Sonntag, 23. Februar 2020

Bioforge - Centron / Nightwatch [Acetate 007]

Schon das nächste Schmankerl aus der Soundschmiede des niederländischen Actetate-Imprints, auf dem Bioforge diesmal im Alleingang agiert. "Centron" auf der A-Side erinnert vor allem im Bassbereich ein wenig an ältere Ed Rush & Optical-Tracks auf Virus und ruft damit durchaus positive Assoziationen wach. "Nightwatch"  hingegen präsentiert sich ein wenig Jungle-orientierter und funktioniert als deep-klöppelndes Tool am Besten zu fortgeschrittener Stunde.

4/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 11/2002

Samstag, 15. Februar 2020

Misantrop - Eis / Liar [Armour Plated 002]

Unverständlicherweise konnten sich die Kollegen der englischen Presse mit diesem Release gar nicht anfreunden - Zeit für eine Richtigstellung also von unserer Seite. "Eis" auf der A-Side überzeugt vollends durch eine bisher selten gehörte Kombination von technoid-ravigen Elementen, Amenbreaks, überraschenden Breaks und einer ungeahnten Deepness, an die zur Zeit nur wenig heranreicht. Doch auch "Liar" muss sich nicht verstecken und lässt es auf ähnlicher Basis ordentlich krachen, arbeitet jedoch häufiger mit Beatwechseln und spontanen Minibreaks. Fett.

6/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 11/2002

Sonntag, 9. Februar 2020

Mampi Swift - Depth Charge EP [Charge]

Mampi Swift und seine ureigene Definition von ultracleanem, vertracktem HighTech-Drum'n'Bass spalten die Meinungen der Drum'n'Bass-Fraktion nachwievor in zwei Lager. Entweder mensch liebt  ihn oder hasst ihn - dazwischen gibt es nicht wirklich viele Möglichkeiten. Der Rezensent entscheidet sich für die erste Variante, lobt die durchaus anspruchsvoll gesetzten Beats und die konsequente Monotonie innerhalb der Tracks, deren Wirkung sich erst als Tool im Rahmen eines DJ-Sets komplett entfalten kann. Vor allem der Titeltrack "Depth Charge" und "Clockwork" können sich durchaus als Waffe erweisen.

4/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 11/2002

Montag, 3. Februar 2020

Polarity [Phunction 001 White]

Grundsolider Start für das neue Phunction-Imprint, dessen erstes Release zwar den Drum'n'Bass nicht grundlegend revolutioniert, dem funktional orientierten Plattenreiter jedoch zwei brauchbare Tools ins Case stellt. Sind beide Tracks vom Ansatz her als deep zu beschreiben, basiert die A-Side des unbeschrifteten Whitelabels auf einem minimalen Twostep-Gerüst während die Flip mit steppigen Beats und zurückgenommenen Amenrolls arbeitet und darüberhinaus die Massive mit ravigen Signals zum Tanzen animiert. Solide

4/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 11/2002

Dienstag, 28. Januar 2020

Weslay Jay & Shimano - Prototype Remixes [RJ Productions 004]

War schon die erste Scheibe des Imprints RJ Productions vor geraumer Zeit mit empfehlenswerten Breakbeat Garage-Remixen des Prototype-Tracks ausgestattet, legen Wesley Jay & Shimano dieser Tage mit neuen Speedgarage-Interpretationen noch einmal kräftig Holz ins Feuer und tragen damit dem langsamen Comeback dieses Styles Rechnung. Macht mächtig Druck auf der Tanzfläche und angesichts der markanten Bassline darf auch mit einer schreienden Crowd gerechnet werden.

6/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 11/2002

Mittwoch, 22. Januar 2020

Kemal / Bulletproof [Industry 010]

Absolutes must have für Liebhaber technoid-vertrackter Drum'n'Bass-Sounds. Kemal beackert mit seinem Track "Let It Move You" leicht ravig - wahlweise auch trancig - angehauchtes Terrain und liefert einen Primetime-Mover der Güteklasse A, welcher in den nächsten Monaten nicht aus meinem Case wegzudenken sein wird. Bulletproof aus Neuseeland mag es auf der Flipside mit "Trapdoor" gern mit hektischer Bassline und sorgt im Club für stolpernde Raverfüsse, da die Beats dieses Tracks irgendwie gegen den Strich gebürstet rüberkommen. Nice.

6/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 11/2002

Donnerstag, 16. Januar 2020

Polarity - Future / High Funk [Phunction 002]

Auch mit seinem zweiten Release auf Phunction kann Polarity durchaus überzeugen und hält mit den beiden Tracks "Future" und "High Funk" den gesetzten Standard der eigenen Messlatte. Während sich erstgenannter Track wie auch Phunction 001 als gut funktionierendes, deepes Tool erweist, kommt "High Funk" dank des einprägsamen Vocalsamples und treibender Bassline richtig gut in die Gänge und macht auch zur Primetime eine gute Figur.

4/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 11/2002

Freitag, 10. Januar 2020

Future Prophecies - Rock Steady / Fire [Outbreak Limited]

Wenn es an dieser Stelle nicht um Tonträger sondern um militärische Waffensysteme ginge, wäre die vorliegender 12" mindestens in der Kategorie Schwerer Schützenpanzer einzuordnen. "Rock Steady" geht düster und zweifelsohne gnadenlos nach vorn, bedient sich tonnenschwerer Bassdrums, einer fast doom-mässigen Bassline und den prägnanten Vocalsamples aus Thunderballs alter Gabba-Hymne (sic!) "Bonzai Channel One". Auch "Fire" schlägt in eine ähnliche Kerbe, kommt jedoch mit Sägezahn-Bass ein wenig treibender daher.

4/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 11/2002

Donnerstag, 2. Januar 2020

My Inspiration Remix [INS 001 White]

Speedgarage als musikalische Genrebezeichnung ist definitiv zurück, daran lässt auch vorliegende 12" keinen Zweifel mehr. Die A-Side dieses Whitelabels kommt 4-2-the-floor getaktet, mit dicken Bässen und extrem soulorientierten Male-Vocals, die zusammen mit den verwendeten Sounds sehr stark and die 1994er-Ausprägung von deeper Housemusic erinnern, wie sie einst unter anderem Boris Dlugosch vertrat. Die B-Side hingegen arbeitet auf der Basis eines 2Step-Beats mit zugehöriger gerader HiHat und bittet mit dezent gesetzten Piano-Klängen zum Tanze.

5/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 11/2002

Freitag, 27. Dezember 2019

Grindproject - Bastardizer 1-10 (100 Songs In Less Than 30 Min.) [Corde 001]

"No Lyrics - Our Music Is Our  Message" steht auf dem rückseitigen Cover der vorliegenden Veröffentlichung und wenn dem der Fall ist, haben die Jungs vom Grindproject ganz viele böse Sachen im Sinn, denn bei ihrer Fusion aus Noize-, Speed- und Grindcore sowie Harshnoize bleibt garantiert kein Auge trocken, geschweige denn ein Raver am Leben. Legal nur mit gültigem Waffenschein zu erwerben, da diese LP definitiv zum Zweck akustischen Terrors eingesetzt werden kann.

4/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 11/2002

Sonntag, 22. Dezember 2019

Low Entropy - Anarcho Psychotic EP [Praxis 36]

Der Hamburger Breakcore-Artist & -Aktivist Sönke Möhl a.k.a. Low Entropy liefert mit seiner "Anarcho-Psychotic E.P." das bisher wohl reifste Release seiner Laufbahn ab. Statt nur auf Härte und Geschwindigkeit bedacht zu sein, geht es diesmal um die Atmosphäre der extrem gebreakten Tracks, die unter Umständen auch als Sci-Fi-Soundtrack zu gebrauchen wären. Irgendwo zwischen Marco Passarani und Somatic Responses, das.


4/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 10/2002

Montag, 16. Dezember 2019

Rechord - Eloper [Audio.NL 019]

Mit Clicks'n'Beats könnte mensch diese Platte wohl am Treffendsten beschreiben. Irgendwo zwischen m², Pole und Pan_Sonic trifft es auch ganz gut. Vier extrem minimale Tracks, die über ein elektronisches Knorkeln nicht wirklich hinauswachsen und doch einen gewissen dubbigen Appeal besitzen, den es in dieser fliessenden Form in diesem Genre nicht allzuoft hat. Für Reduktionsfetischisten.


6/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 10/2002

Dienstag, 10. Dezember 2019

Cornell Campell - Bandulu / Hard Time [Select Cuts]

Das in Hamburg ansässige Label Select Cuts präsentiert eine Auskopplung aus dem Album "Select Cuts From Blood & Fire Chapter 3" und liefert mit "Bandulu / Hard Time" einen abgehangenen Downbeat-Track mit Conscious-Lyrics und dicken fetten Bässen, die auch das Dub-/Roots-Soundsystem deines Vertrauens mit positiven Vibrationen erschüttern werden. Auf der Flipside liefern die Wiener Dubspezialisten Walkner & Möstl noch einen Remix dazu und fertig ist das Vergnügen.


6/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 10/2002

Mittwoch, 4. Dezember 2019

Bastard Runners 666 [White]

Bastardpop und Bootlegging ist nachwievor ein grosses Thema in den Plattenläden, Fachzeitschriften und mittlerweile auch Mainstream-Medien der Republik, doch kaum einer der Berichterstatter kennt sich wirklich mit dem Thema aus,  jede noch so schlechte Veröffentlichung wird als legendär gehandelt. Mit der 5-Track-Compilation "Bastard Runners 666" - die im Übrigen die Nachfolgescheibe zu "Bastard Pop 1" darstellt - kommt nun wieder richtig gutes Material auf den Markt. Namedropping der fusionierten Tracks und Artists: Madonna mit "Music" und "Deeper", The Cure's "Lullaby", Tweet "Oops, oh my", "My Sharona" und andere. Ganz dick...


5/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 10/2002

Donnerstag, 28. November 2019

Predator feat. Bioforge - Code Blue / Surveillance [Acetate 06 Promo]

Toolorientierter Drum'n'Bass ganz nach dem Gusto des Rezensenten. Während die "Code Blue" auf der A-Side recht atmosphärisch und minimal auf einem leicht hoppelnden Beat vor sich hin stepped, gibt sich "Surveillance" auf der Flip technoider, raviger und geradliniger zugleich und spricht so den Bewegungsdrang der Massive an.


4/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 10/2002

Freitag, 22. November 2019

Klimek - Milk & Honey [Kompakt]

File under: Sehr schön. Das Kölner Minimaltechnoimprint Kompakt verfolgt den vor einiger Zeit mit Markus Günther's "Regensburg" eingeschlagenen Weg des ambienten Klanges mit der Katalognummer 61 konsequent weiter und findet den Weg weg von Flächen zu verhallten, einzeln angeschlagenen Gitarrenklängen. Die wohl minimalste Interpretation, die das Thema Postrock im weitesten Sinne bisher gesehen hat in einem positiv überraschenden Kontext. Bitte mehr davon...


6/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 10/2002

Sonntag, 17. November 2019

De-Tronix - Born & Raised / Count Your Money [B & W Recordings]

Jump-Up-mässig und extrem oldskoolig kommen die beiden Tracks des vorher nicht grossartig in Erscheinung getretenen Produzenten De-Tronix daher und versetzen jede Massive in absolut positive Extase. Die Merkmale: penetrante Vocalsamples, Wobblebass, stumpfe Produktion und in den Breaks leichte Nähe zu raggalastigen Beatstrukturen. Die Intelligent-Fraktion wird's hassen, aber Spass macht die Scheibe auf alle Fälle auch ohne Innovationsfaktor...


5/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 10/2002

Dienstag, 12. November 2019

Analysis EP [3D Mode Recordings 004]

Der ersten kleinen Labelwerkschau des aufstrebenden Imprints 3D Mode Recordings gelingt es auf Anhieb, sich in die Liste der momentanen Topfavez in meiner Plattenkiste zu katapultieren. Das Ganze auf Doppelvinyl mit vier Tracks von DJ Hazard, Cru Memba und dem Duo DJ Devize & Three A, die allesamt mit atmosphärisch-verhakten Steppabeats daherkommen, sich im allgemeinen Kontext an die Vorgabe eines DJ-Tools halten und doch durch ihr tricky Programming eine völlige Eigenständigkeit bewahren, wie sie in stilistisch ähnlicher Form vielleicht noch bei Mampi Swift zu finden ist. Deep as fuck obendrein und deshalb auch bedient mit fetten


5/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 10/2002

Samstag, 2. November 2019

Zoom & D.B.X. - Rockin Down The House 2002 Remix [AWOL 1]

Schönes Release, das sowohl die Liebhaber von Speedgarage als auch von Oldskool-lastigen Breakbeats zufriedenstellt. Die Infoside kommt mit 4-2-the-floor Bassdrum, gewohnt dicken Bässen und einer fast schon klassisch-housigen Attitude, die sich zeitlich vor 1994 einordnen lässt. Die Flip hingegen setzt auf klassisch-geloopte Breakbeats im 1991er-Style und liefert dazu einen typischen Reggae-Offlick, der dem gesamten Track einen extrem gechillten Flow verleiht.


4/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 10/2002

Samstag, 26. Oktober 2019

The Streets - Weak Become Heroes [Locked On / 679]

War Mike Skinner a.k.a. The Streets schon mit seinem Album "Original Pirate Material" mehr als nur im Ansatz grossartig, legt die vorliegende Single zumindest in Bezug auf die gefragte Clubkompatibiltät noch einen drauf. Ashley Beedle verwandelt den Track "Weak Become Heroes" in eine tiefgehende Househymne mit klassischen Ansätzen während die Neuinterpretationen von "Same Old Thing" aus der Feder der Produzenten Outlaw Breaks und Morph Resurrection mit Speed Garage kokettieren.


5/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 10/2002