Mittwoch, 16. Januar 2019

[Bingo 006]

Langsam aber sicher entfernt sich das Bingo-Imprint von seinem recht eingefahrenen Sound in Sachen Breakbeat Garage und drückt ein wenig auf's Gaspedal. Mit angezogener Geschwindigkeit, elektroider wirkenden Beats und abgrundtiefen Basslines gibt es in diesem Genre endlich mit "Hello" einen echten Feiertrack, der obendrein noch durch ein Telefonhörersample mit Humor besticht. Licht am Ende des Tunnels...

5/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 06/2002

Freitag, 11. Januar 2019

DJ Assault - Hoes Get Naked [Databass]

Und wieder die Ghetto-Bass-Attacke. "Hoes Get Naked" kennen und lieben wir schon in leicht abgewandelter Version von Assault's "Da Return"-12" auf Electro Funk Records, "Sweet Potato Pie"  kokettiert mit bleepigen Chicago-Basement-Anleihen und "Let Me C U Pop" basiert schlussendlich auf der Bassline aus Falko's "Der Kommissar", die wiederum die Grundlage für MC Hammer's "Can't Touch This" darstellte. Sommerhit. Sexmusik. Ficken für den Frieden...

6/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 06/2002

Sonntag, 6. Januar 2019

Polarity & Shroombab - Stronghold / Rolling Thunder [High Tension]

Nun ist es endlich geschafft. Nach längerer Planungsphase bringt die Wiener DJane Shroombab nun zusammen mit dem Mannheimer Produzenten Polarity ihr erstes Release auf dem ihr eigenen Imprint High Tension an den Start. Die A-Side "Stronghold" kommt schon fast tracky-technoid mit futuristischen Sounds daher und orientiert sich ein wenig an den Bassdrums des Produzenten Acen, der auf seinen letzten Releases mit einer ganz speziellen, im ersten Moment eher flach klingenden Ästhetik daherkommt, die aber dennoch extrem kickt. "Rolling Thunder" hingegen zielt eher auf die Freunde der in letzter Zeit gern und oft eingesetzten Bongosounds ab und ist weniger meine Tasse Tee. Insgesamt

4/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 06/2002

Dienstag, 1. Januar 2019

Ekman - Tessellation Automata [Abstract Forms Whitelabel]

Limitiert auf 200 Exemplare in schneeweißem Vinyl verleiht das ohnehin auf hohem Qualitätsniveau agierende Abstract Forms-Label dem Begriff Eletcro in seiner Reinform zum wiederholten Male neues Gewicht und liefert hier mit ganzen sechs Tracks aus dem Ekman'schen Studio reduziert weltraumkalten Roboterfunk, der in jeder Sekunde nach SciFi und einer undefinierten, aber allzeit präsenten Bedrohung aus den Tiefen des Raums klingt. Vor allem Tracks wie „Lucid“ oder „Space Is The Circle“ versprühen in ihrer skelettierten Form die Vorahnung eines düsteren Szenarios, an dessen Ende nur Wenige überleben werden. Man denke nur an die fremdartige Erscheinung der 456 genannten Spezies in „Torchwood. Kinder Der Erde“ und ihre Existenz in hochtoxischer Atmosphäre, die gnadenlose Forderung nach dem für sie ultimativen High – vielleicht sind sie wirklich da irgendwo draußen und diese Platte ist der Soundtrack zu ihrer Party. Be aware.

Donnerstag, 27. Dezember 2018

The Advent - D Sector EP [Mixworks 004 Whitelabel]

The Advent also. Als grosser Fan der 1997er LP „New Beginnings“ und ähnlich knochentrockener Electro- und TechnoPhonk-Produktionen, die neben ihrem konsequenten Minimalismus auch immer durch eine gewisse Form von Atemlosigkeit bestechen konnten, habe ich naturgemäß meine Probleme mit dem Cisco Ferreira-Sound der letzten Jahre und der New Wave of Techno, die in meinem Augen vor allem eins ist: langsam. Auch wenn sich im sogenannten „The Advent Main Mix“ zumindest wieder die alten Qualitäten erahnen lassen, bleibt auch dieses Release trotz seiner unbestrittenen Funktionalität um Meilen hinter dem Frühwerk zurück, die auch Remixe von Jason Fernandes sowie der mittlerweile bewährten Kollaboration The Advent & Industrialyzer nicht wieder gutmachen können. Im Wissen darum, das die nachgeborene Feiergeneration dieser Tage nichts mehr von vormaligen Höchstleistungen ahnt, vergebe ich altersmilde eine mittlere Wertung.

Samstag, 22. Dezember 2018

Dompe - Get Cool [For You Ltd. 001]

Ein weiteres Promovinyl, das auf der A- und B-Seite ominöserweise mit den gleichen Tracks aufwartet – ein immer weiter verbreitetes Phänomen, welches sich dem Rezensenten nach wie vor nicht wirklich erschliesst. Musikalisch geht es im Originalmix um tief pumpenden, bassbauchigen House, der nach dem ersten Mainbreak von einer extrem präsenten Trompetenfigur überlagert wird und so zwar auf drogeninduzierten Berliner Afterhours und Open Airs für feierndes Volk, nüchtern in den heimischen vier Wänden jedoch auch für einen relativen Nervfaktor sorgt. Diesen kann auch Andreas Schmidt a.k.a. Andy Smith auch nicht vollends vermeiden, auch wenn er sich in seiner weicher gelagerten Interpretation glücklicherweise mehr auf den Groove als auf das Tröten konzentriert. Schwach.

Montag, 17. Dezember 2018

Alec Tronic - Fluffernutter EP [Whitelabel]

Recht informationsarmes und vor allem albernes Whitelabel, das die sowieso schon nahezu unerträgliche Witzigkeit von Polkatechno noch mit Country-artig gesungenen Aufzählungen von Süssigkeiten zu toppen sucht. Welche Drogen nehmen die Leute dieser Tage eigentlich in ihren Studios? Die B-Seite liefert ähnlich wahngetriebene Samples und Soundkonstrukte auf der Basis eher elektrotechhousiger Strukturen, die wohl nur im Karneval oder auf der lokalen After-Afterhour der Wahl mit entsprechender Medikation begeistert begrüsst werden. Ausfallquote 100%.

Mittwoch, 12. Dezember 2018

Farbaromat - Revision [Concorde Club Recordings 012]

DeepHouse. Mal wieder. Ein Begriff, der dieser Tage leider viel zu oft verwendet wird, um dann doch als Synonym für handwerklich solide, aber dennoch recht austauschbare Stangenware in Form leicht geschwindigkeitsreduzierter House Music zu dienen. Zwar liefert „Gallery“ mit seinen wild modulierenden, an Laurent Garnier erinnernden Synthsequenzen durchaus energetische Schübe für die aufregende Mitte der Nacht, setzt sich aber gegen die Flut anderer, vergleichbarer Releases nicht genug durch, um die Durchschnittlichkeit des Restmaterials auf dieser 12“ wettzumachen. Semigut.

Freitag, 7. Dezember 2018

Paul Emmert - House EP [House EP]

Mit rührend unprofessionellem Anschreiben und Verweis auf einen vor ein paar Jahren erschienenen Roman, dafür aber mit viel (jugendlichem?) Herzblut präsentiert der Schwalmstädter Produzent Paul Emmert vier naive, nach späten Neunzigern / frühen Nullern klingende Discolectropop-Tunes in Radiolänge, die sich seiner Zeit im Umfeld von Acts wie Aroma, Märtini Brös., Trimm Dich International oder Golden Boy sicherlich wohlgefühlt hätten, heute aber ein wenig aus der Zeit gefallen erscheinen und damit doch den ein oder anderen Sympathiepunkt einheimsen. Sweet Nostalgia.

Sonntag, 2. Dezember 2018

DJ Deeon - Headhunters [Databass 031]

Ohohoh. Ghetto Bass in allen Variationen wird noch ein ganz dickes Ding dieses Jahr. DJ Deeon, auch auf Projex aktiv, kommt hier mit extrem trockenem und beschleunigtem Chicago-Jack-Style, kombiniert mit den typisch dreckigen Vocals und tiefen Bässen. Vor allem die Instrumentalversion seines Hits "Tear The Club Up" auf obengenanntem Label kommt ultramassiv, aber auch die anderen Tracks sind nicht zu verachten. In diesem Sinne: Shake your ass...

6/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 05/2001

Dienstag, 27. November 2018

DB+ - That Thing [Distinctive Breaks]

Gewohntermassen bewegt sich das britische Distinctive-Imprint zwischen zwei Welten. Ist das Original zu "That  Thing" ein solider Techhouse-Track, der in der Breaks-Rubrik so rein gar nichts verloren hat, verwandeln die dem TCR-Umfeld angehörenden Koma & Bones den Track in einen metallischen monotonen NuSkool-Breaker, dessen Durchschlagskraft nicht einmal im Ansatz zu leugnen ist.

5/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 05/2001

Donnerstag, 22. November 2018

Raquel De Grimstone - Liber Cordis Cincti Serpente [Mirex 006]

Düster schwere Kost mit reichlich Hang zum morbiden Spiritualismus präsentiert Rachel Kozak unter ihrem neuen Moniker Raquel De Grimstone auf dem jüngsten Baby des grossartigen Mirex-Imprints. Dark Ambient, soundscapistische Klänge und Breakcore - gemischt mit Texten aus der Welt des durchaus mit Vorsicht zu geniessenden Zahlenmagiers und -theoretikers Aleister Crowley ergeben ein fiebertraumatisches Gesamtes, dessen Faszination mensch sich schwer entziehen kann. Ausschliesslich für geistig gefestigte Individuen geeignet und auf keinen Fall unter Einwirkung jeder Art von Rauschmitteln zu konsumieren. Grossartige

6/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 05/2001

Samstag, 17. November 2018

Like A P Hard [Whitelabel]

Da freut sich der Rezensent und die gesamte feiernde Crowd von Techno bis Hardcore gleich mit. Über hart stampfendem Techno mit oldskoolraviger Attitüde schweben die absolut ungeschlagen schönen Vocals von Popqueen Madonna's "Like A Prayer" und zaubern neben einer derben Party noch gleich ein Lächeln ins Gesicht. Gute Laune mit tonnenschweren Drums, macht definitiv Sinn und ist einfach göttlich. Mehr als

6/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 05/2001

Montag, 12. November 2018

Illicit Grooves [BT 01]

Schicke Bootleg-Kost für den bassabhängigen Technoadepten, die wohl bald zu den gesuchtesten 12"es der kommenden Wochen und Monate gehören wird. Also Augen auf beim Plattenkauf! Denn hier trifft Timo Maas' dröhnendes "Ubik" auf die Vocals von Kosheen's "Hide U" und sorgt nicht nur für mächtig Druck im Subbass-Bereich sondern darüberhinaus für allerhand Party auf dem Tanzflur. Auch auf der B-Seite wird "Hide U" noch einmal durch den Bootlegwolf gezogen - hier entzieht sich allerdings der Name des Originaltracks der Kenntnis des Renzensenten. Gibt trotzdem

6/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 05/2001

Mittwoch, 7. November 2018

Rude-Ass Tinker Remix / Rudeboy Remix [Suburban Trash]

Unhappy Hardcore meets Rudebwoy Terrorism. Auf dem frischesten Release des Suburban Trash 7"-Offsprings trifft eine wilde Mischung aus Hellfish & Producer alike'm Hartcore auf melancholischen 80s-Pop und extrem verstörten Breakcorejungle auf geschätzten 200bpm und sorgt für begeistertes Zucken auf derart orientierten Dancefloors. Für den Rude Boy Remix zeichnet übrigens DJ Scud verantwortlich.

6/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 03/2002

Samstag, 3. November 2018

Wreck - Hoe Magnet EP [Napzzz Music]

Die "Hoe Magnet EP" also. Wie der Name dieser mit drei Tracks ausgestatteten 12" schon nahelegt, geht es hier im elektroiden Kontext mit gebrochenen Beats zur Sache- Äusserst minimal gehalten und mit tiefen Bassfrequenzen versehen lassen sich Vergleiche mit The Advent durchaus anstellen, doch auch Labels wie Electrix und Produzenten wie Keith Tucker sind nicht sonderlich weit entfernt zu Hause. Furztrocken und gut.

4/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 03/2002

Montag, 29. Oktober 2018

[Tribe 024]

Raviges D'n'B-Whitelabel mit verdammt eingängigen Vocals, die diesem informationslosen Track zweifelsohne Hit- und Grossravequalitäten verleihen. Doch auch im Clubkontext rockt die Katalognummer 024 des Tribe-Imprints gut nach vorne los und sollte sich in den nächsten Wochen in jeder gutsortierten DJ-Kiste wiederfinden.

5/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 03/2002

Mittwoch, 24. Oktober 2018

Parasite - Baby 9mm [Damage 002]

Lange erwartet, hier nun die zweite Veröffentlichung des Peace-Off-Schwesterlabels Damage, das auch in diesem Fall mit der absoluten Zerstörung konventioneller Drum'n'Bass-Strukturen in Richtung Noize und Breakcore vollends überzeugen kann. Insgesamt neun Tracks und absolut geeignet für alle, die den Distortion-Knopf an Soft- und Hardware durchaus zu schätzen wissen. Kaputt!

5/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 03/2002

Freitag, 19. Oktober 2018

Rotator - Chicken Boogie / Help Me To Keep Up Destruction!!! [Brokyln Beats]

Get ready for some motherfuckin' Noizebreaks. Während "Help Me To Keep Up Destruction!!!" irgendwo zwischen paranoiden Breakbeats und zerschreddertem Fuck-Off-Big-Beat auf unteren Geschwindigkeiten schon keine Gefangenen mehr macht, ist der "Chicken Boogie" des französischen Acts Rotator, der dem Peace Off-Umfeld angehört, eine zu 100% tödliche Uptempo-Waffe in Sachen Ragga-Breakcore-Jungle. Killah!

6/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 03/2002

Sonntag, 14. Oktober 2018

Bit_Meddlers - Shitmix 2000 [Planet µ]

'The new birth of uncool' oder 'wie mache ich die Charthits der frühen Neunziger wieder credibil, ohne dabei peinlich zu sein?'. Die Bit_Meddlers verwursten auf vorliegender Promo 12Inch Bits und Pieces aus Tracks wie "The Power", "Ice Ice Baby", "Jump" und "Get Ready For This" und anderen Knallern ähnlicher Qualität, cutten sie mit Funkstörung-aliker Ästhetik über vollkommen zersplitterten Beats zusammen und schaffen damit den erste Pop-Elektronik-Konsenstrack seit Aphex Twin's "Windowlicker".

6/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 03/2002