Montag, 27. März 2017

Various Artists - Opensource.Code [Source Records / EFA]

Die Technobewegung  wird alt. Diese Tatsache lässt sich weniger an fehlender Weiterentwicklung oder Innovationsverlust ablesen, sondern an den sich häufenden runden Labeljubiläen. Nun hat es auch Source Records um David 'Move D.' Moufang und Jonas Grossmann erwischt, die mit ihrem Anspruch 'einfach gute Musik' zu veröffentlichen mittlerweile auf eine zehnjährigen Geschichten zurückblicken können. Der sympathische Ansatz veranlasst die beiden jedoch nicht dazu, sich auf den erreichten Erfolgen auszuruhen und diese mit grossem Brimborium zu feiern. Stattdessen lassen sie die gute Musik für sich sprechen und setzen in Zusammenarbeit mit Ableton die hauseigene Compilation-Reihe "Opensource" fort. Vertreten ist die Creme de la Creme internationaler Clubmusikminimalisten, zu der unter anderem Akufen, Jan Jelinek, Move D., Thomas Brinkmann und Monolake zählen. Diese entwerfen ein Homelistening-taugliches Gesamtbild, dessen Spektrum sich zwischen warmer Ambienz und Clicktechno auffächert und damit zu den Favoriten des Monats gehört.

Gastreview für FLYER Hamburg , veröffentlicht in 09.2002

Mittwoch, 22. März 2017

LXC - Strukturbruch E.P. [Phantomnoise Records]

Nicht nur unser Nachbarland Frankreich hat in Sachen futuristischem Dark Jungle einiges zu bieten, auch aus deutschen Landen erreichen uns mittlerweile Produktionen, die sowohl soundästhetisch wie auch produktionstechnisch in der oberen Liga mithalten können. Bestes Beispiel dafür ist die vorliegende 12" aus dem Umfled des in Leipzig beheimateten Imprint Phantomnoise Records, dessen vierte Veröffentlichung den legendären Strukturbruch-Parties Reminiszenzen erweist, deren musikalischer Schwerpunkt im Grenzbereich von Drum'n'Bass und Breakcore anzusiedeln ist. Mit zwei durchaus clubtauglichen Tracks sowie vier Drum'n'Bass-orientierten Locked Grooves und einem Ausflug in düstere Elektronikgefilde präsentiert sich LXC auf seiner Debutveröffentlichung der interessierten Öffentlichkeit und sorgt damit für eine tanzende Crowd auf advancedten Dancefloors. Nice one.

Gastreview für FLYER Hamburg , veröffentlicht in 07.2002

Donnerstag, 16. März 2017

City Nord feat. Paolo 77 - Alle Rechte Vorbehalten [Chinchilla Recordings / Motor]

Es sommert und das spürt mensch auch in Hamburg City. Sommerlich entspannt kommt die hanseatische HipHop-Formation City Nord daher, geht mit extrem relaxten, aber dennoch clubtauglichen Beats and den Start und liefert mit "Alle Rechte Vorbehalten" einen heissen Kandidaten für die Jeep-Soundsystems der autofahrenden Homies. Doch so harmlos die Beats auch klingen mögen,lassen Felix XL und Paolo 77 mit ihrem Statement zum aktuellen Stand der HipHop-Textkultur nicht wirklich ein gutes Haar an ihren Mitbewerbern auf dem Markt und landen mit wortwitzigen Punchlines wie '... Ihr fresst Buchstabensuppe und kotzt danach nen Text aus...' auf den vorderen Plätzen der HipHop-Favoritenskala, zumal der Hörer hier von egomanischem Zentralismus verschont bleibt. Wie sacht man so schön in Hamburg? Da geht was...

Gastreview für FLYER Hamburg , veröffentlicht in 07.2002

Freitag, 10. März 2017

Various Artists - Pete Rivera presents: For Adults Only 2 [Lounge Records / PP Sales]

Die Lounge in der Gerhardstrasse zu Hamburg - Heimat von Pete Riveras wöchentlicher "For Adults Only"-Clubnacht sowie Dreh- und Angelpunkt vieler Aktivitäten in Sachen stilvoller Musik mit Schwerpunkt House, NuJazz und Latin. Passend zur Clubnacht und genau ein Jahr Veröffentlichung der ersten Zusammenstellung für Musikliebhaber im Erwachsenenalter legt Pete Rivera nun seine zweite Mixcompilation nach, verschmilzt stilsicher Tracks von renommierten Artists wie Schnute, Nick Holder und seinem eigenen Rivera Rotation-Projekt zu einem warmen, sommerlich angehauchten DJ-Set, das nicht nur eingefleischten Lounge-Gängern die Hüften rotieren lässt. Doch die Lounge wäre nicht die Lounge, wenn sich die musikalische Melange rein auf DJ-orientiertes Material beschränkte - mit Joe Bataans "Special Girl" und "Monkey See, Monkey Do" aus der Feder des New Swing Sextet gibt es auch erstklassiges Songmaterial auf die Ohren. Nice.

Gastreview für FLYER Hamburg , veröffentlicht in 06.2002

Freitag, 3. März 2017

Lawrence - s/t [Ladomat 2000 / Zomba]

Popambient. Eigentlich ein Begriff, der vorwiegend der Kölner Schule vom Schlage eines Wolfgang Voigt oder zuweilen auch Markus Günther zugeschrieben wird. Doch auch das kühle Hamburg  findet mehr und mehr Gefallen an der immer melancholisch wirkenden Form des reduziert-minimalen Clicktechnohousehybriden und dazugehörigen sanften Flächen, die zuweilen mehr das Ohr stimulieren denn die Beine zum Tanzen bewegen. Aber das ist gar nicht schlimm, denn gefeiert wird heutzutage eh nicht mehr so heftig wie früher. So ist es dann auch eher angenehm, dass Lawrence - den ganz alten Hasen auch noch als Drum'n'Bass-Recke Spy oder im 4/4-Takt als Spicy Pete bekannt - das Tempo gern einmal fast auf HipHop-Geschwindigkeit zurückschraubt, die Beats auch einmal ganz vernachlässigt oder mit im Vordergrund stehenden Chord- und Flächenkonstruktionen vom Betanzen seines immer noch clubtauglichen Sounds abhält. Der 'Aha'-Moment der norddeutschen Tanzmusikkultur, weit abseits von dem berüchtigten House- / Trance-Vorurteils, das dieser unserer Hansestadt immer noch gern angehängt wird.

Gastreview für FLYER Hamburg , veröffentlicht in 06.2002

Sonntag, 26. Februar 2017

Deep Dive Corp - Beware Of Fake Gurus [Jubilee Records / Sony]

TripHop, TripPop oder doch einfach intelligente Popmusik mit elektronischen Einflüssen? Definitionen sind bekanntlich immer ein schwieriges Thema und so lassen wir die Frage nach dem Genre im Raum stehen und widmen uns lieber dem Inhalt des mittlerweile dritten Albums der Herren Gerhard & Musebring a.k.a. Deep Dive Corp. Diese präsentieren in Zusammenarbeit mit diversen Gastvokalisten und -instrumentalisten eine Gesamtlaufzeit von knapp siebzig Minuten in Form von insgesamt zehn organisch-weichen Songs, die den Konsumenten in eine andere, friedliche Welt hinwegtragen und ihn jene quasi wie im Traum erkunden lassen. Und wer weiss, vielleicht begegnet mensch auf dieser Reise auch dem legendären Spiegelkugelfisch, der das Duo seit langem auf ihren musikalischen Exkursionen begleitet.

Gastreview für FLYER Hamburg , veröffentlicht in 05.2002

Freitag, 17. Februar 2017

Moonbootica - Get It On [Moonbootique Records / Zomba]

Auf ihrem - im wahrsten Sinne des Wortes - houseeigenem Imprint Moonbootique Records geben sich die hanseatischen Plattenreiter Kowesix und TobiTob of Fünf Sterne Deluxe-fame die Ehre und stellen ihr gemeinsames Moonbootica-Projekt der Öffentlichkeit vor, das musikalisch die Schwerpunkte der gleichnamigen Partyreihe reflektiert. Tanzen und schwitzen ist also angesagt und so treffen hier unverkennbare Houseeinflüsse auf dezente Discolicks, BigBeat ist trotz 4-2-the-floor Bassdrum nicht ganz so weit weg und auch der ein oder andere Electrosound schaut mal eben kurz um die Ecke. Liest sich diese Mischung als Text vielleicht ein wenig durcheinander, hat sich diese Melange auf jedem Moonbootica-Event als äusserst schlagkräftig erwiesen. Auf dem Plattenteller ist  das nicht anders. Geht nach vorne.

Gastreview für FLYER Hamburg , veröffentlicht in 05.2002

Sonntag, 12. Februar 2017

Luxury Man - Urban [Poker Flat Recordings 021 Promo]

Die Familie des von Stefan Brügesch a.k.a. Steve Bug geführten Labels Poker Flat Recordings ist um ein weiteres Mitglied und somit auch um eine weitere Veröffentlichung reicher. Der Luxury Man - mit bürgerlichem Namen Louis Botella - veröffentlicht als Katalognummer 021 des Imprints mit dem Track "Urban" und der ebenfalls aus seiner Feder stammenden Reinterpretation "Urban (Sensual Mix)" sein Poker Flat-Debut und schliesst damit perfekt an die vorangehenden Veröffentlichungen des Labels an. Die stilistische Ausrichtung ist bekannt - reduziert pumpende Housemusic höchster Qualitätmit Clubappeal, die sich vor allem an die Liebhaber kristallklarer Produktionen und warmer Grundstimmung richtet. Diesem Anspruch wird Botella mit seiner Produktion vollends gerecht und macht Lust auf die hoffentlich in Bälde erscheinende Nachfolgesingle.

Gastreview für FLYER Hamburg , veröffentlicht in 04.2002

Sonntag, 5. Februar 2017

Texta - Blickwinkel [Plattenmeister]

Seit fast zehn Jahren ist die Linzer Formation Texta schon im österreichischen HipHop-Business unterwegs, veröffentlichte 1995 auf Ducksquad Records ihre erste E.P. "Geschmeidig", spielte seitdem unzählige Gigs an der Seite von Projekten wie Fettes Brot oder den Goats und gehört zu den Urgesteinen der dortigen Szene. Mit "Blickwinkel" veröffentlicht die Crew um Laima, Flip und Skero auf Plattenmeister ihr viertes Studioalbum und verschaffen damit hoffentlich dem schon lang im Untergrund brütenden ÖsiHop den verdienten Durchbruch, da sie sich nicht - wie im HipHop üblich - auf die üblichen Klischees von Ghettomentalität und Selbstbeweihräucherung einlassen. In ihren Texten beleuchten sie sowohl das Geschehen im Biz als auch im österreichischen Alltag aus einem kritischen Blickwinkel, flowen mit Schmäh über entspannte Beats und sorgen auch bei schlechtem Aprilwetter für gute Laune.

Gastreview für FLYER Hamburg , veröffentlicht in 04.2002

Montag, 30. Januar 2017

Aquasky - Badlands / Sucker Punch *Remixes [Sonix 006 Promo]

Das inselbritische Drum'n'Bass-Trio Aquasky setzt mit der Katalognummer 006 seines hauseigenen Imprints die gewohnte Labelpolitik fort, nach welcher auf die Veröffentlichung einer 12" konsequent die Veröffentlichung einer 12" mit Remixen der Originaltracks folgt. So darf sich hier Simon 'Bassline' Smith im 'Bassline & Drumsound'-Remix an dem mit "Badlands" betitelten Track austoben. Er verleiht ihm ein hardsteppendes Drum'n'Bass-gerüst mit grossravetauglichen Signals, die vor allem bei den jüngeren Drum'n'Bass-Adepten für Begeisterung sorgen werden. Weicher, wenn auch nicht weniger steppy, gehen die Accidental Heroes in ihrer Neubearbeitung von "Sucker Punch" zu Werke und geben den Plattenreitern dieser Welt damit ein schickes Tool zum Aufbau ihrer Clubsets an die Hand, das sich in der Grundstimmung vollends in die bisherigen Veröffentlichungen des Labels einpasst.

Gastreview für FLYER Hamburg , veröffentlicht in 04.2002

Montag, 23. Januar 2017

Various Artists - The Sound Of F.Haus [Happy Music / ZYX Music]

Gar nicht mal so übel die Idee, den Sound eines speziellen Clubs (oder sollte ich lieber schreiben den speziellen Sound eines Clubs?) auch denjenigen unter den Liebhabern der elektronischen Tanzmusik zugänglich zu machen, die diese Location gar nicht oder nur vom Hörensagen kennen. Noch cleverer ist es, diese dann im Innencover einzuladen, ihr Informationsdefizit zu begleichen, indem sie dazu aufgefordert werden, den Club zu besuchen - natürlich mit genauer Angabe der Adresse, damit sich auch ja niemand verläuft. Ein - hoffentlich repräsentatives - grundsolides Tracklisting tut dann sein übriges, um eine erweiterte Besucherschar zu rekrutieren. Beste Tracks: Thomas Schumacher - "When I Rock"; Kay Cee - "Like This (Electro Mix)". Ansonsten gute bis durchschnittliche Clubtracks, die mensch durchaus mögen darf. Bis auf die "Happy Days" der Happy Gays im 'Ortega & Lorenzo Extended Mix', das schon vom Stil her nicht auf die Compilation passt und auch sonst ein wenig unangenehm auffällt, da es einfach zu kitschig wirkt. Bis auf letztgenannten Track durchaus okaye Scheibe, sofern mensch auf die progressivere Seite von House steht.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 05.1998

Mittwoch, 18. Januar 2017

Niagra - Cloudburst [Fuel Rec. / EastWest]

Value for money. In fünf Versionen und fast vierzig Minuten Spielzeit zelebriert Mike Plaw alias Niagra das, was vor einigen Jahren  einmal Trance bzw. Orchestral Trance genannt wurde und schafft es, im Gegensatz zu so manch anderen Produzenten, die magische Stimmung dieses Genres  in die heutige Zeit zu übertragen, ohne sie dabei durch überflüssige Effekthascherei zu zerstören. Im Gegenteil wirken  die von ihm benutzten Elemente wie zum Beispiel kurze Breakbeatsequenzen extrem auf die flächigen Sounds abgestimmt und fügen sich nahezu perfekt in das Klangbild ein. Um es kurz zu machen, ist "Cloudburst" geradezu dafür prädestiniert, in einem richtig schönen Morning-Set gespielt zu werden, während die Crowd der Sonne entgegentanzt.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 05.1998

Freitag, 13. Januar 2017

Marco Zaffarano - Minimalism [Masterminded For Success]

Haben wir Euch im letzten Monat noch seine neue 12" vorgestellt, haben wir nun die Ehre, das aktuelle Album des seit einiger Zeit auf MFS beheimateten Marco Zaffarano ein wenig näher unter die Lupe zu nehmen, das im Gegensatz zu seinem Vorgänger "He Was Once A Beautiful Woman" ziemlich tracky ausgefallen ist, was dem Hörvergnügen allerdings kaum Abbruch tut, da sowohl die erste CD mit neuen Tracks als auch die zweite, auf der die bekanntesten Tracks aus seiner Harthouse -Ära (1992 - 1995) noch einmal gefeatured werde, das Prädikat 'Tekkno' tragen. Minimal - was bei dem Titel auch nicht anders zu erwarten war - und hypnotisch geht es hier zu, was wohl so manchem Nachwuchsraver Kopfzerbrechen bereiten dürfte, aber dafür die - nennen wir sie mal die erfahreneren - Partygänger umso mehr ansprechen wird, denn einprägsame Happy-Melodien sind nicht die Voraussetzung für eine gute Abfahrt, sondern, wie in diesem Fall, teil sehr rohe, kalte und maschinell klingende Soundscapes, die nur von ihrer eigenen Power leben. Perfektes Heilmittel für die, die immer noch daran glauben, das die Welt ausserhalb ihrer eigenen vier Wände warm und freundlich ist. Ist sie nämlich nicht, obwohl uns einige der Oldskool-Tracks auf CD2 manchmal genau das glauben machen wollen. 

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 05.1998

Samstag, 7. Januar 2017

DJ Hitch Hiker - Brainticket [Velvet Vibe Rec. 001]

Nachdem die Originalversion von Ramin's "Brainticket" vor Kurzem auf Fresh Flavour rereleased wurde, vergreift sich nun DJ Hitch Hiker an der wunderschönen Melodie dieser absoluten Hymne, um auf deren Basis eine 12" zu veröffentlichen, die dem Original Respekt zollen soll. Schafft sie aber nicht. Obwohl die drei Versionen sehr wohl dazu geeignet sind, die Tanzflächen nicht leer werden zu lassen, kommt meiner Ansicht nach die richtige Partystimmung nicht unbedingt auf, was sich bei entsprechender Lautstärke, die im Keller des Rezensenten leider nicht zu realisieren ist, aber ändern könnte. Die beste der drei Interpretationen ist der 'Hitch Hiker & Dumondt Mix, der sich nach ca. 3-4 Minuten aufgrund der netten Breaks sogar zu einem richtig treibenden Stück Musik entwickelt, was die gesamte Platte aber auch nicht über den Status einen durchschnittlichen DJ-Tools heraushebt. Wenn ihr irgendwo die Möglichkeit habt, euch das Original noch zu besorgen, dann gebt lieber ein paar Mark mehr aus, anstatt euch mit einem Fake zufrieden zu geben.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 05.1998

Sonntag, 1. Januar 2017

Various Artists - Progressive X-Plosion Vol. 2 [EDM Music Productions / Indigo]

Schon die "Hardtrance X-Plosion"-Reihe ist beim Feiervolk wie eine Bombe eingeschlagen und da die Leute im Hause EDM einen guten Riecher für Verkaufserfolge haben, geht jetzt auch die "Progressive X-Plosion" in die zweite Fortsetzung. Auf einer Doppel-CD geben sich DJ Mellow-D und Hitch-Hiker die Ehre, jeweils einen Live Turntable Mix abzuliefern, eine Tatsache, die in einer Zeit, in der harddiscrecordete Compilations den Markt überschwemmen, als sehr lobenswert zu bezeichnen ist. DJ Mellow-D hat sich, seinem Set nach zu urteilen, momentan dem uplifting Clubsound verschrieben und widmet sich unter anderem dem in England immer noch hippen und in Deutschland immer beliebter werdenden SpeedGarage, ohne jedoch seine Roots als Hardtrance- und Progressive House-DJ zu verleugnen und lässt (oh Wunder!) auch schon mal ein wenig elektroide oder breakige Klänge durchschimmern, während Hitch-Hiker in seinem Mix ein wenig verspulteres Zeugs auf seine Plattenteller legt. "Walking Saw" von Patrick Lindsey & Coby Johnson bildet einen furiosen Auftakt für ein Set, das sich sehr positiv von dem unterscheidet, was sonst unter dem Banner von Progressive (House) unter die Leute gebracht wird, zumal Hitch-Hiker hier mit Ausnahme von Novy vs. Eniac's "Superstar" im 'Jason Nevin's Live Peep Show Mix' auf gängiges Chartmaterial verzichtet.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 05.1998

Montag, 26. Dezember 2016

Dee.FX - Overcraft [Fresh Flavour 009 / Logic Rec.]

Aus irgendeinem unerfindlichen Grunde ist diese Platte im letzten Monat beim Rezensieren unter den Tisch gefallen, was eigentlich ein ziemlicher Frevel ist, denn sie der Leserschaft vorzuenthalten wäre einfach nicht fair. Auch sie gibt mir, wie auch die im letzten Monat besprochenen Fresh Flavour-Scheiben, den Glauben an Trance zurück. "Overcraft" auf der Labelside beginnt ziemlich hypnotisch und hält diese Stimmung auch, um dann nach dem Break im letzten Drittel zu einem ziemlich verspaceten Psycho-Trance-Track zu mutieren, ohne in wirres Geschraube zu verfallen, da die grundlegende Struktur immer erkennbar bleibt. "Oxy-Toxy" auf der Flipside hat dem hingegen nicht sonderlich viel entgegenzusetzen, ist aber trotzdem nicht schlecht, wobei vor allem die schleppenden Beatstrukturen während des Breaks hervorzuheben sind. Kaufen wegen "Overcraft" und "Oxy-Toxy" dann als DJ-Tool einsetzen, da es die Leute garantiert nicht vom Dancefloor vertreibt.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 05.1998

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Various Artists - Electric Cafe: A Selection Of Modern Breaks & Beats [Electric Cafe]

Endlich mal eine Compilation, deren Titel es genau auf den Punkt bringt, denn nicht mehr und auch nicht weniger haben Florian Wendlandt und Marcel Peithmann innerhalb eines Jahres zusammengetragen, um es auf der Katalognummer 001 ihres eigenen Imprints zu veröffentlichen, dass ausschliesslich aus Hannover stammenden Artists als Plattform dienen soll, was das Ganze noch umso sympathischer macht, da Hannover ja bisher nicht als Hochburg der gebrochenen Beats bekannt war. Aber auch hier wird produziert was das Zeug hält, von hartem Drum'n'Bass über TripHop bis hin zu Instrumental HipHop deckt diese CD ein sehr weites Spektrum richtig guter Tracks ab, von denen einen herauszuheben die anderen zu vernachlässigen hiesse und deshalb gibt es einfach nur die Empfehlung, sich dieses Teil zuzulegen, auch trotz oder gerade wegen der Tatsache, dass keine grossen Namen auf dem Cover stehen, sondern alle darauf vertretenen Künstler wirkliche Underground-Aktivisten sind. Unter anderem sind dabei: Futureboi, Don Q. Geheimwaffe, E+ und Walking Endustries, die im Moment auch an einem Vocal-Album herumbasteln.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 05.1998

Freitag, 16. Dezember 2016

Funkjunkeez - Got Funk? [Strictly Rhythm / Motor]

Das Fragezeichen hinter dem Wort 'Funk' hat meiner Meinung nach durchaus seine Berechtigung, denn um wirklich funky zu sein, ist dieser Track um mindestens zehn beats per minute zu schnell, aber das tut der Wirkung kaum Abbruch. Uptempo-Disco-House im nicht erst seit DJ Sneak so beliebten CutUp-Style ist  angesagt, was in den Clubs garantiert für gefüllte Tanzflächen und beste Partystimmung sorgen wird. Vor allem die Bassline ist es, die sich ohrwurmartig in den Gehörgängen der Nachtschwärmer einnisten wird, da sie nun wirklich der absolute Burner ist. Wenn mir jetzt doch nur jemand sagen könnte, aus welchem alten Stück sie entliehen ist, würde ich doch glatt zum nächsten Gebrauchtplattendealer rennen, um das Original in meine Plattensammlung einreihen zu können, denn jenes muss ziemlich essentiell gewesen sein, sonst würde es mir wahrscheinlich jetzt nicht so gefallen. Gleich sechs Versionen dieses Tracks gibt diese Maxi-CD her, von denen einzig der 'Bass From Outta Space Dub' die anderen Mixes durch sein experimentelles Intro (nomen est omen) und seine generelle Andersartigkeit  zwar nicht um Längen, aber doch um einiges hinter sich zurückbleiben lässt.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 05.1998

Samstag, 3. Dezember 2016

Rip Van Hippy - Waking Up Is Hard To Do [Bochumer Ton Manufaktur]

'Was ist das denn? Interessant, noch nie gehört...', so schoss es mir beim ersten Durchskippen dieses Albums durch den Kopf und beim endgültigen Hören kam ich aus dem Staunen überhaupt nicht mehr heraus, den Geoffrey Hales alias Rip Van Hippy muss absolut irre im Kopf sein. Schamlos und fröhlich vermischt er hier Psytrance, Weltmusik und Surfrock, gibt je nach Belieben andere Musikstile in kleinen und grösseren Häppchen dazu und würzt das Ganze mit einem gehörigen Schuss schrägen Humors. Heraus kommt ein witzig-vertripptes Album für die Freunde des her schräg-experimentellen Soundz, während mehr chartorientierte Hörer und Progressive House-Phreakz besser die Finger davon lassen sollten.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 04.1998

Sonntag, 27. November 2016

Marco Zaffarano - Screamer [Masterminded For Success]

Marco  Zaffarano müsste eigentlich jedem, der sich ernsthaft mit elektronischer Muzique befasst, und das tun wir ja schliesslich alle, ein Begriff sein. Schon seit einer Ewigkeit dabei, schafft er es mit jeder neuen Veröffentlichung, die Menschen dieser Welt auf die Tanzböden zu locken. So auch mit "Screamer", dem Appetizer zur kommenden Doppel-CD "Minimalism". Ein extrem hypnotischer Track, der seine Wirkung über die volle Länge von 8 Minuten entfaltet und wieder einmal beweist, das Trance nicht unbedingt etwas mit Flächen zu tun haben muss. Der B-Seiten Track "MZ 5" wurde schon in 1992 als limitiertes 1000er Vinyl auf Harthouse veröffentlicht und schraubt sich mit seinen modulierten Sägezahnfrequencen richtig tief in meine Gehirnwindungen hinein. Schööön...

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 04.1998