Donnerstag, 16. Mai 2024

Sankt Göran - Local Legend EP [Crimecity Disco 006 Whitelabel]

Der schwedische Produzent Sankt Göran liefert mit den beiden Tracks dieser EP - „Local Legend“ / „Wallenberg6“ - zwei äußerst erbauliche 4-2-The-Floor-Variationen mit analogem, dem Geist von Jack verpflichteten Fundament, das auf angenehme Weise von fast als upliftend zu beschreibenden Italo-Synths konterkariert wird und gleichzeitig – zumindest im titelgebenden A-Seiten-Track - in ihren auf Beat und Bassline reduzierten Parts die Faszination des „polished Chrome“ ausstrahlen, von dem einst Emmanuel Top in einem seiner größten Momente kündete, während die B-Seite sich trotz exzessiven Melodieeinsatzes als weltumarmender (Neo)Disco-Tune von ergreifender Schlichtheit entpuppt. Hitverdächtig.

9/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 04/2013

Donnerstag, 9. Mai 2024

Quadrat - Two [Quadrat Musik 002 Whitelabel]

Auch dieses Whitelabel mit vier Tracks besticht vorwiegend mit dem ersten Eindruck der totalen Anonymität, finden sich doch auch hier bis auf die genannten keine weiteren Informationen. Statt dessen geht es allein um die Musik, die sich hier dem geneigten Hörer vor allem in Form von verschleppten Housetracks mit gedrosselter Geschwindigkeit präsentiert und das Erbe von DubTechno im Gepäck hat, ohne jedoch auf standardisierte Chords zurückzugreifen. Statt dessen verspulen sich trippige Hallfahnen ineinander, werden mehr oder minder sachte moduliert und auch aus dem ArmchairTechno entlehnte Acid-Anleihen dürfen sich munter unter die Beats mischen. Lediglich auf dem unbetitelten B2-Track nimmt der Beat ein bischen an Fahrt auf, um einen zurückgenommenen Hybriden aus bassbetontem MinimalHouse und dem melodieverliebten Echo von ElectroClash und seinen Folgen zu stützen, letztendlich aber doch tendenziell harmlos und weitgehend Unspektakuläres zur Schau zu stellen. Wenig aussagekräftig.

5/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 04/2013

Donnerstag, 2. Mai 2024

Neal White - Goldfish EP [Eintakt 027 Whitelabel]

Nach längerer Unterbrechung findet das Berliner Label Eintakt langsam wieder zu einem regelmässigen Veröffentlichungsrhythmus zurück, um sich gleichermassen vom ursprünglichen Minimalkurs der Anfangszeiten zu entfernen und in melodiöseren Gefilden sein Glück zu suchen. So findet sich auf der A-Seite dieses weitgehend informationslosen Whitelabels träumerischer TechHouse der frühlingshaften Sorte, der sich sogar vor ebensolchen female Vocals nicht scheut. Auf der Flipside bleibt es dann in zwei Tracks instrumental wenn auch in musikalisch ähnlichen Gefilden verortet, die zwar für ein frühes WarmUp geeignet scheinen, jedoch insgesamt ein wenig an Biss vermissen lassen und insgesamt ein wenig zu harmlos und austauschbar erscheinen.

6/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 04/2013