Donnerstag, 23. November 2017

Keltech - World Domination EP [Pyraplastic Records]

Vier wüste Drum'n'Bass-Exkursionen mit der Rohheit von purem Rock'n'Roll vor denen jeder englische DJ mit dem Worten "They don't give a fuck about production standards" zurückschrecken würde. Kopuliert wird auf A1 zwar trotzdem, aber den Drums und Basslines nach zu urteilen geht es dabei eher um brutalen Manga-Alien-Sex denn um ein romantisches Zusammentreffen.

4/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 02/2001

Donnerstag, 16. November 2017

Racine Tatate - Neurose Bad Data [Racine Tatate 002]

Whitelabel Business. Ohne Informationen auf dem komplett in hellgelb gehaltenen Label erinnert diese 3 Track 12" aus dem fernen Frankreich mit ihrem Dark Jungle-Charme an ältere Papertiger-Releases auf dem Kölner Label Infarkt. Wer langsame Lo-Fi-Stepper mag, darf also getrost zugreifen.

4/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 02/2001

Samstag, 11. November 2017

Aquasky EP [MSXEP 006]

Als Katalognummer 6 der Doppelmaxiserie auf Moving Shadow schwimmt Aquasky nach einigen Ausflügen ins Land der NuSkool-Breaks nun wieder in Gewässern des reinen Drum'n'Bass und schafft es dabei nachwievor innerhalb eines Tracks sowohl die Freunde leicht jazziger Sounds wie auch Vertreter der Darkness zu berücksichtigen, ohne das die Qualität der Stücke unter dem Crossoverpotential leidet.

5/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 02/2001

Dienstag, 31. Oktober 2017

***-core EP 2 [Phantomnoise Rec.]

PestCore, Bufo Buffo, Hagbard Celine, Worlds Ab.art, Skelton 93 und aleXdee wüten auf der zweiten Phantomnoise-Compilation zwischen Breakcore, Noise, Drum'n'Bass und Anarchcore und machen damit jedem eine Freude, der nicht wirklich auf gradlinige Strukturen unterwegs ist. Hitverdächtig: "Rush" und "There's nothing" aus der Feder von Labelowner aleXdee.

6/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 02/2001

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Knifehandchop [Dhyana Rec. / Irritant]

Labelkooperation zwischen dem Augsburger Dhyana-Imprint und den in England beheimateten Irritant-Jungs. Und da Bernd Spring von Dhyana sowieso auf komischen Sound unterwegs ist finden sich auf dieser 7" vier auf 45rpm rotierende Tracks, die sich absolut erfolgreich an einer Fusion von Hardcore-Ragga, Breakcore und Drum'n'Bass versuchen. Wer die Musik von Knifehandchop mag und auflegt, kann nicht ganz dicht sein. Dafür gibt's grossartige

6/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 02/2001

Dienstag, 19. September 2017

Verfolger [Sozialistischer Plattenbau]

Only for the Headstrong - die Hamburger Produzenten TBC und Thorben K. entfalten auf der zweiten Mini-LP des hanseatischen Labels wahre Krachorgien, unterlegt mit industrieller Rhythmik. Nix mit 4/4-Bassdrum, aber selbst mit toleranten Nachbarn bei maximaler Lautstärke ein Grund, aus der Wohnung zu fliegen. File under: extreme Klangerfahrung.
4/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 05/2001

Sonntag, 10. September 2017

Da Kee - International Antastbar / Moerda [R.O.T.]

DJ Rockateer & MC Bomsh rockten unter ihrem Alias Da Kee mit einer innovativen Fusion aus deutschsprachigem Raggastyle, Drum'n'Bass und Dancehall-Riddims bisher nur live die Floors der Republik und starten nun ihren Grossangriff auf die Teller der innovativen Plattenreiter. Stilgerecht in Jamaica auf 7"-Vinyl gebannt finden sich hier zwei absolute Highlights in Sachen gebrochener Beats, die ohne langes Vorhören blind in jede Plattentasche wandern sollten. Partygarantie und mehr als
6/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 05/2001

Sonntag, 3. September 2017

Impacto Total V.2 [Myze 04]

Als überzeugter Liebhaber hart-düsterer Drum'n'Bass-Exkursionen französischer Art bildete sich beim Anblick der aktuellen 12" des Myze-Imprints ein feuchter Schimmer auf meinen Augen, waren doch Umkra & Pulax - zwei der vier auf der vorliegenden Maxi enthaltenen Produzenten - schon vor geraumer Zeit einmal auf genanntem Label in Erscheinung getreten, um die Tanzflächen zu rocken. Der Sound? Flach, elektroid,düster, monoton, primetimetauglich und wirkungsvoll.
6/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 05/2001

Montag, 21. August 2017

Aquasky vs Sketch [Sonix 002]

Nach der grossartigen Debutmaxi ihres hauseigenen Sonix-Imprints legt die dreiköpfige Formation Aquasky nun zwei weitere massive Tunes nach, die auf dem Tanzflur kein Bein mehr stillstehen lassen. "Structure" arbeitet wie schon die Tracks der vorangegangenen Veröffentlichung mit einem eingestreuten Vocalsample während ihr Remix von Sketch's "Like This" direkt als Ravetune nach vorne stürmt.
5/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 05/2001

Mittwoch, 16. August 2017

Roxanne / Sage [Vortex Recordings 007]

Roxanne Mayoral und Laura Totten a.k.a. DJ Sage - Lebensgefährtin des kongenialen Bay Area Talents DJ UFO! - teilen sich die vorliegende 12" des amerikanischen Vortex Imprints. Roxanne techstepped mit ihrem Track "Hypnosis" durch die Drum'n'Bass-Welt und verteilt dabei kräftige musikalische Nackenschläge während Sage sich mit "Pipeline" zu dicht am momentanen Produktionsstil ihres Partners orientiert und deshalb trotz eines guten Tracks recht gesichtslos wirkt.
4/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 05/2001

Donnerstag, 10. August 2017

Putin De Merd EP [Mercuro Chrome 001]

Viertrack EP zum Debut eines offensichtlich aus der Schweiz stammenden Labels, das mit Künstlern wie Fugo, Michele Fasano, Jason Leach und Audiotrash aufwartet. Namentlich ist mir keiner der genannten Artists bekannt, aufgrund ihrer krassen Interpretation des Themas BigBeat / Elektro / NuSkoolBreaks  werde ich in Zukunft jedoch nach Produktionen aus ihrer Feder verstärkt Ausschau halten. Fette
6/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 05/2001

Freitag, 4. August 2017

True Diabolists / Machete [Coven H 001]

Gelungener Auftakt für das bisher nicht weiter in Erscheinung getretene Coven H-Imprint. Machete liefern mit ihrem Track "Alchemy" einen heftigen Amenroller auf der Grenze zum Breakcore, während die True Diabolists viele Plattenreiter der Elektro- /  NuSkoolBreaks-Fraktion um einen mörderischen Track bereichern. Hard as fuck...
6/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 05/2001

Freitag, 28. Juli 2017

Mem Pamal / Maniak & Middle M [Fantomatik 002]

Französischer Drum'n'Bass @ its best. Mit typisch flach gehaltenen Bassdrums, einer fast industriellen Monotonie und in bester Lo-Fi-Manier präsentiert Mem Pamal seine Version gebrochener Beats, während das Duo Maniak & Middle M sich zuweilen in ansatzweise hart- und breakcorelastigen Gefilden verliert. Nichts für Fans englischer Massenware, experimentierfreudige DJ's lassen sich jedoch von folgender Wertung leiten
5/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 05/2001

Sonntag, 23. Juli 2017

Shudo [Quatermass]

Der junge barcelonensische Multimediakünstler Shudo beschert dem Freund experimenteller Electronica mit seinem gleichnamigen Album einige extrem interessante Listening-Momente, in dem er seine Sounds nicht nach musikalischen Gesichtspunkten arrangiert sondern sie quasi wie Material im dreidimensionalen Raum anordnet. Stereoeffekte und plunderphonisch wirkende Einschübe inbegriffen und spätestens nach dem ersten Hörerlebnis eine Lieblingsplatte. 
5/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 05/2001

Montag, 17. Juli 2017

Semi Sweet [Dhyana Records]

Das autonome Augsburger Label mit einer Tape + CD-Compilation, die wieder einmal allerlei musikalische Obskuritäten zwischen nichtelektronischem Homerecording, Elektro und noisigen Breakcoreattacken featured. Artists wie Onq, Jesus Jackson und die Grenzlandreiter, Sascha Müller, Deep / Homebass, Hagbard Celine oder die Ypasswdd Daemons sprechen Bände und musikalisch die klare Sprache des Underground.
5/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 05/2001

Dienstag, 11. Juli 2017

Mimetic - Out Of Tune [Moloko+]

Mimetic sind verantwortlich für das Ausgangsmaterial der neuen limitierten Picturedisc auf Moloko+, das von in der Experimentalmusikszene bekannten und geschätzten Artists wie Column One oder Phil Von durch den Remischwolf gedreht wurde. Insgesamt 6 Tracks irgendwo zwischen Funkstörung, Warp und anderen experimentellen Outlets.
3/6 Points

Gastreview für Raveline , Ausgabe 05/2001

Montag, 3. Juli 2017

FreQ Nasty feat. Phoebe One - Boomin' Back Atcha [Botchit & Scarper]

Mit  "Boomin' Back Atcha"  koppelt FreQ Nasty einen der tanzbodentauglichsten Tracks seines aktuellen Albums aus. Zum einen gibt's das downbeatige Original sowohl als Instrumental als auch mit den genialen Raps von Phoebe One. Zum anderen als Hybrid-Remix, der alle Merkmale eines astreinen Elektroburners aufweist. Rockt mit seiner trancig modulierten Acidline und den tiefbassigen Beats jeden Floor.

Gastreview für Groove , veröffentlicht in Ausgabe 60 - Okt. / Nov. 1999

Montag, 26. Juni 2017

Tanith - Still [Timing Recordings]

File under "Technobreaks" - so zumindest die Empfehlung im E-mail-Info zu Tanith's aktuellem Album "Still". Kann ich ohne weiteres mit d'accord gehen, wobei man diese Schublade nicht wirklich hätte öffnen müssen, reicht doch BigBeat als grobe Kategorisierung völlig  aus. Natürlich weiss jeder, welch alter Hase Tanith ist und dass er sich seine "Been There - Done That"-Haltung dementsprechend auch verdient hat. Am prägendsten aber dürfte auch für ihn die Zeit zwischen 1989 und 1992 gewesen sein, und das hört man seinem Album auch deutlich an.  Die meisten der insgesamt neun Tracks auf "Still" erinnern durch die verwendeten (Break)Beats und Sounds dann auch an eine Zeit, als Breakbeat  noch UK Hardcore hiess. Wer sich noch an Acts wie Cubic22, Time Zone, Altern8, Recall IV oder Tricky Disco erinnert, wird wissen, wovon die Rede ist. Einzig das schon auf der Springbreak-EP veröffentlichte "Jahbot" weicht durch das komplette Fehlen altschuliger Elemente und seiner eher ambientösen Atmosphäre ein wenig von diesem Konzept ab.

Gastreview für Groove , veröffentlicht in Ausgabe 60 - Okt. / Nov. 1999

Mittwoch, 21. Juni 2017

Polar - 37 Degrees And Falling [Certificate 18]

Was macht ein durch Rave, Breakbeat und Techno sozialisierter Norweger, wenn er von zu Hause rausfliegt, und es draussen langsam kalt wird? Er beginnt am PC eines Freundes Drum'n'Bass zu produzieren. Im Fall von Polar hiess dieser Freund DJ Teebee, man schrieb das Jahr 1997 und schon bald tauchte der Name Polar unter dem Alias "Jazzassins" auf dem belgischen Label R&S auf. Zwei Jahre später ist der Gute in aller Munde und wird als einer der grössten Hoffnungsträger in 1999 gehandelt.  Nun veröffentlicht  Polar (der als K auch auf Audio Couture veröffentlicht) auf Certificate 18 sein erstes Album, auf dem er unterstreicht, dass man nicht zu Unrecht grosse Stücke auf ihn hält. Immer leicht unterkühlt und metallisch verbindet  sein Sound nicht nur straighte Drum'n'Bass-Tracks mit extrem funkigen Elektro. Die Beats pulsieren flüssig und trotz der mit Norwegen und seinem Künstlernamen assoziierten Temperaturen pumpen die Basslines wohlig warm. Soll heissen: Polar verzichtet weitestgehend auf Distortion. Insgesamt erinnert "37 Degrees And Falling" an den auf abstrakten Rhythmuskonstruktionen basierenden Intelligent Funk eines Photek, wobei er sich ausreichend davon emanzipieren konnte, um unter allen Umständen als eigenständiger Produzent identifiziert werden zu können. Diesen Mann sollte man sich merken!

Gastreview für Groove , veröffentlicht in Ausgabe 60 - Okt. / Nov. 1999

Mittwoch, 14. Juni 2017

Various Artists - Formation Records presents The World Of Drum'n'Bass [Formation Records]

Grössenwahn galore. Nachdem die Drum'n'Bass-Welt in den letzten Monaten mit mehrfach Doublevinyl-Albumreleases geradezu überversorgt wurde, schiesst das englische Label Formation mit seiner "World Of Drum'n'Bass"-Compilation den Vogel jetzt endgültig ab. Auf Triple-Audio-CD (limited Edition plus Bonus-CD-Rom) und 8fach-Vinyl versammelt Labelmitgründer DJ SS die Grössen und Hoffnungsträger der hardsteppenden D'n'B-Front, um sie in geballter Form dem Rest der Welt zu präsentieren. Dabei beschränkt er sich glücklicherweise nicht nur auf den englischen Inner Circle sondern widmet sich der globalen Entwicklung dieses Genres. Angenehm auch die vielen kurzen Interludes, die selbst bei den nicht wirklich  gemixten CDs 1 +2 den Eindruck eines durchgehenden Flows erwecken,  während auf CD 3 dann die Mischmeister Grooverider & DJ SS selbst Handanlegen und wahre Skillz offenbaren.

Gastreview für Groove , veröffentlicht in Ausgabe 60 - Okt. / Nov. 1999