Montag, 23. Januar 2017

Various Artists - The Sound Of F.Haus [Happy Music / ZYX Music]

Gar nicht mal so übel die Idee, den Sound eines speziellen Clubs (oder sollte ich lieber schreiben den speziellen Sound eines Clubs?) auch denjenigen unter den Liebhabern der elektronischen Tanzmusik zugänglich zu machen, die diese Location gar nicht oder nur vom Hörensagen kennen. Noch cleverer ist es, diese dann im Innencover einzuladen, ihr Informationsdefizit zu begleichen, indem sie dazu aufgefordert werden, den Club zu besuchen - natürlich mit genauer Angabe der Adresse, damit sich auch ja niemand verläuft. Ein - hoffentlich repräsentatives - grundsolides Tracklisting tut dann sein übriges, um eine erweiterte Besucherschar zu rekrutieren. Beste Tracks: Thomas Schumacher - "When I Rock"; Kay Cee - "Like This (Electro Mix)". Ansonsten gute bis durchschnittliche Clubtracks, die mensch durchaus mögen darf. Bis auf die "Happy Days" der Happy Gays im 'Ortega & Lorenzo Extended Mix', das schon vom Stil her nicht auf die Compilation passt und auch sonst ein wenig unangenehm auffällt, da es einfach zu kitschig wirkt. Bis auf letztgenannten Track durchaus okaye Scheibe, sofern mensch auf die progressivere Seite von House steht.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 05.1998

Mittwoch, 18. Januar 2017

Niagra - Cloudburst [Fuel Rec. / EastWest]

Value for money. In fünf Versionen und fast vierzig Minuten Spielzeit zelebriert Mike Plaw alias Niagra das, was vor einigen Jahren  einmal Trance bzw. Orchestral Trance genannt wurde und schafft es, im Gegensatz zu so manch anderen Produzenten, die magische Stimmung dieses Genres  in die heutige Zeit zu übertragen, ohne sie dabei durch überflüssige Effekthascherei zu zerstören. Im Gegenteil wirken  die von ihm benutzten Elemente wie zum Beispiel kurze Breakbeatsequenzen extrem auf die flächigen Sounds abgestimmt und fügen sich nahezu perfekt in das Klangbild ein. Um es kurz zu machen, ist "Cloudburst" geradezu dafür prädestiniert, in einem richtig schönen Morning-Set gespielt zu werden, während die Crowd der Sonne entgegentanzt.

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Freitag, 13. Januar 2017

Marco Zaffarano - Minimalism [Masterminded For Success]

Haben wir Euch im letzten Monat noch seine neue 12" vorgestellt, haben wir nun die Ehre, das aktuelle Album des seit einiger Zeit auf MFS beheimateten Marco Zaffarano ein wenig näher unter die Lupe zu nehmen, das im Gegensatz zu seinem Vorgänger "He Was Once A Beautiful Woman" ziemlich tracky ausgefallen ist, was dem Hörvergnügen allerdings kaum Abbruch tut, da sowohl die erste CD mit neuen Tracks als auch die zweite, auf der die bekanntesten Tracks aus seiner Harthouse -Ära (1992 - 1995) noch einmal gefeatured werde, das Prädikat 'Tekkno' tragen. Minimal - was bei dem Titel auch nicht anders zu erwarten war - und hypnotisch geht es hier zu, was wohl so manchem Nachwuchsraver Kopfzerbrechen bereiten dürfte, aber dafür die - nennen wir sie mal die erfahreneren - Partygänger umso mehr ansprechen wird, denn einprägsame Happy-Melodien sind nicht die Voraussetzung für eine gute Abfahrt, sondern, wie in diesem Fall, teil sehr rohe, kalte und maschinell klingende Soundscapes, die nur von ihrer eigenen Power leben. Perfektes Heilmittel für die, die immer noch daran glauben, das die Welt ausserhalb ihrer eigenen vier Wände warm und freundlich ist. Ist sie nämlich nicht, obwohl uns einige der Oldskool-Tracks auf CD2 manchmal genau das glauben machen wollen. 

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Samstag, 7. Januar 2017

DJ Hitch Hiker - Brainticket [Velvet Vibe Rec. 001]

Nachdem die Originalversion von Ramin's "Brainticket" vor Kurzem auf Fresh Flavour rereleased wurde, vergreift sich nun DJ Hitch Hiker an der wunderschönen Melodie dieser absoluten Hymne, um auf deren Basis eine 12" zu veröffentlichen, die dem Original Respekt zollen soll. Schafft sie aber nicht. Obwohl die drei Versionen sehr wohl dazu geeignet sind, die Tanzflächen nicht leer werden zu lassen, kommt meiner Ansicht nach die richtige Partystimmung nicht unbedingt auf, was sich bei entsprechender Lautstärke, die im Keller des Rezensenten leider nicht zu realisieren ist, aber ändern könnte. Die beste der drei Interpretationen ist der 'Hitch Hiker & Dumondt Mix, der sich nach ca. 3-4 Minuten aufgrund der netten Breaks sogar zu einem richtig treibenden Stück Musik entwickelt, was die gesamte Platte aber auch nicht über den Status einen durchschnittlichen DJ-Tools heraushebt. Wenn ihr irgendwo die Möglichkeit habt, euch das Original noch zu besorgen, dann gebt lieber ein paar Mark mehr aus, anstatt euch mit einem Fake zufrieden zu geben.

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Sonntag, 1. Januar 2017

Various Artists - Progressive X-Plosion Vol. 2 [EDM Music Productions / Indigo]

Schon die "Hardtrance X-Plosion"-Reihe ist beim Feiervolk wie eine Bombe eingeschlagen und da die Leute im Hause EDM einen guten Riecher für Verkaufserfolge haben, geht jetzt auch die "Progressive X-Plosion" in die zweite Fortsetzung. Auf einer Doppel-CD geben sich DJ Mellow-D und Hitch-Hiker die Ehre, jeweils einen Live Turntable Mix abzuliefern, eine Tatsache, die in einer Zeit, in der harddiscrecordete Compilations den Markt überschwemmen, als sehr lobenswert zu bezeichnen ist. DJ Mellow-D hat sich, seinem Set nach zu urteilen, momentan dem uplifting Clubsound verschrieben und widmet sich unter anderem dem in England immer noch hippen und in Deutschland immer beliebter werdenden SpeedGarage, ohne jedoch seine Roots als Hardtrance- und Progressive House-DJ zu verleugnen und lässt (oh Wunder!) auch schon mal ein wenig elektroide oder breakige Klänge durchschimmern, während Hitch-Hiker in seinem Mix ein wenig verspulteres Zeugs auf seine Plattenteller legt. "Walking Saw" von Patrick Lindsey & Coby Johnson bildet einen furiosen Auftakt für ein Set, das sich sehr positiv von dem unterscheidet, was sonst unter dem Banner von Progressive (House) unter die Leute gebracht wird, zumal Hitch-Hiker hier mit Ausnahme von Novy vs. Eniac's "Superstar" im 'Jason Nevin's Live Peep Show Mix' auf gängiges Chartmaterial verzichtet.

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Montag, 26. Dezember 2016

Dee.FX - Overcraft [Fresh Flavour 009 / Logic Rec.]

Aus irgendeinem unerfindlichen Grunde ist diese Platte im letzten Monat beim Rezensieren unter den Tisch gefallen, was eigentlich ein ziemlicher Frevel ist, denn sie der Leserschaft vorzuenthalten wäre einfach nicht fair. Auch sie gibt mir, wie auch die im letzten Monat besprochenen Fresh Flavour-Scheiben, den Glauben an Trance zurück. "Overcraft" auf der Labelside beginnt ziemlich hypnotisch und hält diese Stimmung auch, um dann nach dem Break im letzten Drittel zu einem ziemlich verspaceten Psycho-Trance-Track zu mutieren, ohne in wirres Geschraube zu verfallen, da die grundlegende Struktur immer erkennbar bleibt. "Oxy-Toxy" auf der Flipside hat dem hingegen nicht sonderlich viel entgegenzusetzen, ist aber trotzdem nicht schlecht, wobei vor allem die schleppenden Beatstrukturen während des Breaks hervorzuheben sind. Kaufen wegen "Overcraft" und "Oxy-Toxy" dann als DJ-Tool einsetzen, da es die Leute garantiert nicht vom Dancefloor vertreibt.

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Mittwoch, 21. Dezember 2016

Various Artists - Electric Cafe: A Selection Of Modern Breaks & Beats [Electric Cafe]

Endlich mal eine Compilation, deren Titel es genau auf den Punkt bringt, denn nicht mehr und auch nicht weniger haben Florian Wendlandt und Marcel Peithmann innerhalb eines Jahres zusammengetragen, um es auf der Katalognummer 001 ihres eigenen Imprints zu veröffentlichen, dass ausschliesslich aus Hannover stammenden Artists als Plattform dienen soll, was das Ganze noch umso sympathischer macht, da Hannover ja bisher nicht als Hochburg der gebrochenen Beats bekannt war. Aber auch hier wird produziert was das Zeug hält, von hartem Drum'n'Bass über TripHop bis hin zu Instrumental HipHop deckt diese CD ein sehr weites Spektrum richtig guter Tracks ab, von denen einen herauszuheben die anderen zu vernachlässigen hiesse und deshalb gibt es einfach nur die Empfehlung, sich dieses Teil zuzulegen, auch trotz oder gerade wegen der Tatsache, dass keine grossen Namen auf dem Cover stehen, sondern alle darauf vertretenen Künstler wirkliche Underground-Aktivisten sind. Unter anderem sind dabei: Futureboi, Don Q. Geheimwaffe, E+ und Walking Endustries, die im Moment auch an einem Vocal-Album herumbasteln.

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Freitag, 16. Dezember 2016

Funkjunkeez - Got Funk? [Strictly Rhythm / Motor]

Das Fragezeichen hinter dem Wort 'Funk' hat meiner Meinung nach durchaus seine Berechtigung, denn um wirklich funky zu sein, ist dieser Track um mindestens zehn beats per minute zu schnell, aber das tut der Wirkung kaum Abbruch. Uptempo-Disco-House im nicht erst seit DJ Sneak so beliebten CutUp-Style ist  angesagt, was in den Clubs garantiert für gefüllte Tanzflächen und beste Partystimmung sorgen wird. Vor allem die Bassline ist es, die sich ohrwurmartig in den Gehörgängen der Nachtschwärmer einnisten wird, da sie nun wirklich der absolute Burner ist. Wenn mir jetzt doch nur jemand sagen könnte, aus welchem alten Stück sie entliehen ist, würde ich doch glatt zum nächsten Gebrauchtplattendealer rennen, um das Original in meine Plattensammlung einreihen zu können, denn jenes muss ziemlich essentiell gewesen sein, sonst würde es mir wahrscheinlich jetzt nicht so gefallen. Gleich sechs Versionen dieses Tracks gibt diese Maxi-CD her, von denen einzig der 'Bass From Outta Space Dub' die anderen Mixes durch sein experimentelles Intro (nomen est omen) und seine generelle Andersartigkeit  zwar nicht um Längen, aber doch um einiges hinter sich zurückbleiben lässt.

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Samstag, 3. Dezember 2016

Rip Van Hippy - Waking Up Is Hard To Do [Bochumer Ton Manufaktur]

'Was ist das denn? Interessant, noch nie gehört...', so schoss es mir beim ersten Durchskippen dieses Albums durch den Kopf und beim endgültigen Hören kam ich aus dem Staunen überhaupt nicht mehr heraus, den Geoffrey Hales alias Rip Van Hippy muss absolut irre im Kopf sein. Schamlos und fröhlich vermischt er hier Psytrance, Weltmusik und Surfrock, gibt je nach Belieben andere Musikstile in kleinen und grösseren Häppchen dazu und würzt das Ganze mit einem gehörigen Schuss schrägen Humors. Heraus kommt ein witzig-vertripptes Album für die Freunde des her schräg-experimentellen Soundz, während mehr chartorientierte Hörer und Progressive House-Phreakz besser die Finger davon lassen sollten.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 04.1998

Sonntag, 27. November 2016

Marco Zaffarano - Screamer [Masterminded For Success]

Marco  Zaffarano müsste eigentlich jedem, der sich ernsthaft mit elektronischer Muzique befasst, und das tun wir ja schliesslich alle, ein Begriff sein. Schon seit einer Ewigkeit dabei, schafft er es mit jeder neuen Veröffentlichung, die Menschen dieser Welt auf die Tanzböden zu locken. So auch mit "Screamer", dem Appetizer zur kommenden Doppel-CD "Minimalism". Ein extrem hypnotischer Track, der seine Wirkung über die volle Länge von 8 Minuten entfaltet und wieder einmal beweist, das Trance nicht unbedingt etwas mit Flächen zu tun haben muss. Der B-Seiten Track "MZ 5" wurde schon in 1992 als limitiertes 1000er Vinyl auf Harthouse veröffentlicht und schraubt sich mit seinen modulierten Sägezahnfrequencen richtig tief in meine Gehirnwindungen hinein. Schööön...

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Mittwoch, 23. November 2016

The Crystal Method - Vegas [MCA Rec.]

Beim Hören des aktuellen Albums von The Crystal Method wurde mir bewusst, warum die biggen Beatz jenseits des grossen Teiches momentan so angesagt sind. Weit entfernt von der Sampling Madness ihrer europäischen Mitstreiter produzieren die beiden Jungs aus der Stadt des Glückspiels die athmosphärischte Muzaq, die mir seit langem untergekommen ist. 10 hochenergetische Trax, die trotz ihrer gewaltigen Power bei jedem Hören wieder eine Gänsehaut verursachen können. Vielleicht würden Prodigy heute so klingen, wenn ihnen nicht irgendwann der Punk in die Quere gekommen wäre. Whatever... this is advanced breakbeat 4 tha next millenium.

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Mittwoch, 16. November 2016

Tanith plus Blind Passengers - Kick My Soul [Timing Rec.]

Timing die Neunte  und wieder ist es ein Burner. Dieses Berliner Label wird wirklich von Veröffentlichung zu Veröffentlichung interessanter. Diesmal rockt Tanith zusammen mit den Blind Passengers das Haus und zwar im wahrsten Sinne des Wirtes, denn diese Fusion aus Breakbeat und Rockelementen tritt dir ganz gewaltig in den Arsch. Während der Tanith'sche 'Antisoul Mix' noch (in Anführungszeichen) relativ entspannt und gemütlich daherkommt, kann sich der geneigte Rezensent im 'Instrumental Mix' der Blind Passengers vor bratzenden Gitarren und wilden Effekten kaum noch retten. Von dieser 12" sollten sich die meisten TechRock-Produca mal 'ne ganz grosse Scheibe abschneiden, dann gibt's auch mehr gute Musik auf dieser Welt.

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Samstag, 12. November 2016

Nalin & Kane - Talkin About *Remixes [Superfly Rec. / Urban Tracks]

Während "Talkin' About", die Nachfolgesingle zu "Beachball", noch auf sämtlichen Radiostationen und Musiksendern in der Heavy Rotation läuft, schieben Nalin & Kane jetzt die Remixmaxi des wohl penetrantesten Ohrwurmtracks (ob mensch nun wollte oder nicht, der Gesang der Amerikanerin Pantera Saint-Montaine setzte sich in jedem Gehörgang fest) hinterher. Drei ziemlich gleich klingende Rhythm & Soul-Mixe sollen wohl eher die Black Music-Fraktion ansprechen, Terry Lee Brown Jr. bastelt einen Hybriden aus House und Trance, der auch nicht so recht überzuegen mag, während der Van Bellen Remix es von der trancigen Seite angeht, was ab Minute 2:30 (sprich: ohne das überladene Intro) und ohne Vocals sogar ganz gut klingen könnte, was auch für den Remix von Resistance D. gilt. Insgesamt gesehen ist diese Veröffentlichung relativ überflüssig, wird sich aber dennoch wie geschnitten Brot verkaufen. Was ist bloss mit dieser Welt?

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Dienstag, 8. November 2016

Exit 101 [Fresh Flavour 008]

Es gibt noch guten Trance auf dieser Welt, der, ganz im Sinne der alten Schule, ohne jegliche Trommelwirbel und hands-in-the-air-Effekte auskommt, sondern einfach durch seinen hypnotischen Groove und den sich immer weiter steigernden Aufbau überzeugt. Um ehrlich zu sein hatte ich dieses Genre schon fast verloren geglaubt, aber wenn diese drei Trax ein Revival des Frankfurt-Oldskool-Style einläuten, wäre ich glücklich und einige andere mit mir wahrscheinlich auch. Sobald ihr bei eurem Vinyldealer über diese Platte stolpert, kauft sie und sucht am besten im Backstock noch gleich nach Violet Force "Planet E" und Cosmic Baby "Heavens Tears".

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Donnerstag, 3. November 2016

Ramin - Brainticket '98 [Fresh Flavour 010]

Take a trip into the inner spheres of your mind, fasten your seatbelts and get ready for lift-off. Da hat das Logic-Sublabel Fresh Flavour ja tief in die Nostalgiekiste gegriffen, um mit Ramin's "Brainticket" einen der schönsten Trancetrax der letzten Jahre wieder auszugraben. Der Originaltrack hat denn auch bis heute nichts von seiner Magie und seinem Wohlklang verloren, deswegen wohl auch wieder auf der A-Seite des Vinyls zu finden, während Der Dritte Raum und Ramin selbst (im ' '98 TKT RMX') versuchen, dem Ganzen ein wenig mehr Ruffnezz zu verleihen, was aber angesichts des Originaltrackz doch eher schwach klingt. Aus Nostalgiegründen sollte diese 12" aber dennoch den Weg in eure Plattenkisten finden, um euren Enkeln später einmal die Frage, was ihr denn früher so gehört habt, anhand eines guten Beispiels beantworten zu können.

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Samstag, 29. Oktober 2016

Sandman - Witchcraft [Matsuri Productions]

Wer hat eigentlich das Gerücht  in die Welt gesetzt, Trance aus Israel sei Weichspülersound? Zumindest die neue Sandman-CD auf Matsuri belehrt uns da eines Besseren. 8 sehr tiefe, mystische Soundscapes, die, obwohl ihre Verwandtschaft zu Psytrance offensichtlich ist, doch eher dem Genre Psykedelik Tekno zugeordnet werden müssen, da die verwendeten Soundz (vor allem in "Perfect Stranger") teilweise sehr an die Oldskool-Tekkno-Ästhetik von Force Legato, Ursula Hybsch ("Something for your mind, your body and your soul", dieses Sample wird auch heute noch gern verwendet), Bit-Max oder Scrot erinnern. Für Menschen, die verspulte Musik mögen, genau das richtige Geschenk zu Ostern. Für alle anderen auch.

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Dienstag, 25. Oktober 2016

Various Artists - Universal Club Tracks Volume 2 [Universal]

File under: Incredibly Strange Music. Hier trifft Jazz auf Cheesy Listening auf TripHop auf Rap auf House; Sofa Surfers auf Rakim, Planet E auf Bush. Eine seltsame gute Zusammenwürflung seltsamer Musiq für Menschen, die gerne Genregrenzen sprengen, ohne Crossover zu mögen. Das hier ist viel subtiler und findet irgendwo im Niemandsland zwischen Kopf und Bauch statt. Nur wirft sich wieder einmal die Frage auf, wer sich denn die Titel für solche Compilations ausdenkt, denn erstens ist dieser hier nicht originell und zweitens sind die meisten der 16  Trax nicht unbedingt clubtauglich, aber dennoch genial. Kaufen. Unbedingt.

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Donnerstag, 20. Oktober 2016

Sub-D - EXaspririn [MFS / Rough Trade]

Was für ein Name, was für ein Cover. Diesmal gibt's keine Kritik, sondern ein Zitat des Beipackzettels: 'EXaspirin hat eine besondere Wirkung auf die Psyche: Minderung motorischer Störungen, Verhindern von Muskelzittern, Reduzierung des Schmerzempfindens, Stärkung des Vertrauens und Selbstvertrauens, emotionale Entspannung, Ablenkung und Tagträume, Verstärkung des halluzinogenen, psychedelischen und Psychopharmakagebrauchs." Mehr brauche ich wohl nicht zu sagen. Ambient Muzaq at its best.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 03.1998

Sonntag, 16. Oktober 2016

Various Artists - Pottheadz [Bochumer Ton Manufaktur / Sha Ka Ree]

In eine musikalisch ähnliche Kerbe schlägt auch die Pottheadz-Compi von Sha Ka Ree; auch hier wird der Floor gerockt wie nix Gutes, nur ist die stilistische Bandbreite diesmal grösser. TripHop, Elektro & Drum'n'Bass, von jazzy bis pumpend zu hart. Im Prinzip eine perfekte CD, von allem etwas und alles ist gut. Sowohl für Einsteiger geeignet, die sich einen Überblick über die Szene verschaffen wollen, als auch für alte Hasen auf der Suche nach den Stücken, die in ihrem Lieblingsclub rauf und runter gespielt werden, derer sie aber nie habhaft werden konnten.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 03.1998

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Various Artists - Electric Grooves [Irma]

Auch wenn Italien nicht unbedingt der Brennpunkt der TripHop-Bewegung zu sein scheint, beweist uns diese CD-Compilation aus dem Land der Mafiatorten und 30cm-Nudeln, dass es hier einige recht umtriebige Produca gibt. Diese sind in ihren Beatz und Arrangements jedoch wesentlich mehr in HipHop und Jazz verwurzelt als die Abstraktbeatfrickler des restlichen Kontinents, sodass hier erdverbundene und vor allem arschkickende Grooves die Oberhand haben. Alles xtrem tanzkompatibel und es würde mich nicht wundern, Loite dazu breaken zu sehen. Anspieltip: Voodoo Phunk "Don't Panic (DJ Sensei Mix)"

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 03.1998