Sonntag, 24. März 2019

DJ K1 - Krumble Style [Jungle Therapy]

Und es rollt und rollt und rollt und hört gar nicht mehr auf damit. DJ K1, nichts zu verwechseln mit dem gleichlautenden Pseudonym des Detroiter Electroheroen Keith Tucker, erweist sich der alten junglistischen Schule die Ehre, arbeitet mit gechoppten Amenbreaks, hardsteppenden Beats und fast JumpUp-mässigen Bässen, vergisst dabei jedoch nicht, das sein Ziel eigentlich Darkjungle hiess und rockt damit fast jeden Tanzflur. In diesem Sinne: "My style is the craziest..."


5/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 08/2002

Montag, 18. März 2019

Jeff Bock - New Kids On The Bock [Therapy 02]

Das macht doch Spass. Der dem Rezensenten bisher unbekannte Produzent Jeff Bock bezieht sich mit der Namesgebung des Titeltracks auf die allererste Boygroup der Welt, obwohl seine Musik wirklich nicht einmal ansatzweise mit dieser in Verbindung bringen lässt. Futuristische Darkjunglebreaks lassen die ursprüngliche Tunnelvision im Drum'n'Bass wieder aufleben und versetzen den Konsumenten in eine endzeitliche HighTech-Welt,  in der das Böse immer siegt. Absolute Pflichtscheibe, die jedoch nur in wirklich gutsortierten Recordstores zu finden sein wird, da sie bisher nur über einen französischen Vertrieb den Weg nach Deutschland findet.


6/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 08/2002

Dienstag, 12. März 2019

[Face Off 004]

Speedgarage? Was war das denn noch? Richtig, die Kombination aus hochgepitchter klassischer Housemusic und abgrundtiefen Junglebässen. Der erste Track dieses unbeschrifteten Whitelabels macht dieser Beschreibung alle Ehre und läutet hoffentlich das Comeback dieses zu Unrecht vernachlässigten Styles ein, während sich die beiden anderen Tracks eher auf die Strukturen von Breakbeat-Garage der etwas härteren Gangart beziehen. Immer wieder gern gespielt.


4/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 08/2002

Donnerstag, 7. März 2019

Psychick Warriors Ov Gaia - Kind Of Prayer [Terminal Antwerp]

Welch eine Freude seit langen Jahren des Wartens endlich wieder einen Tonträger aus der Soundschmiede der Psychik Warriors Ov Gaia in den Händen zu halten, dem Projekt, das sowohl die Tranceszene als auch die Vertreter des minimal groovenden Techno mit ihren endlosen Soundskulpturen zu einer Zeit nachhaltig beeinflusst hat, als die halbe Welt noch auf diggididigeddi-Hardtrance abfeierte. Seit der 1995er Veröffentlichung "Record Of Breaks" scheint sich im Hause der PWOG nichts verändert zu haben, immer noch schweben die Tracks - hier unter anderem von Michael Mayer geremixt - in einer völlig eigenen, fluid erscheinenden Welt, abgehoben von allem Irdischen und jenseits einer physischen Greifbarkeit. File under: Outstanding Armchair Techno.

6/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 08/2002

Samstag, 2. März 2019

Tokyo Windbag [Control Tower 04]

Und noch eine Exkursion ins Land der ultraverzerrten Breakbeats auf 7"-Basis. Verpackt in ein kunstvoll handbemaltes Cover präsentiert sich "Subway Lung" auf der A-Seite mit etwas Phantasie als runtergepitchter Drum'n'Bass mit verzerrten, an durchgeknallte Japaner erinnernden Voicesamples. "Gak-Klot" hingegen ist irgendwie verspielter Elektro mit - natürlich - 80er-Einfluss, wirkt jedoch durch ebenfalls eingestreute Voicesamples gleicher Coleur und getrashte Beats für normalsterbliche Ohren ein wenig merkwürdig. Ich mag das...

4/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 06/2002

Donnerstag, 21. Februar 2019

C.J.D. Ratborg Viper Breaks [CJD 01]

Schicker Battlestuff für alle DJ's mit Hang zum HipHop und wahlweise auch Unhappy Hardcore. Der kongeniale DJ Hellfish (u.a. of Hellfish & Producer-fame) präsentiert uns auf voller LP-Länge eine Auswahl aus seinen selbstgebastelten Lieblingsbreaks, die sich als Versatzstücke reihenweise in seinen Tracks wiederfinden. Samplefutter ohne Ende und auch beim Auflegen verfehlen die kurzen Cuts nicht ihre Wirkung.

4/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 06/2002

Samstag, 16. Februar 2019

Ekkehard Ehlers plays Hubert Fichte [Staubgold]

Ekkehard Ehlers - mittlerweile einer meiner persönlichen Favoriten im Bereich experimenteller Musik - interpretiert auf voller LP-Länge den Schriftsteller Hubert Fichte, der nicht nur ihn sondern laut Klappentext auch Thomas Meinecke mit seinen Inveterviews aus dem Hamburger Palais d'Amour und anderen Erzählungen prägte. Umgesetzt mit der Ästhetik von Field Recordings und collagenhaft überlagernden Sounds gibt es definitive Bezüge zum Jazz, Kneipen mit Livemusik und freier Improvisation. Zurücklehnen, zuhören, geniessen.

6/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 06/2002

Montag, 11. Februar 2019

Andrea Parker feat. DJ Godfather & DJ Assault - Freaky Bitches [Touchin Bass 001]

Eine unerwartete Koalition findet auf der ersten 12Inch des Touchin Bass-Imprints statt und hilft vielleicht, den immer noch tobenden Grabenkrieg zwischen dem Miami Bass-Lager und den Vertretern des TechnoBass detroit'scher Prägung beizulegen. Andrea Parker schafft es zumindest, die beiden bekanntesten Protagonisten an einen Tisch zu holen und mit ihnen zusammen ein düster elektroides Bassmonster zu erschaffen, das jede Boombox vor eine kaum zu bewältigende Aufgabe stellt. Check your bassbins I'm tellin' ya...

4/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 05/2001

Mittwoch, 6. Februar 2019

Plus Bas Que Terre [Cavage 08]

Das französische Cavage-Imprint präsentiert sich auf Katalognummer 08 mit einer Compilation von Tracks aus der Feder von Saoulaterre, DX Media, Gamabay, Gorki Plubakter und anderen vorwiegend französischen Acts, denen vor allem der Hang zur Zerstörung gemein ist. Stellenweise arg noisy kommen hier sowohl Breakcore-Adepten als auch Rhythm Industrial-Heads mit Vorliebe für Ant-Zen-Platten und Speedhallfetischisten voll zum Zuge. Arg an der Grenze zum Wahnsinn und nichts für gemütliche Nachmittage...

5/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 06/2002

Donnerstag, 31. Januar 2019

Public Information Film - Here And Now / No Go [Lino 24]

Wieder Futter im 7"-Format für all diejenigen, die nicht genug von verzerrt-noisigen Breakbeats im Downtempobereich bekommen können. Die A-Side "Here And Now" schleppt sich unter Zuhilfenahme von nervenzerrenden Sounds auf HipHop-Geschwindigkeit dahin und lässt instrumentalen Raum für mutige Freestyle-MC's. Die remixartige B-Seite hingegen arbeitet mit dem gleichen Grundstoff an Sounds, bewegt sich jedoch schon fast in BigBeat-Gefilden.

4/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 06/2002

Samstag, 26. Januar 2019

E-Sassin / Chimera - Nightstalker / Neolights [Phunckateck]

Endlich mal wieder eine 12" auf Phunckateck, die dem progressiven Potential des amerikanischen Labels auch wirklich entspricht. E-Sassin orientiert sich mit seinem Track "Nightstalker" an bösartig-verhakten Beats und einer extrem technischen Bassline, die in dieser Form selten im Drum'n'Bass Verwendung findet. Absoluter Future Style. Chimera's "Neolights" hingegen basiert auf einem eigentlich fast klassischen 2step-Gerüst und steigert sich im Laufe der Zeit in techy ravige Ekstasen hinein, die jeden Floor zum Rocken bringen.

6/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 06/2002

Montag, 21. Januar 2019

Ixis - Cherry Bomb / Threshold [Amess Recordings 001]

Ein neues Label, ein neuer Sound und endlich einmal wieder eine ernstzunehmende Progression in Sachen Drum'n'Bass. Ixis gibt sich auf beiden Tracks dieser 12" extrem vertrackt und atmosphärisch, lässt dabei jedoch den Tanzflur nicht aus den Augen und verliert sich fast nebenbei in einer ungeheuren Tiefe der Sounds, die momentan nicht wirklich viele Produzenten zu erreichen im Stande sind. Vielleicht am ehesten geeignet für Fans von Labels wie Streetbeats oder Noir und darüberhinaus ein heisser Tip für open minded DJ's.

6/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 06/2002

Mittwoch, 16. Januar 2019

[Bingo 006]

Langsam aber sicher entfernt sich das Bingo-Imprint von seinem recht eingefahrenen Sound in Sachen Breakbeat Garage und drückt ein wenig auf's Gaspedal. Mit angezogener Geschwindigkeit, elektroider wirkenden Beats und abgrundtiefen Basslines gibt es in diesem Genre endlich mit "Hello" einen echten Feiertrack, der obendrein noch durch ein Telefonhörersample mit Humor besticht. Licht am Ende des Tunnels...

5/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 06/2002

Freitag, 11. Januar 2019

DJ Assault - Hoes Get Naked [Databass]

Und wieder die Ghetto-Bass-Attacke. "Hoes Get Naked" kennen und lieben wir schon in leicht abgewandelter Version von Assault's "Da Return"-12" auf Electro Funk Records, "Sweet Potato Pie"  kokettiert mit bleepigen Chicago-Basement-Anleihen und "Let Me C U Pop" basiert schlussendlich auf der Bassline aus Falko's "Der Kommissar", die wiederum die Grundlage für MC Hammer's "Can't Touch This" darstellte. Sommerhit. Sexmusik. Ficken für den Frieden...

6/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 06/2002

Sonntag, 6. Januar 2019

Polarity & Shroombab - Stronghold / Rolling Thunder [High Tension]

Nun ist es endlich geschafft. Nach längerer Planungsphase bringt die Wiener DJane Shroombab nun zusammen mit dem Mannheimer Produzenten Polarity ihr erstes Release auf dem ihr eigenen Imprint High Tension an den Start. Die A-Side "Stronghold" kommt schon fast tracky-technoid mit futuristischen Sounds daher und orientiert sich ein wenig an den Bassdrums des Produzenten Acen, der auf seinen letzten Releases mit einer ganz speziellen, im ersten Moment eher flach klingenden Ästhetik daherkommt, die aber dennoch extrem kickt. "Rolling Thunder" hingegen zielt eher auf die Freunde der in letzter Zeit gern und oft eingesetzten Bongosounds ab und ist weniger meine Tasse Tee. Insgesamt

4/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 06/2002

Dienstag, 1. Januar 2019

Ekman - Tessellation Automata [Abstract Forms Whitelabel]

Limitiert auf 200 Exemplare in schneeweißem Vinyl verleiht das ohnehin auf hohem Qualitätsniveau agierende Abstract Forms-Label dem Begriff Eletcro in seiner Reinform zum wiederholten Male neues Gewicht und liefert hier mit ganzen sechs Tracks aus dem Ekman'schen Studio reduziert weltraumkalten Roboterfunk, der in jeder Sekunde nach SciFi und einer undefinierten, aber allzeit präsenten Bedrohung aus den Tiefen des Raums klingt. Vor allem Tracks wie „Lucid“ oder „Space Is The Circle“ versprühen in ihrer skelettierten Form die Vorahnung eines düsteren Szenarios, an dessen Ende nur Wenige überleben werden. Man denke nur an die fremdartige Erscheinung der 456 genannten Spezies in „Torchwood. Kinder Der Erde“ und ihre Existenz in hochtoxischer Atmosphäre, die gnadenlose Forderung nach dem für sie ultimativen High – vielleicht sind sie wirklich da irgendwo draußen und diese Platte ist der Soundtrack zu ihrer Party. Be aware.

Donnerstag, 27. Dezember 2018

The Advent - D Sector EP [Mixworks 004 Whitelabel]

The Advent also. Als grosser Fan der 1997er LP „New Beginnings“ und ähnlich knochentrockener Electro- und TechnoPhonk-Produktionen, die neben ihrem konsequenten Minimalismus auch immer durch eine gewisse Form von Atemlosigkeit bestechen konnten, habe ich naturgemäß meine Probleme mit dem Cisco Ferreira-Sound der letzten Jahre und der New Wave of Techno, die in meinem Augen vor allem eins ist: langsam. Auch wenn sich im sogenannten „The Advent Main Mix“ zumindest wieder die alten Qualitäten erahnen lassen, bleibt auch dieses Release trotz seiner unbestrittenen Funktionalität um Meilen hinter dem Frühwerk zurück, die auch Remixe von Jason Fernandes sowie der mittlerweile bewährten Kollaboration The Advent & Industrialyzer nicht wieder gutmachen können. Im Wissen darum, das die nachgeborene Feiergeneration dieser Tage nichts mehr von vormaligen Höchstleistungen ahnt, vergebe ich altersmilde eine mittlere Wertung.

Samstag, 22. Dezember 2018

Dompe - Get Cool [For You Ltd. 001]

Ein weiteres Promovinyl, das auf der A- und B-Seite ominöserweise mit den gleichen Tracks aufwartet – ein immer weiter verbreitetes Phänomen, welches sich dem Rezensenten nach wie vor nicht wirklich erschliesst. Musikalisch geht es im Originalmix um tief pumpenden, bassbauchigen House, der nach dem ersten Mainbreak von einer extrem präsenten Trompetenfigur überlagert wird und so zwar auf drogeninduzierten Berliner Afterhours und Open Airs für feierndes Volk, nüchtern in den heimischen vier Wänden jedoch auch für einen relativen Nervfaktor sorgt. Diesen kann auch Andreas Schmidt a.k.a. Andy Smith auch nicht vollends vermeiden, auch wenn er sich in seiner weicher gelagerten Interpretation glücklicherweise mehr auf den Groove als auf das Tröten konzentriert. Schwach.

Montag, 17. Dezember 2018

Alec Tronic - Fluffernutter EP [Whitelabel]

Recht informationsarmes und vor allem albernes Whitelabel, das die sowieso schon nahezu unerträgliche Witzigkeit von Polkatechno noch mit Country-artig gesungenen Aufzählungen von Süssigkeiten zu toppen sucht. Welche Drogen nehmen die Leute dieser Tage eigentlich in ihren Studios? Die B-Seite liefert ähnlich wahngetriebene Samples und Soundkonstrukte auf der Basis eher elektrotechhousiger Strukturen, die wohl nur im Karneval oder auf der lokalen After-Afterhour der Wahl mit entsprechender Medikation begeistert begrüsst werden. Ausfallquote 100%.

Mittwoch, 12. Dezember 2018

Farbaromat - Revision [Concorde Club Recordings 012]

DeepHouse. Mal wieder. Ein Begriff, der dieser Tage leider viel zu oft verwendet wird, um dann doch als Synonym für handwerklich solide, aber dennoch recht austauschbare Stangenware in Form leicht geschwindigkeitsreduzierter House Music zu dienen. Zwar liefert „Gallery“ mit seinen wild modulierenden, an Laurent Garnier erinnernden Synthsequenzen durchaus energetische Schübe für die aufregende Mitte der Nacht, setzt sich aber gegen die Flut anderer, vergleichbarer Releases nicht genug durch, um die Durchschnittlichkeit des Restmaterials auf dieser 12“ wettzumachen. Semigut.