Dual Engine - Friends E.P. [Black Tambour Records 005]

Durch seinen nicht nur auf Drum'n'Bass konzentrierten Output dürfte das französische Imprint Black Tambour Records bisher an den meisten D'n'b-Headz spurlos vorbeigegangen sein, was sich spätestens mit diesem Release ändern sollte, sofern es in genügender Zahl in deutschen Plattenläden landet.Das irgendwie leicht trancig wirkende "Friends" arbeitet auf der Basis von recht dünnen elektroiden - und für französische Platten nicht ungewöhnlichen - Beats, die unterstützt von einer fast durchgehend massiv drückenden Killerbassline und einem verspulten Vocal-Sample zur unschlagbaren Waffe werden. "Heaven" auf der Flipside bezieht sich in etwa auf das gleiche Schema, vertauscht jedoch die Geradlinigkeit der Beats gegen einen Stepperfunk, dessen Groove scheinbar gegen die Bassline verläuft. Geheimtip.
8/10 Points 

Gastreview für Future Music , veröffentlicht in 11.2003