Montag, 14. Oktober 2019

Undacova - Metamood Katalyst [Pleemobil 03]

Breakcore-Electronica mit Acideinschlag kriegt mensch selbst als eingefleischter Musikfreak nicht oft auf die Ohren und so ruft die vorliegenden 12"  mit ihren vier Tracks doch glatt helle Begeisterung hervor, zumal sie nicht nur tanzflurkompatibel, sondern zeitgleich auch glasklar produziert und dennoch extrem deep rüberkommt.  Völlig steril quasi und trotzdem ziehts den Konsumenten auf die Tanzfläche, sofern er auch bei Sounds von Venetian Snares keine epileptischen Anfälle bekommt. Doch keine Angst, ganz so heftig wird's dann doch nicht.


5/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 09/2002

Mittwoch, 2. Oktober 2019

Kovert - Versioning [Damage 003 Test Press]

Auch die dritte 12"-Veröffentlichung des französischen Peace Off-Schwesterlabels Damage hält die hoch angelegte Messlatte der vorangehenden Veröffentlichungen ein und beschert den hartgesottenen Drum'n'Bass-Adepten neuen Stoff aus der an Dark Jungle orientierten Hexenküche des Producers Kovert, der seines Zeichens auch schon auf Praxis veröffentlichte. Prügelhart und äusserst stumpf geht's hier zur Sache, der einzige melodische Effekt kommt ab und an aus einer verhallten Offbeat-Gitarre, wie sie im Reggae seinerzeit üblich war. Ansonsten gibt's einfach und effektiv eins auf die Nuss...


6/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 09/2002

Mittwoch, 25. September 2019

Soundmurderer & SK-1 - Dreader Than Dread Remix [Rewind Records 004]

"Original Detroit Jungle" ist in das Vinyl der vorliegenden 12" eingeritzt und wenn das tatsächlich der übliche Style in Motorcity ist, geht es dorten tatsächlich ziemlich ruff zu. Fast unmixbar ineinander vercuttete Amenbreaks treffen sich mit Reggae-Elementen und versetzen in ihrer Produktionsweise den Rezensenten um Jahre zurück in seiner Erinnerung. Sowohl die Originalversion - einst auf Rewind 001 erschienen - als auch der Remix gehen gut nach vorne, sind aber den meisten Headz wohl schon eine Spur zu heftig für heutiges Empfinden.

6/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 09/2002

Donnerstag, 19. September 2019

Gamma Quadrant - Chaotic State [Touchin Bass 02]

Auf Andrea Parker's frisch gegründetem Label Touchin Bass liefert das Projekt Gamma Quadrant schickes Futter für die Freunde messerscharfer Elektrotunes ab, wie sie einst auch das Direct Beat-Umfeld zu liefern im Stande war. Viermal gibt's die volle Packung Bassgewitter mit drückenden Beats und obendrauf nochmal neun Locked Grooves mit Beats, damit die DJ's auch was zum Spielen haben.  Das darf man mögen, und soll man auch.


4/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 09/2002

Donnerstag, 12. September 2019

Datcyde - Social Skillz Remix / Migraine [Taciturn Records]

Ein Ravebrett vor dem Herrn liefert das Taciturn-Imprint als Teaser für das kommende Datcyde-Album "Positive Climb", das den nun gesetzten Qualitätsstandard hoffentlich halten kann. Nahezu episch flächig baut sich die A-Side auf, besticht durch ein fabelhaft oldskool-like klingendes Frauenvocal im Break um dann nach kurzer 4-2-the-floor Passage mit extrem flach gehaltenen Bassdrums direkt nach vorne zu rocken. File under: Stadion Drum'n'Bass. Auch die Bassdrums der B-Side gewinnen nicht an Wucht dazu, liefern in Kombination mit einem stakkatoartigen Ravesignal aber ebenso Grund zu feiern wie die A-Side.


6/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 09/2002

Donnerstag, 5. September 2019

Bad Trek / Trapped In Music [Devon 004]

Ob das dem selbsternannten King Of Pop wohl gefallen würde? Michael Jackson's "Bad" trifft auf dieser 7" auf DJ Zinc's Breakbeatgarage-Hymne "138 Trek" - ein Soundclash der beiden Tracks eigentlich ganz gut zu Gesicht steht und auf den entsprechenden Garageparties für Euphorie sorgt. Die Namen der auf der Rückseite zu einem gemeinsamen Ganzen verwobenen Tracks entziehen sich zwar dem Kurzzeitgedächtnis des Rezensenten, kommen jedoch recht schick mit oldskooligem Houseflair daher.

5/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 09/2002

Freitag, 30. August 2019

Bong-Ra - Riddim Wars [Deathsucker Records]

Zwei Tracks, "Bumba Claat" und "Lee Some Fi Dead", halten auf dieser 7" alles ein, was der Titel "Riddim Wars" verspricht, und liefern ein breakcoreähnliches Gemetzel aus allen möglichen Versatzstücken aus bekannten Jungle-, Breakbeat-, Oldskool- und Hartcoretrax incl. Super Sharp Shooter-Vocal. Absolute Killertunes mit bösartiger Klangqualität, die einfach für sich allein steht und nur eine Forderung stellt - volle Lautstärke, Rewind und höchstmögliche Punktzahl. Let there be light...


6/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 09/2002

Sonntag, 25. August 2019

Butcher 03 [V/Vm Test Records]

"This release is not a bootleg" steht auf der Rückseite der vorliegenden 7" aus dem V/Vm Stall, deren Producer sich in Anlehnung an den Verfasser des Titeltracks "I wasn't born in the USA (but some people were)" Bruce Pigspleen schimpft. Welch Ironie, sind doch die auf gewohnte Weise zerschredderten Originaltracks noch recht genau auszumachen. Für Freunde des Rinderwahnsinns genau das richtige Stück Vinyl mit Hitpotential für die heimische Privatparty.

6/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 09/2002

Dienstag, 20. August 2019

Butcher 02 [V/Vm Test Records]

Im Rahmen der allgemeinen Bootleghysterie stehen auch die Underground-Aktivisten von V/Vm ganz hoch im Kurs und entziehen sich gleichzeitig durch ihre zerstörende Herangehensweise jeder Eingliederung in den allgemeinen Popdiskurs. Statt des Zusammenfügens von bereits bestehenden Poptracks zu einem neuen Produkt / Song / etc. geht es hier um die absolute Zerstörung und Entstellung bis zur Unkenntlichkeit. Die heutigen Opfer sind Spiller's "Groovejet", dessen Schicksal sich in den Klauen von Jansky Noise entscheidet, sowie Dane Bowel & Posh Spliced in den Fängen von V/Vm with True Butchers. Nein, diese Platte ist nicht kaputt. Sie klingt absichtlich so als ob sie eiert.


4/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 09/2002

Dienstag, 13. August 2019

VDD-Energise - The Return [Hardisk]

In giftigem Mintgrün mit gelben Labelsticker kommt die vorliegende 12" daher und stapft irgendwo auf der Grenze zwischen Hard Weird Experimental Techno, Hardtek und Hartcore daher. Ausgestattet mit wilden Percussionrides und leichten Acidanleihen kommt in jedem der insgesamt vier Tracks dieser E.P. Freude auf, so dass sich ein absoluter Favourite Track an dieser Stelle schlecht ausmachen lässt. Aber zumindest die Bassline auf B2 ist in der Lage so manche PA an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit zu treiben.


4/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 08/2002

Montag, 5. August 2019

Bio[me]tricks [Sozialistischer Plattenbau]

Das hanseatische Imprint Sozialistischer Plattenbau liefert wieder einmal eines seiner beim Rezensenten beliebten Statements in Sachen Breakcore und artverwandten Sounds ab und kompiliert auf LP-Länge (limitiert auf 500 Stück, 100 davon in grünem Vinyl) insgesamt 12 Tracks von Artists wie Istari Lasterfahrer, Eiterherd, AlexDee, Low Entropy und den Yppasswdd Daemons, die jedem Fan der genannten Musikrichtung schon einmal untergekommen sein dürften. Schön abwechslungsreich das Ganze zwischen Breakcore, Postcore und Noisebreakexperimenten und auch für Neugierige geeignet.


4/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 08/2002

Mittwoch, 31. Juli 2019

Littebrutalravebastards Series Vol. 2 [Dhyana Records]

Da haut der Herr Schierloh a.k.a. BidolCath, Rgyeue DF, Rembert, Giattitouch, Rapid Death Amersfoort, Anti-Zen und Leprozid Pfarrhaus mit seiner zweiten Pseudocompilation wieder einmal kräftig auf die Kacke und burned damit endgültig sämtliche Schranzköpfe dieser Welt weg. Das hier ist wirklich oberstumpfer Hardtek-/Hartkore-Acid-Noize-Wahnsinn und tatsächlich nur für kopfstarke Konsumenten mit Hang zum starken Tobak geeignet. Äusserst hitverdächtig die Titel "Rembert - Ich war 6 Jahre auf Platte (Boogie)" und "Anti-Zen - Mein Bruder War Beim Kirchentag Mix (Fuck Merzbow: Fuck Wumpscut: Fuck Noisex/dkf)"


6/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 08/2002

Mittwoch, 24. Juli 2019

Insumision - La Frustration Lo Cubre Todo [Brutal Chud]

Insumision präsentiert sich auf der zwölften Katalognummer des Brutal Chud-Imprints als Vertreter der eher unfreundlich zu nennenden elektronischen Musikinterpretation. Mit viel Noise, Elementen aus Breakcore, Hartkore, Punk und Mutant HipHop gespickt und extrem dumpf abgemischten Texten geht es recht derb zur Sache und lässt dem Normalkonsumenten locker die Spucke wegbleiben. Sympathisch - die LP gibt's zum Preis einer Maxisingle.


4/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 08/2002

Montag, 15. Juli 2019

Depth Charge - Robotomo / Honour [DC Recordings]

Nach seinen vorwiegend dubbigen Downbeatexkursionen der letzten Jahre erforscht J. Saul Kane a.k.a. Depth Charge neue Territorien. Fröhlich quietschende Melodien winden sich um elektroid gehaltene Epileptikerfunkbeats und bringen damit die Headz zum Nicken und die Hintern zum Wackeln. "Honour" lässt sich mit etwas Geschick und Phantasie sogar in NuSkool-Sets unterbringen und setzt dort besondere Akzente.


5/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 08/2002

Dienstag, 9. Juli 2019

Troumoucha - Roadies / Road Dies [Dhyana Records]

Das Augsburger Imprint Dhyana Records ist seit jeher mit jeder neuen Veröfffentlichung ein Garant für neue, abgefahrene Musik, die in den meisten Fällen ihresgleichen noch finden muss. So auch hier. Die A-Seite der 7" - betitelt mit "Roadies" - frickelt sich durch atmosphärisch postrockige Gefilde und mündet in das brutale Krachen eines Unfalls während sich die B-Seite "Road Dies" ebenfalls irgendwie dumpf postrockend durch einen Dauerhupenalarm schleppen muss, um sich dann schlussendlich doch von einer riesigen Schicht aus Noise und Lärm überdecken zu lassen. So ham wa's gerne...


5/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 08/2002

Montag, 1. Juli 2019

Markus & Kristian / Town Of Tomorrow - Hän Malli On / LXIX (Number Of Sex) [Huge Bass 002]

Aus dem fernen Finnland erreichte uns diese ultraseltene, weil auf 200 Exemplare limitierte, 7", die bei allen Freunden des Elektrosounds wahre Freudenstürme auszulösen im Stande ist. Die A-Side featured eine Coverversion des Kraftwerk-Klassikers "Das Model" in finnischer Sprache während die Flipside eher an die Baustelle um das mittlerweile eingestellte Detroiter Label Direct Beat denken lässt. Sehr schick, das.


5/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 08/2002

Dienstag, 25. Juni 2019

Rocky vs. Roxy [Devon Promotions]

Bootlegfever galore. Auf dieser kongenialen 7" des garantiert nicht wirklich offiziellen Labels Devon Records grassiert die Krankheit, die in der heutigen Zeit im Allgemeinen unter dem Begriff Bastardpop beschrieben wird. Die Symptome - Dauergrinsen auf dem Tanzflur und so manches Aha-Erlebnis. Hier trifft Survivors' "Eye Of The Tiger" auf ein mir leider unbekanntes HipHop-Instrumental und auch die frühe HipHop-Queen Roxy macht über kitschigen ItaloDisco/-Electro Beats eine gute Figur.


6/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 08/2002

Donnerstag, 20. Juni 2019

Randomized [Random Records]

Das französische Label Random Records setzt mit seiner Katalognummer 005 - gleichzeitig auch die erste 2x12"-Compilation des Imprints - ein Zeichen in Sachen Dark Jungle / Futuristic Drum'n'Bass, das sich sehen lassen kann. Sechs Tracks aus der Feder von hierzulande bisher eher unbekannten Artists wie No Bluff Sound, Interlope oder C-Rom nehmen den Konsumenten mit auf eine Reise in die futuristische Welt französischer Hightech-Breaks, deren Ästhetik sich mittlerweile völlig vom D'n'B des inselbritischen Königreiches unterscheidet.


5/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 08/2002

Freitag, 14. Juni 2019

Rukkus - Big Fly / Aria [No U-Turn]

Auch mit  der Katalognummer 031 hält sich das Labelurgestein No U-Turn an gesetzte Standards und beschert dem Drum'n'Bass-Adepten mit "Big Fly" ein lange Tunnelfahrt durch straight-technoide Landschaften mit geradliniger Twosteparchitektur, die sich hervorragend als Tool eignet. Die Flipside "Aria" hingegen setzt - an ältere Releases des Labels anknüpfend - auf massive Steppabeats mit leichtem Ameneinschlag, bedrohliche Atmosphäre und viel Druck im Bassbereich. Fette


5/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 08/2002

Freitag, 7. Juni 2019

DJ Deeon - Workin' EP [Projex]

Und wieder was aus der TechnoBass- / GhettoTech-kompatiblen Ecke. DJ Deeon liefert auf Projex insgesamt sechs Trax im dumpfen Chicago-Bassment-Style ab und verwurstet dabei allerlei Samples aus der Frühzeit des Technomovements. Neben einem am gebrochenen Beat orientierten Stück herrschen hier vor allem Strukturen aus Elektro und Techno vor, die in ihrer basslastigen Machart und mit straighten Vocals versehen jede Crowd in Bewegung bringen. Nice auch für openmindete Bruchbeatadepten zur Ergänzung ihrer Sammlung.


5/6 Points

Gastreview für Raveline, Ausgabe 08/2002