Mittwoch, 22. Mai 2019

LXC - Strukturbruch EP [Phantomnoise 004]

Der Leipziger Produzent LXC debutiert hier auf dem von AlexDee geführten Imprint Phantomnoise Records und lotet mit diesem - gemäss der gleichnamigen Strukturbruch-Partyreihe - die Grenzbereiche zwischen Drum'n'Bass und Breakcore aus. Hierbei bedient er sich vorwiegend Darkjungle-orientierter Beats und technoider Sounds, die, versehen mit druckvollem Bass, sowohl Junglists als auch die Anhänger des Futuristic Drum'n'Bass in Extase versetzen. Darüberhinaus als Bonus on Top - vier Endlosrillen mit D'n'B-Loops.


6/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 08/2002

Donnerstag, 16. Mai 2019

Sree / Sree vs. Motif-R - Viewing Inside / The Silver Land [X-86012]

Endlich wieder ein Lebenszeichen von den Franzosen. Nach der recht minimal-futuristisch gehaltenen Katalognummer 011 bestimmen auf dieser 12" jetzt ravige Töne den Sound des wohl besten französischen Drum'n'Bass-Labels, das der Massive auch mit der Katalognummer 012 kräftig die Ohren durchpustet. Durchsetzt mit massiven Amenrolls schaut Sree als Soloproduzent in sein düsteres Inneres während die ebenfalls ravig gehaltene Kollabo mit Motif-R sich auf das Zerhackstücken des gewöhnlichen 2step-Beats einlässt und insgesamt ein wenig positiver - nicht: fröhlich! - daherkommt.


5/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 08/2002

Freitag, 10. Mai 2019

E.V.A.C. - Terra [Napzzz Music 007]

Amerikanische Electro-NuBreaks entwickeln sich langsam aber sicher zu einer ernsthaften Konkurrenz für die momentan eher flächenorientierte NuSkool-Gemeinde des inselbritischen Königreiches. Dark, recht langsam und auf jeden Fall bassheavy präsentieren sich Ed Hickey & Jeremy Goldstein a.k.a. E.V.A.C. mit ihrem Track "Terra", der ungefähr in die gleiche Kerbe schlägt wie die ein paar Hefte zuvor besprochene "Hoe Magnet EP". Minimaler, elektroider und eher WarmUp-geeignet dann die Reinterpretation unter der Führung eines Herrn namens Salim Rafiq, der seinen Mix unter dem Titel "Anti-Terra-Rist Remix" veröffentlicht.


4/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 08/2002

Samstag, 4. Mai 2019

[1 2 Ugly]

Nach Missy Elliott und ihrem "Get UR Freak On" wird nun der amerikanische Provinznestrapper Bubba Sparxxx zum Opfer ein Bootlegangriffs auf Drum'n'Bass-Basis und wieder ist das Ergebnis ein penetranter Partytrack oberster Güteklasse. Je nach Belieben und Bedarf ausgestattet mit massiven Amenrolls oder mit treibenden 2step-Beats gehört diese zur Zeit recht rare 12" in jedes gut ausgestattete Flightcase.


5/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 08/2002

Sonntag, 28. April 2019

Totem Vibes Kru - Respect Ruzna [BZ Records 003]

Aus dem fernen Italien schwappte diese sehr spezielle Drum'n'Bass-Scheibe herüber nach Deutschland und erfreut vor allem die Anhänger deeperer Strukturen. Sehr minimal ausgelegt, mit schwebendem Vocalsample sowie orientalisch wirkenden Drums versehen, steppt die B-Side auf 2step-Beats daher während die A-Side als tricky Stepper mit bösartig quietschenden Bässen und hakender Rythmik manch unerfahreren Plattenreiter an den Rand der Verzweiflung treiben kann.  Als Orientierung - passt als Tool gut zu Footmasters "Metal Gear / Unknown Terrorist".


4/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 08/2002

Montag, 22. April 2019

DJ Godfather - Freak Em Down [Databass]

DJ Godfather lässt sich kein X für ein U vormachen und rockt auch mit seiner neuen 12" auf Databass kräftig und gnadenlos nach vorne. Fast ausschliesslich auf der Basis eines geloopten Elektrobreaks aufgebaut, arbeitet "Freak Em Down" mit einer nach Human Beatbox klingenden Bassline und reduziert sich desweiteren auf das einprägsame Vocalsample. "Nitty Gritty" auf B1 hingegen gibt sich im funky 4-2-the-floor die Ehre, während B2 "Who Want What?" ziemlich düster und gangstermässig rüberkommt.


4/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 08/2002

Montag, 15. April 2019

Metric / Thanatos [Fear Records 002]

Urban Angst Music. Der Labelname Fear Records trifft in diesem Fall voll ins Schwarze, denn diese beiden Tracks machen definitiv nicht einmal im Ansatz Gefangene. Extrem düster und mit prügelharten Bassdrums und Snares ist es der Plan von "Metric", jeden Widerstand auf der Tanzfläche zu brechen und die Crowd in einen unkontrollierbaren Haufen von zuckenden Leibern zu verwandeln, die sich spätestens am Tag nach der Party wundern, woher denn das abgefahrene Fiepen in ihren Ohren kommt."Thanatos" auf der Flipside besteht dann zu nahezu 75% aus einem ultrafinsteren Intro, das mensch durchaus als paranoiafördernd bezeichnen darf, um dann im letzten Viertel in noisigen Drum'n'Breakcore-Terror umzukippen. So mag ich das ja am Liebsten...


6/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 08/2002

Montag, 8. April 2019

Kon.Rad & Raw.Full - Hardraiser / Ministry [Trickdisc 006]

Ein wahrhaft tricky Release aus der österreichischen Trickdisc-Schmiede, das sich auf jeden Fall in den Cases eines gutsortierten Drum'n'Bass-Plattenreiters wiederfinden sollte. In Soloarbeit liefert Kon.Rad auf der A-Side einen deep-steppenden Track, der sich durch düstere Sci-Fi-Atmosphäre und geschickt gesetzte kleine Haken in den Beats auszeichnet. Die mit "Ministry" betitelte Kooperation mit Raw.Full hingegen funktioniert als straightes Tool und hält die Crowd auf jeden Fall in Bewegung.


5/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 08/2002

Samstag, 30. März 2019

Tango - Understanding / The Last Transmission [Notch 001]

Ein guter Start für das neue Notch-Imprint, dessen erstes Release sicherlich nicht ungehört auf den Tanzflächen verhallen wird. "Understanding" auf der A-Side wird von Total Science zu einem massiven Roller verarbeitet, der ein wenig an die guten alten  Darkside-Zeiten erinnert, während "The Last Transmission" auf der Basis eines straighten Beats sehr atmosphärisch nach vorn losgeht und universell einsetzbar ist.


5/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 08/2002

Sonntag, 24. März 2019

DJ K1 - Krumble Style [Jungle Therapy]

Und es rollt und rollt und rollt und hört gar nicht mehr auf damit. DJ K1, nichts zu verwechseln mit dem gleichlautenden Pseudonym des Detroiter Electroheroen Keith Tucker, erweist sich der alten junglistischen Schule die Ehre, arbeitet mit gechoppten Amenbreaks, hardsteppenden Beats und fast JumpUp-mässigen Bässen, vergisst dabei jedoch nicht, das sein Ziel eigentlich Darkjungle hiess und rockt damit fast jeden Tanzflur. In diesem Sinne: "My style is the craziest..."


5/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 08/2002

Montag, 18. März 2019

Jeff Bock - New Kids On The Bock [Therapy 02]

Das macht doch Spass. Der dem Rezensenten bisher unbekannte Produzent Jeff Bock bezieht sich mit der Namesgebung des Titeltracks auf die allererste Boygroup der Welt, obwohl seine Musik wirklich nicht einmal ansatzweise mit dieser in Verbindung bringen lässt. Futuristische Darkjunglebreaks lassen die ursprüngliche Tunnelvision im Drum'n'Bass wieder aufleben und versetzen den Konsumenten in eine endzeitliche HighTech-Welt,  in der das Böse immer siegt. Absolute Pflichtscheibe, die jedoch nur in wirklich gutsortierten Recordstores zu finden sein wird, da sie bisher nur über einen französischen Vertrieb den Weg nach Deutschland findet.


6/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 08/2002

Dienstag, 12. März 2019

[Face Off 004]

Speedgarage? Was war das denn noch? Richtig, die Kombination aus hochgepitchter klassischer Housemusic und abgrundtiefen Junglebässen. Der erste Track dieses unbeschrifteten Whitelabels macht dieser Beschreibung alle Ehre und läutet hoffentlich das Comeback dieses zu Unrecht vernachlässigten Styles ein, während sich die beiden anderen Tracks eher auf die Strukturen von Breakbeat-Garage der etwas härteren Gangart beziehen. Immer wieder gern gespielt.


4/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 08/2002

Donnerstag, 7. März 2019

Psychick Warriors Ov Gaia - Kind Of Prayer [Terminal Antwerp]

Welch eine Freude seit langen Jahren des Wartens endlich wieder einen Tonträger aus der Soundschmiede der Psychik Warriors Ov Gaia in den Händen zu halten, dem Projekt, das sowohl die Tranceszene als auch die Vertreter des minimal groovenden Techno mit ihren endlosen Soundskulpturen zu einer Zeit nachhaltig beeinflusst hat, als die halbe Welt noch auf diggididigeddi-Hardtrance abfeierte. Seit der 1995er Veröffentlichung "Record Of Breaks" scheint sich im Hause der PWOG nichts verändert zu haben, immer noch schweben die Tracks - hier unter anderem von Michael Mayer geremixt - in einer völlig eigenen, fluid erscheinenden Welt, abgehoben von allem Irdischen und jenseits einer physischen Greifbarkeit. File under: Outstanding Armchair Techno.

6/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 08/2002

Samstag, 2. März 2019

Tokyo Windbag [Control Tower 04]

Und noch eine Exkursion ins Land der ultraverzerrten Breakbeats auf 7"-Basis. Verpackt in ein kunstvoll handbemaltes Cover präsentiert sich "Subway Lung" auf der A-Seite mit etwas Phantasie als runtergepitchter Drum'n'Bass mit verzerrten, an durchgeknallte Japaner erinnernden Voicesamples. "Gak-Klot" hingegen ist irgendwie verspielter Elektro mit - natürlich - 80er-Einfluss, wirkt jedoch durch ebenfalls eingestreute Voicesamples gleicher Coleur und getrashte Beats für normalsterbliche Ohren ein wenig merkwürdig. Ich mag das...

4/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 06/2002

Donnerstag, 21. Februar 2019

C.J.D. Ratborg Viper Breaks [CJD 01]

Schicker Battlestuff für alle DJ's mit Hang zum HipHop und wahlweise auch Unhappy Hardcore. Der kongeniale DJ Hellfish (u.a. of Hellfish & Producer-fame) präsentiert uns auf voller LP-Länge eine Auswahl aus seinen selbstgebastelten Lieblingsbreaks, die sich als Versatzstücke reihenweise in seinen Tracks wiederfinden. Samplefutter ohne Ende und auch beim Auflegen verfehlen die kurzen Cuts nicht ihre Wirkung.

4/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 06/2002

Samstag, 16. Februar 2019

Ekkehard Ehlers plays Hubert Fichte [Staubgold]

Ekkehard Ehlers - mittlerweile einer meiner persönlichen Favoriten im Bereich experimenteller Musik - interpretiert auf voller LP-Länge den Schriftsteller Hubert Fichte, der nicht nur ihn sondern laut Klappentext auch Thomas Meinecke mit seinen Inveterviews aus dem Hamburger Palais d'Amour und anderen Erzählungen prägte. Umgesetzt mit der Ästhetik von Field Recordings und collagenhaft überlagernden Sounds gibt es definitive Bezüge zum Jazz, Kneipen mit Livemusik und freier Improvisation. Zurücklehnen, zuhören, geniessen.

6/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 06/2002

Montag, 11. Februar 2019

Andrea Parker feat. DJ Godfather & DJ Assault - Freaky Bitches [Touchin Bass 001]

Eine unerwartete Koalition findet auf der ersten 12Inch des Touchin Bass-Imprints statt und hilft vielleicht, den immer noch tobenden Grabenkrieg zwischen dem Miami Bass-Lager und den Vertretern des TechnoBass detroit'scher Prägung beizulegen. Andrea Parker schafft es zumindest, die beiden bekanntesten Protagonisten an einen Tisch zu holen und mit ihnen zusammen ein düster elektroides Bassmonster zu erschaffen, das jede Boombox vor eine kaum zu bewältigende Aufgabe stellt. Check your bassbins I'm tellin' ya...

4/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 05/2001

Mittwoch, 6. Februar 2019

Plus Bas Que Terre [Cavage 08]

Das französische Cavage-Imprint präsentiert sich auf Katalognummer 08 mit einer Compilation von Tracks aus der Feder von Saoulaterre, DX Media, Gamabay, Gorki Plubakter und anderen vorwiegend französischen Acts, denen vor allem der Hang zur Zerstörung gemein ist. Stellenweise arg noisy kommen hier sowohl Breakcore-Adepten als auch Rhythm Industrial-Heads mit Vorliebe für Ant-Zen-Platten und Speedhallfetischisten voll zum Zuge. Arg an der Grenze zum Wahnsinn und nichts für gemütliche Nachmittage...

5/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 06/2002

Donnerstag, 31. Januar 2019

Public Information Film - Here And Now / No Go [Lino 24]

Wieder Futter im 7"-Format für all diejenigen, die nicht genug von verzerrt-noisigen Breakbeats im Downtempobereich bekommen können. Die A-Side "Here And Now" schleppt sich unter Zuhilfenahme von nervenzerrenden Sounds auf HipHop-Geschwindigkeit dahin und lässt instrumentalen Raum für mutige Freestyle-MC's. Die remixartige B-Seite hingegen arbeitet mit dem gleichen Grundstoff an Sounds, bewegt sich jedoch schon fast in BigBeat-Gefilden.

4/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 06/2002

Samstag, 26. Januar 2019

E-Sassin / Chimera - Nightstalker / Neolights [Phunckateck]

Endlich mal wieder eine 12" auf Phunckateck, die dem progressiven Potential des amerikanischen Labels auch wirklich entspricht. E-Sassin orientiert sich mit seinem Track "Nightstalker" an bösartig-verhakten Beats und einer extrem technischen Bassline, die in dieser Form selten im Drum'n'Bass Verwendung findet. Absoluter Future Style. Chimera's "Neolights" hingegen basiert auf einem eigentlich fast klassischen 2step-Gerüst und steigert sich im Laufe der Zeit in techy ravige Ekstasen hinein, die jeden Floor zum Rocken bringen.

6/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 06/2002