Donnerstag, 20. November 2014

Der Tante Renate - 666 Deluxe [Audiolith 012]

Whitelabel, per Hand durchnummeriert - No. 4/10 rotiert gerade auf dem Plattenteller des Rezensenten - , weder Tracktitel angegeben noch mit dem üblichen Waschzettel für Presseheinis versehen, doch dafür mit feinstem handgemachtem Schablonen-Spray-Artwork versehen, macht die Promo der neuen Veröffentlichung "Der Tante Renate" auf dem Hamburger "Irgendwie Alles"-Label Audiolith schon optisch etwas fürs Sammlerherz des Vinylfetischisten her, doch auch musikalisch geht hier einiges, wie mensch in der Hansestadt zu sagen pflegt. Am Anfang steht die Frage "Ist das noch Band oder schon Elektrotanzprojekt?" und wird mit "Auch" beantwortet. Zwar lassen manche Tracks/Songs - aber letztere ohne Text [sic!] - durchaus klassische Strukturen erkennen und erinnern zuweilen an das Jeans Team in seinen besten Anfangstagen (erinnert sich noch jemand an die beiden 7"es auf dem Berliner Label Nadel Eins ???), doch schon bei der nächsten Nummer hat der Alter Ego'sche Rocker und auch die Electroclash-Partysau vom Kaliber eines DJ Hell durchaus Freude am Tanzen. Die meisten Tracks liegen irgendwo dazwischen, tanzen auf jeder Party und laden manchmal auch die Familie der alten Low-Fi-Geräte ein, weil die ja immer so schön quietschige Klänge machen wenn die sich freuen. Das kann mensch dann gut finden oder manchmal auch nervig, wenn einem der Sinn gerade nicht nach extrem quirlig aktiver Musik steht - generell sei der Selbstversuch jedoch empfohlen an dieser Stelle.

Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 08.03.2005

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