Montag, 21. August 2017

Aquasky vs Sketch [Sonix 002]

Nach der grossartigen Debutmaxi ihres hauseigenen Sonix-Imprints legt die dreiköpfige Formation Aquasky nun zwei weitere massive Tunes nach, die auf dem Tanzflur kein Bein mehr stillstehen lassen. "Structure" arbeitet wie schon die Tracks der vorangegangenen Veröffentlichung mit einem eingestreuten Vocalsample während ihr Remix von Sketch's "Like This" direkt als Ravetune nach vorne stürmt.
5/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 05/2001

Mittwoch, 16. August 2017

Roxanne / Sage [Vortex Recordings 007]

Roxanne Mayoral und Laura Totten a.k.a. DJ Sage - Lebensgefährtin des kongenialen Bay Area Talents DJ UFO! - teilen sich die vorliegende 12" des amerikanischen Vortex Imprints. Roxanne techstepped mit ihrem Track "Hypnosis" durch die Drum'n'Bass-Welt und verteilt dabei kräftige musikalische Nackenschläge während Sage sich mit "Pipeline" zu dicht am momentanen Produktionsstil ihres Partners orientiert und deshalb trotz eines guten Tracks recht gesichtslos wirkt.
4/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 05/2001

Donnerstag, 10. August 2017

Putin De Merd EP [Mercuro Chrome 001]

Viertrack EP zum Debut eines offensichtlich aus der Schweiz stammenden Labels, das mit Künstlern wie Fugo, Michele Fasano, Jason Leach und Audiotrash aufwartet. Namentlich ist mir keiner der genannten Artists bekannt, aufgrund ihrer krassen Interpretation des Themas BigBeat / Elektro / NuSkoolBreaks  werde ich in Zukunft jedoch nach Produktionen aus ihrer Feder verstärkt Ausschau halten. Fette
6/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 05/2001

Freitag, 4. August 2017

True Diabolists / Machete [Coven H 001]

Gelungener Auftakt für das bisher nicht weiter in Erscheinung getretene Coven H-Imprint. Machete liefern mit ihrem Track "Alchemy" einen heftigen Amenroller auf der Grenze zum Breakcore, während die True Diabolists viele Plattenreiter der Elektro- /  NuSkoolBreaks-Fraktion um einen mörderischen Track bereichern. Hard as fuck...
6/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 05/2001

Freitag, 28. Juli 2017

Mem Pamal / Maniak & Middle M [Fantomatik 002]

Französischer Drum'n'Bass @ its best. Mit typisch flach gehaltenen Bassdrums, einer fast industriellen Monotonie und in bester Lo-Fi-Manier präsentiert Mem Pamal seine Version gebrochener Beats, während das Duo Maniak & Middle M sich zuweilen in ansatzweise hart- und breakcorelastigen Gefilden verliert. Nichts für Fans englischer Massenware, experimentierfreudige DJ's lassen sich jedoch von folgender Wertung leiten
5/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 05/2001

Sonntag, 23. Juli 2017

Shudo [Quatermass]

Der junge barcelonensische Multimediakünstler Shudo beschert dem Freund experimenteller Electronica mit seinem gleichnamigen Album einige extrem interessante Listening-Momente, in dem er seine Sounds nicht nach musikalischen Gesichtspunkten arrangiert sondern sie quasi wie Material im dreidimensionalen Raum anordnet. Stereoeffekte und plunderphonisch wirkende Einschübe inbegriffen und spätestens nach dem ersten Hörerlebnis eine Lieblingsplatte. 
5/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 05/2001

Montag, 17. Juli 2017

Semi Sweet [Dhyana Records]

Das autonome Augsburger Label mit einer Tape + CD-Compilation, die wieder einmal allerlei musikalische Obskuritäten zwischen nichtelektronischem Homerecording, Elektro und noisigen Breakcoreattacken featured. Artists wie Onq, Jesus Jackson und die Grenzlandreiter, Sascha Müller, Deep / Homebass, Hagbard Celine oder die Ypasswdd Daemons sprechen Bände und musikalisch die klare Sprache des Underground.
5/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 05/2001

Dienstag, 11. Juli 2017

Mimetic - Out Of Tune [Moloko+]

Mimetic sind verantwortlich für das Ausgangsmaterial der neuen limitierten Picturedisc auf Moloko+, das von in der Experimentalmusikszene bekannten und geschätzten Artists wie Column One oder Phil Von durch den Remischwolf gedreht wurde. Insgesamt 6 Tracks irgendwo zwischen Funkstörung, Warp und anderen experimentellen Outlets.
3/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 05/2001

Montag, 3. Juli 2017

FreQ Nasty feat. Phoebe One - Boomin' Back Atcha [Botchit & Scarper]

Mit  "Boomin' Back Atcha"  koppelt FreQ Nasty einen der tanzbodentauglichsten Tracks seines aktuellen Albums aus. Zum einen gibt's das downbeatige Original sowohl als Instrumental als auch mit den genialen Raps von Phoebe One. Zum anderen als Hybrid-Remix, der alle Merkmale eines astreinen Elektroburners aufweist. Rockt mit seiner trancig modulierten Acidline und den tiefbassigen Beats jeden Floor.

Gastreview für Groove , veröffentlicht in Ausgabe 60 - Okt. / Nov. 1999

Montag, 26. Juni 2017

Tanith - Still [Timing Recordings]

File under "Technobreaks" - so zumindest die Empfehlung im E-mail-Info zu Tanith's aktuellem Album "Still". Kann ich ohne weiteres mit d'accord gehen, wobei man diese Schublade nicht wirklich hätte öffnen müssen, reicht doch BigBeat als grobe Kategorisierung völlig  aus. Natürlich weiss jeder, welch alter Hase Tanith ist und dass er sich seine "Been There - Done That"-Haltung dementsprechend auch verdient hat. Am prägendsten aber dürfte auch für ihn die Zeit zwischen 1989 und 1992 gewesen sein, und das hört man seinem Album auch deutlich an.  Die meisten der insgesamt neun Tracks auf "Still" erinnern durch die verwendeten (Break)Beats und Sounds dann auch an eine Zeit, als Breakbeat  noch UK Hardcore hiess. Wer sich noch an Acts wie Cubic22, Time Zone, Altern8, Recall IV oder Tricky Disco erinnert, wird wissen, wovon die Rede ist. Einzig das schon auf der Springbreak-EP veröffentlichte "Jahbot" weicht durch das komplette Fehlen altschuliger Elemente und seiner eher ambientösen Atmosphäre ein wenig von diesem Konzept ab.

Gastreview für Groove , veröffentlicht in Ausgabe 60 - Okt. / Nov. 1999

Mittwoch, 21. Juni 2017

Polar - 37 Degrees And Falling [Certificate 18]

Was macht ein durch Rave, Breakbeat und Techno sozialisierter Norweger, wenn er von zu Hause rausfliegt, und es draussen langsam kalt wird? Er beginnt am PC eines Freundes Drum'n'Bass zu produzieren. Im Fall von Polar hiess dieser Freund DJ Teebee, man schrieb das Jahr 1997 und schon bald tauchte der Name Polar unter dem Alias "Jazzassins" auf dem belgischen Label R&S auf. Zwei Jahre später ist der Gute in aller Munde und wird als einer der grössten Hoffnungsträger in 1999 gehandelt.  Nun veröffentlicht  Polar (der als K auch auf Audio Couture veröffentlicht) auf Certificate 18 sein erstes Album, auf dem er unterstreicht, dass man nicht zu Unrecht grosse Stücke auf ihn hält. Immer leicht unterkühlt und metallisch verbindet  sein Sound nicht nur straighte Drum'n'Bass-Tracks mit extrem funkigen Elektro. Die Beats pulsieren flüssig und trotz der mit Norwegen und seinem Künstlernamen assoziierten Temperaturen pumpen die Basslines wohlig warm. Soll heissen: Polar verzichtet weitestgehend auf Distortion. Insgesamt erinnert "37 Degrees And Falling" an den auf abstrakten Rhythmuskonstruktionen basierenden Intelligent Funk eines Photek, wobei er sich ausreichend davon emanzipieren konnte, um unter allen Umständen als eigenständiger Produzent identifiziert werden zu können. Diesen Mann sollte man sich merken!

Gastreview für Groove , veröffentlicht in Ausgabe 60 - Okt. / Nov. 1999

Mittwoch, 14. Juni 2017

Various Artists - Formation Records presents The World Of Drum'n'Bass [Formation Records]

Grössenwahn galore. Nachdem die Drum'n'Bass-Welt in den letzten Monaten mit mehrfach Doublevinyl-Albumreleases geradezu überversorgt wurde, schiesst das englische Label Formation mit seiner "World Of Drum'n'Bass"-Compilation den Vogel jetzt endgültig ab. Auf Triple-Audio-CD (limited Edition plus Bonus-CD-Rom) und 8fach-Vinyl versammelt Labelmitgründer DJ SS die Grössen und Hoffnungsträger der hardsteppenden D'n'B-Front, um sie in geballter Form dem Rest der Welt zu präsentieren. Dabei beschränkt er sich glücklicherweise nicht nur auf den englischen Inner Circle sondern widmet sich der globalen Entwicklung dieses Genres. Angenehm auch die vielen kurzen Interludes, die selbst bei den nicht wirklich  gemixten CDs 1 +2 den Eindruck eines durchgehenden Flows erwecken,  während auf CD 3 dann die Mischmeister Grooverider & DJ SS selbst Handanlegen und wahre Skillz offenbaren.

Gastreview für Groove , veröffentlicht in Ausgabe 60 - Okt. / Nov. 1999

Donnerstag, 8. Juni 2017

Foul Play Productions - Field Of Action [Partisan Rec.]

Vor Jahren, als Drum'n'Bass gerade auf Kontinentaleuropa überzuschwappen begann, äusserte ein schlauer Mensch - wer genau entzieht sich meiner Erinnerung -, Breakbeat sei die Fortsetzung urbanen Souls mit modernen Mitteln. Das dem auch heute noch so ist, beweisen Foul Play Productions mit ihrem neuen Album. Seit den Zeiten von Omni Trios Meisterwerk "Haunted Science" hat es kein Album mehr geschafft,mit minimalsten Mitteln soviel Wärme zu transportieren. Geprägt durch zurückhaltende, aber durchaus tanzbare Beats, dezenten String-Einsatz und entspannt pulsierende Basslines liefern die elf vorliegenden Tracks den idealen Soundtrack für zweisame Abende oder das Ende einer Clubnacht. Schönheit pur.

Gastreview für Groove , veröffentlicht in Ausgabe 60 - Okt. / Nov. 1999

Freitag, 2. Juni 2017

Various Artists - J. Majik presents Night Visions [Infrared Rec.]

Von J. Majik  persönlich zusammengestellte Werkschau aus dem Hause Infrared, die sich überwiegend auf den Floor richtet. Im Gegensatz zu vielen anderen Compilations verzichtet J. auf "Night Vision" darauf, sich Tracks von den Big Names des Business produzieren zu lassen. So wird sich manch einer wundern, dass hinter "Gatekeeper" nicht etwas Ed Rush & Optical stecken, sondern das noch weitgehend unbekannte Projekt System 3.  Auch das isolationistische "Sustain" aus der Futuresound-Schmiede hinterlässt beim ersten Hinhören einen mehr als bleibenden Eindruck. Die qualitativ guten Downbeat-Tracks am Ende des Albums wollen sich allerdings nicht völlig in das Gesamtkonzept einordnen lassen.

Gastreview für Groove , veröffentlicht in Ausgabe 60 - Okt. / Nov. 1999

Samstag, 27. Mai 2017

Various Artists - Genetically Unmodified [Hard Leaders]

Diese schwer empfehlenswerte Compilation featured mit Decoder, DJ Surreal, Justice, Neil Trixs und Capone viele gute Bekannte. Vom ersten Track an schwingen sie die Hardstep-Keule und während der Saal tobt zerstören heftigste Bassline-Orgien das Interieur. Musik fürs ausgehende Millenium - hart, schnell und manchmal bösartig. Vor allem The Coalition scheinen es mit "Alien Sanctuary" besonders ernst zu meinen, ebenso wie Capone, auch wenn das Intro zu "Feelings" etwas anderes vorgaukeln will. Nichts für zu Hause, sondern strictly for the Dancefloor. Auch als Triple-Vinyl-Edition zu haben. Check!

Gastreview für Groove , veröffentlicht in Ausgabe 60 - Okt. / Nov. 1999

Freitag, 19. Mai 2017

Depth Charge - Lust 1 / Lust 2 [DC Recordings]

The Return of the Mad Funk. Depth Charge, seines Zeichens bekannt für die humorvolle Verwurstung aller erdenklichen Musikstile auf der Basis gebrochener Beats, greift wie gewohnt tief in seine Samplekiste. Geschwindigkeitsmässig eher in den Bereichen Uptempo-Hip / TripHop angesiedelt, finden sich hier dennoch unzweideutige BigBeat-Merkmale, wie z.B. fett knarzende Basslines, um den Tracks den nötigen Drive zu verleihen. Spätestestens nach den erstesn 30 Sekunden eines jeden Stückes beginnt man unweigerlich, mit dem Kopf zu nicken / herumzuhüpfen, wird jedoch oftmals völlig unerwartet von kurzen Sprachsamples abgelenkt, nach denen der Beat  mit ungebrochener Heftigkeit wieder einsetzt. In den ruhigeren Passagen erinnert das Ganze zuweilen auch an HipHop-lastige Dub-Experimente, behält aber immer den gewissen Charmebei, den auch die meisten Nightmares On Wax-Produktionen vorzuweisen haben.

Gastreview für Groove , veröffentlicht in Ausgabe 60 - Okt. / Nov. 1999

Sonntag, 7. Mai 2017

Field - Cocoon [Cylence 010]

Mit der Veröffentlichung des Debutlongplayers der Formation Field, namentlich Uwe Haas und Sven Kacirek, feiert das Hamburger Cylence-Imprint sein erstes kleines Jubiläum - des zehnte Release. Gemäss dem Labelmotto der "Selected Modern E-Music" vereinen sich auf knapp 74 Minuten Laufzeit blubbernde Electronica mit organisch ambienten Groovees, Elementen aus Dub und TripHop mit sphärischen Klängen und bilden eine Melange, die sich perfekt wie ein Möbelstück in jedes erdenkliche urbane Umfeld einfügt - vom schicken Designerbüro bis hin zur chilligen Lounge geht alles, wird mit Wärme gefüllt und verwandelt sich dem Albumtitel gleich in einen "Cocoon", einen schützenden Mutterbauch ohne Stress, Hektik und unliebsame Überraschungen.
5 / 5 Points 

Gastreview für Oxmox , veröffentlicht in 04.2001

Samstag, 29. April 2017

Ars Larson - 1.8 [Shot Toolz 004]

File under: Looptechno oder die Endlosrille als Medium des Minimalismus. Nachdem sich Generationen von Technoproduzenten darum bemüht haben, die musikalische Entwicklung in ihren Tracks auf das Wesentlichste zu reduzieren und damit dem DJ ein Maximum an Gestaltungsmöglichkeiten zu entbieten, greift Lars Böske a.k.a. Ars Larson dieses Prinzip auf und versorgt diesen auf vierseitigem Vinyl mit der Essenz der technoiden Klangkunst. Auf exakt 113 Locked Groooves und kurzen Intros findet der geneigte Plattenreiter neben verschiedensten Techno- und Housebeats zusätzlich rein geräuschafte Soundeffekte, Stimmen und Hi-Hat-Läufe - geeignetes Futter für den täglichen Clubeinsatz, das heimische Mixtape und sonstige Experimente mit Klang. Effizienter und reiner als auf diesem Doppelvinyl lässt sich clubtaugliche Reduktion nicht mehr umsetzen.
5 / 5 Points

Gastreview für Oxmox , veröffentlicht in 04.2001

Samstag, 22. April 2017

Low Entropy - Anarcho-Psychotic E.P. [Praxis 036]

Der Hamburger Breakcore-Aktivist Low Entropy liefert nach seiner Debut-12" auf Blut vor einiger Zeit und diversen Compilation-Beiträgen mit seiner "Anarcho-Psychotic E.P." auf Praxis das bisher reifste und ausgefeilteste Release seines bisherigen Schaffens ab. Statt nur auf Geschwindigkeit und Härte abzuzielen steht hier vor allem eine bedrohliche Atmosphäre im Vordergrund, die durch klare Produktion und scharf geschliffene Beats einen gewaltigen Schub nach vorne erhält. Apropros Beats - diese sind im Feld zwischen Breakcore und absolut freien Strukturen anzusiedeln, wie sie unter anderem auch von Acts wie Somatic Responses verwendet werden, crossovern auf dem ersten Track der B-Seite auch gern einmal in Richtung Marco Passarani und verschwinden auf B2 zu Gunsten von reinem Noise ganz. Nur für gefestigte Gemüter zu empfehlen.

Gastreview für FLYER Hamburg , veröffentlicht in 09.2002

Sonntag, 16. April 2017

Undacova - Metamood Katalyst [Pleemobil 003]

Das Label mit dem verspielten Namen Pleemobil - beheimatet unter dem Dach der belgischen Bliip Company - kommt auf seiner dritten Veröffentlichung mit einer musikalischen Mischung der Extraklasse daher. Auf insgesamt vier Tracks fusioniert Undacova Elemente aus Electronica, Acid, Break- und Hardcore auf eine derart sympathische Weise, das auch bekennende Nicht-Elektroniker sich eines breiten Grinsens und zuckender Tanzbewegungen nicht erwehren können. Ein ganz grosses Stück Musik, das aufgrund des Vertriebsweges nur in ausgewählten Plattenläden zu erstehen sein wird.

Gastreview für FLYER Hamburg , veröffentlicht in 09.2002