Donnerstag, 16. Juli 2015

Various Artists: Funky Plüsch - Beyond The Moon [Chin Chin Records]

"Funky Plüsch - Beyond The Moon" erscheint am 17.02.2006 und ist schon der zweite Teil der CD-Serie compiled by DJ Gärtner der Lüste , der - im eigentlichen Sinne mehr Selector als DJ - seit 15 Jahren an den Plattentellern seine Botschaft von opulenter Lounge & Clubmusik verbreitet, mittlerweile auch in Städten wie Budapest, Mexico City, auf Ibiza und nachwievor auch in im Bahnhof Langendreer zu Bochum.  Kaum eine Compilation die den Begriff "Lounge" in den letzten Monaten mehr vedient hätte - beeinflusst von Downbeat, Latin- und HouseGrooves freestyled sich Ralf Ilgner, so der bürgerliche Name des Gärtners, durch verschiedene Stile und Geschwindigkeiten und fügt die Einzeltracks zu einem knapp 80minütigen Spannungsbogen zusammen, der in hippen Szenebars für angenehme Beschallung sorgt. Manch einem mag das zu glatt und eingängig sein, doch gerade der Lounge-Einsteiger ist mit dieser Zusammenstellung von Tunes aus den Studios von Parov Stelar, Gerardo Frisina, Rodney Hunter, Bai Kwong und anderen gut beraten, zumal auch Ausflüge in funkigere Gefilde nicht gescheut werden. 

Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 18.12.2005

Donnerstag, 9. Juli 2015

The Dance Inc. - All Is Lost [Audiolith 17]

Das Hamburger "Zwischen allen Stühlen"-Label Audiolith mit seinem siebzehnten Release, das sich wie auch schon die letzten Audiolith-12 irgendwo im Grenzbereich zwischen Electrohouse, Electroclash und Indie-Dancefloor bewegt. Auf Floors aller drei Genres durchaus funktionalerweisen sich das massive drückende "Catpurr" und der dumpf-minimal gehaltene "Catpurr RMX" auf der A-Seite, aber auch der titelgebende ElectroRock-Stomper "All Is Lost" und das synthpop-lastige "Those Who Sleep On Roads" müssen sich keinesfalls verstecken.

Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 06.12.2005

Donnerstag, 2. Juli 2015

Belladonnakillz - Kill Bella Donna [KFA 28]

Da ist sie. Endlich. Die Überhymne eines jeden Panacea-Sets der letzten 15 Monate. Auf 10". Stichwort: "Today - my baby's gone away...". Klingelts? Ja? Kaufen. Sofort. File under: Drum'n'Bass goes HappyHardcore goes grossartiger Popsong. Maximales Crossoverpotential - müsste sowohl aufm Drum'n'Bass-Floor als auch in der Indiedisco die Scheisse ganz fett rocken. Eigentlich gehört das auf Top 1 der Charts.

Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 01.11.2005

Donnerstag, 25. Juni 2015

Paul Van Dyk ft Wayne Jackson - The Other Side *Breaks Mix [Whitelabel]

Trance-Paule in der BrokenBeats-Rubrik und das sogar mit Absicht? Während der A-seitige Deep Dish-Remix auf diesem Whitelabel wie erwartet sehr in Richtung der progressiv-trancigen String-Attacken schielt und damit eher zu vernachlässigen ist, bringt der Breaks Mix auf der Flipside mit verträumten Pianos und hibbeligen Breakbeats ein wenig mehr Bewegung in die Bude und eignet sich bestens für die frühen Morgenstunden.

Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 29.09.2005

Donnerstag, 18. Juni 2015

Lil Love - Little Love [Zeitgeist]

Filterhouse-Action Galore. Cheesy bis zum Abwinken, verboten eingängig und eigentlich deshalb schon durchgefallen. Aber irgendwas an dieser Nummer dran, das mich den Tune mögen lässt. Wahrscheinlich sind es die naiv-unschuldigen Vocals, die wie aus der Alles-Geht-Euphorie der frühen Neunziger entsprungen wirken, ein dickes Lächeln auf die Lippen zaubern und die Welt für ein paar Minuten ins Promised Land verwandeln. Bleibt im Case. 

Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 29.09.2005

Donnerstag, 11. Juni 2015

Motor - Sweatbox / Yak [Novamute]

Brett. Und was für eines. AcidRevival hin oder her - so intensiv und nervenzehrend wie auf dieser 12" ist das lustige Zwitschern aus der silbernen Box schon lang nicht mehr zelebriert worden. Eine ins elektronische Nirvana spulende 303-Linie unterstützt von massiv-klappernden Rimshots lässt hochätzende Säure durch die Nervenbahnen des Konsumenten fliessen, um nach einem kurzen heftigen Exzess in unerträgliche Langsamkeit umzubrechen, die manch DJ zur Verzweiflung treiben wird. "Yak" hingegen interpretiert Pounding Techno mit fröhlich wirkenden Elektroeinflüssen und ist ein gutes, wenn auch nicht weltbewegendes Tool. 

Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 29.09.2005

Donnerstag, 4. Juni 2015

Drumkombinat - Schlachtgesänge E.P. [Apwood Recordings 004]

Das Drumkombinat ist das gemeinsame Studioprojekt der beiden Produzenten Axel Lüers und Michael Lambart, die mit der vorliegenden 12" das landen, was mensch wohl "ein amtliches Brett" zu nennen pflegt. Die A-Seite startet mit endlosem, epischen Intro und leicht säurehaltigen Referenzen, um dann direkt in massiven, analog klingenden Techno umzuschlagen, der durchaus auch auf der 1993 erschienenen "Rauschen 5"-Compilation auf Force Inc. eine Heimat hätte finden können. Old skool rules - dicker Track. Die Flipside klingt ein wenig moderner, verpflichtet sich aber ebenfalls der rauh bollernden Schule des ultrafunktionalen, körperlichen Tekkno, dessen Faszination sich altgedienten Ravesoldaten sich auch 10 Jahre nach dem eigentlichen Höhepunkt dieser speziellen Technospielart nicht entziehen können.

Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 03.09.2005

Donnerstag, 28. Mai 2015

Alka_Rex - Shapes To Phases - [Supralinear]

Alka_Rex liefern das dritte Release auf dem noch frischen Imprint Supralinear und lassen mit ihrem Album "Shapes To Phases" die Tanzflächentauglichkeit Einzug halten in den jungen Katalog des Labels. Verortet zwischen ambient floatenden Interludes, minimalem DubTechno und einem hypnotischen, fast rituell anmutenden Flow, der den Begriff der Trance - nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen, flächengeschwängert-melodiösen Variante elektronischer Tanzmusik - auf seine archaische Form zurückführt und die altbekannte Formel "Rhythmus + Monotonie = Trance" in einer sehr puristischen Weise anwendet. Trotz ständiger behutsamer Weiterentwicklung der Trackstruktur wird sich der Konsument - in diesem Fall auch: Tänzer - dieser langsamen Addition von Ideen und Einzelsounds auf dem Dancefloor nicht wirklich bewusst, sondern lässt sich in einem dunklen Sog mitreissen, der in gewisser Weise an jene Art von Musik erinnert, die sich einst auf dem legendären "Record Of Breaks"-Album der Formation Psychick Warriors Ov Gaia wiederfand und schon zu einer Zeit MinimalTechno definierte bevor dieser Begriff offiziell zur Stilrichtung erhoben wurde. Ebenso wie genanntes Album ist auch "Shapes To Phases" ein absolut zeitloses und konsequent aktuelles Tool für den DJ, der es versteht mit seiner Selection eben nicht nur die Massen zu befriedigen sondern missionarsgleich im selben Atemzug auch die anspruchsvollen Varianten elektronischer Tanzmusik zu vertreten. Sprich - wer Psychick Warriors Of Gaia kennt, Taylor Dupree hört, Plastikman mag und sowohl Basic Channel als auch Sleeparchive spielt, ist mit Alka_Rex auf jeden Fall gut beraten.

Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht in 08.2005

Freitag, 22. Mai 2015

Egotronic vs. Saalschutz - Luxus / Nein Nein [Audiolith]

Das Hamburger Label Audiolith präsentiert seine aktuelle Veröffentlichung im sympathischen 7"-Format und kassiert damit schon vorab einen dicken Bonuspunkt. Doch auch die Musik ist äusserst sympathisch, da sie mit dem niedlich verpixelten Coverartwork einhergehend tatsächlich als amüsanter Amiga/Nintendo-Trash daherkommt. Wer also ein Label wie Micromusic mag, ist hier genau richtig. Auf der A-Seite rocken Egotronic im Alleingang über "Luxus", während die Kollaboration mit dem z.Zt. schwer angesagten Saalschutz thematisch passend zum Wetter von grosser bis grösster Verliebtheit handelt und gegen Ende des Tracks eine sehr überraschende Wendung nimmt. Gross... 

Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 26.07.2005

Donnerstag, 14. Mai 2015

Dawid Szczesny - Unheard Treats [Supralinear]

Dawid Szczesny, seines Zeichens ein noch junger Klangkünstler polnischer Herkunft, debütiert mit seinem knapp 45 minütigen Album "Unheard Treats" auf Supralinear, dem Nachfolgelabel von Mille Plateaux / Ritornell. In insgesamt neun sehr ambient und moody gehaltenen Tracks verarbeitet er vorwiegend einzelne modifizierte, melodisch stimmig gereihte Pianoklänge, bearbeitet die entstehenden Folgen und Loops anschliessend noch einmal im Ganzen und addiert in letzter Folge leichte Rausch-, Kratz- und Störsounds, wie mensch sie von alten, oft gehörten Vinylplatten kennt. Diese analogen Klänge wirken auf den Konsumenten auf einem digitalen Medium wie einer CD im ersten Moment vielleicht verwirrend, ebenso wie das zuweilen bewusst eingesetzte Skippen, welches Liebhaber experimenteller elektronischer Musik z.B. von den Produktionen Oval's gewohnt sind, doch verleihen sie dem Album in finaler Konsequenz einen sehr angenehmen Touch von Nostalgie, der dem visuellen Genuss alter Stummfilme mit reiner Klavierbegleitung nahekommt. Die Verwendung als Filmmusik ist auch bei Szcesny nicht ausgeschlossen, zumal dieser Begriff seiner Musik wie im Covertext beschrieben gern zugeordnet wird, doch eignet sich das vorliegende Album sicher nicht als banaler Hintergund für Komödien. Vielmehr erforderte es bei entsprechender Verwendung langer Kamerafahrten, wenig Bewegung im Bild und vor allem Moll-gefärbter Herbstszenerien, die sich im modernen und massentauglichen Kinobetrieb leider viel zu selten finden. Prädikat wertvoll.

Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 26.07.2005

Freitag, 8. Mai 2015

Aarktika / Aaron Spectre - Ocean E.P. [Moonbunny 001]

Der Wahlberliner / Ex-New Yorker Aaron Spectre bringt mit der "Ocean E.P. das erste Release seines Labels Moonbunny an den Start und landet damit direkt auf dem Punkt. Verortet irgendwo zwischen melancholischen PostRock-Anleihen, Electronica im Sinne der frühen Boards Of Canada und dezentem Songwriting könnte mensch das angerissene Genre wohl treffend mit Indietronica bezeichnen und trifft damit genau so ins Schwarze wie auch daneben. Schubladen hin oder her - Ausschau halten lohnt sich, da diese 12" wohl in Deutschland schwer zu bekommen sein wird...

Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 01.07.2005

Donnerstag, 30. April 2015

Tomcraft - Sureshot [Kosmo Records]

Durchaus solide Elektro-/Breakbeatkost, die der gute Tomcraft hier mit seiner neuen 12" auf Kosmo Records abliefert. Monotone Bassline, ein paar Vocalsamples und ein an Breakdance orientierter Beat - mehr bedarf es nicht um ein kraftvolles Tool zu schaffen, das im richtigen Moment eingesetzt zur Waffe werden kann. Auf der Flipside finden sich noch zwei geradlinige Interpretationen von den allgegenwärtigen Moonbootica-Jungs und dem Bremer Exportschlager Thomas Schumacher, die den Tune zwar sauber in den Housekontext einpassen, gegen die sperrigere Originalversion jedoch zu stromlinienförmig wirken.

Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 01.07.2005

Mittwoch, 22. April 2015

Unknown [Chavs 001]

Spassmusik nicht vollständig geklärter Herkunft, die allerdings auf dem Tanzflur ihren primären Zweck , sprich: die kollektive Abfahrt, vollends erfüllt. Gekreuzt werden hier Lil' Louis Klassiker "French Kiss" mit Vocals von Ursula Rucker, Superdiscount's "Fast Track" trifft auf die ekstatische Stimme von Byron Stingly und Tiefschwarz "Isssst" trifft auf unsere allerliebste Kylie. Klingt nach Partyspass? Ist es auch. Vor allem die Kombination Superdiscount vs. Byron Stingly schiesst den Vogel ab und sorgtfür einige überraschte Gesichter auf dem Tanzflur. Nice.

Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 01.07.2005

Freitag, 17. April 2015

Jullander - Reworks & Continuations [Sunday Service LP 06]

Für Anfang Juli angesetzt ist die nächste Veröffentlichung des Hamburger Labels Sunday Service, das sich wie gewohnt als sichere Bank im Dunstkreis von Indietronica, leicht postrockigen Attituden, melancholisch getragenem Leftfield-Pop und letztendlich auch knusprig elektronischen Remixen erweist, die zuweilen auch auf den Tanzflur schielen. Fünf dieser erwähnten Remixe, die sich alle auf das in 2003 erschienene Jullander-Album "Interiors" beziehen, findet der geneigte Konsument auf vorliegender 12"/EP. Lawrence macht mit seiner Bearbeitung des Songs "Die Yamanote-Linie" eigentlich alles wie immer - also gewohnt gut - verliert sich allerdings noch weiter in verträumt-nebligen Strukturen als sonst und somit den Clubkontext ein wenig aus den Augen - Soundtrack House? Thomas Leboeg (u.a. Member of Kante & Iso68) verwandelt "Behind The Scenes" in netten, romantischen Vocoderhouse für die späten Stunden und Jörg Theurer spielt in seinem gemorphten "Apres Dance" ebenso geschickt mit ravigem Elektrohouse und überraschend gesetzten Breaks wie mit der deutschen Sprache und fügt dem Aspekt Betanzbarkeit noch den Zusatz Humor hinzu.  The Montana Files liefern im Anschluss "Luther, reformiert" in einer sympathisch nebligen KifferHop-Variation ganz im Sinne der ersten Pudel Produkte und Julies Etienne ergeht sich in "Der Tragödie erster Teil" in der überbordenden Nettigkeit von plinkernden Gitarren und seichter Elektronik was durchaus nett klänge - ohne den leiernden Gesang... Hier wäre eine Instrumental-Version die richtigere Wahl gewesen, aber ein schwacher Track von insgesamt fünf ist immer noch eine mehr als akzeptable Quote.

Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 13.06.2005

Sonntag, 12. April 2015

finn. - The Ayes Will Have It [Sunday Service LP 07]

finn. also. Der Mann mit dem Punkt hinter seinem Alias heisst eigentlich und im richtigen Leben Patrick Zimmer und veröffentlicht im August sein zweites Album auf Sunday Service, den Nachfolger zu "Expose Yourself To Lower Education" und der dazugehörigen Remix-12" "Expose Yourself To Disco Education". Sein neuer Longplayer trägt den Titel "The Ayes Will Have It" , serviert insgesamt elf warme, melancholische und stets leicht unscharfe Songs, die im guten Sinne Pop sind, und sollte sich dank seiner langsamen Getragenheit eigentlich zu einer perfekten Herbstplatte entwickeln, obwohl der Gedanke an prasselndes Kaminfeuer, Rotwein und schneidenden Nordwestwind bei zur Zeit ungefähren 35 Grad in der Dachwohnung des Schreibers dieser Zeilen einen durchaus hohen Grad an Abstraktionsvermögen erfordert. Der Haken an diesem schönen Stück Popmusik: finn.'s zerbrechliche Stimme funktioniert nicht auf Anhieb sondern erfordert ein wenig Geduld, Zeit und vor allem Ruhe, um in den Ohren des potentiellen Konsumenten mit den vielschichtigen Klangwelten der einzelnen Songs zu verschmelzen. Nichts also für die Ringtone-Generation sondern Musik für die Erwachsenenwelt.

Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 13.06.2005

Montag, 6. April 2015

Saalschutz / The Dance Inc. - Never Mind The Remix [Audiolith]

Das Hamburger Label Audiolith, seines Zeichens zuständig für irgendwie alles was zwischen Elektroclash, Dancefloor, Synth-Einflüssen und Bandprojekt passieren kann, präsentiert sich auf seiner aktuellen 12" ein wenig inzestuös. Saalschutz remixen The Dance Inc. und umgekehrt, Erstgenannte werden auf einem weiteren Track von Stina Galaxina um Rhymes&Shouts ergänzt und schlussendlich darf sich Hamburg's Lieblingswonderkind Christian Harder noch einmal über den Track "Collecting Missing Pieces" - im Original von The Dance Inc. - hermachen und diesen nach seinem Gusto ummodeln. Das Ergebnis aller dieser Kollaborationen und Remixarbeiten klingt wie mensch es von einem Audiolith-Release erwarten kann - immer ein wenig trashig, haarscharf am Hit vorbei und gerade dadurch charmant. Das Crossoverpotential ist gewaltig und vom verhaltenen Schmunzeln bis hin zur ausrastenden Crowd ist alles möglich. Sehr sympathisch. PS: Kann mensch allerdings auch so richtig Scheisse finden, wenn einem der entsprechende Humor fehlt.

Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 15.05.2005

Dienstag, 31. März 2015

Piepshow Compilation #00 - DJ-Set Der Afterhour im KitKatClub Berlin [Highball Music]

Der KitKatClub zu Berlin ist seit Anbeginn seines Bestehens ein Ort der Freizügigkeit - sowohl im musikalischen als auch im sexuellen Sinne, denn lustvolles und lustbewusstes Feiern bis in den Morgen hinein steht hier auf dem Programm. In den frühen Morgenstunden eines jeden Sonntags startet seit über zehn Jahren die Piepshow als offizielle Afterhour des KitKat-Wochenendes und auch hier wird Wert auf intensive musikalische Erfahrung und animierende Sounds gelegt, die nun nach einer Dekade des Exzesses erstmalig in Form einer CD-Compilation auch den Nicht-KitKat-Gängern zugänglich gemacht werden. Im Dreiergespann mixen sich die KitKat-Residents DJ Flash, Qualle und Sereno hier durch 18 Tracks, die sich auf dem musikalischen Grat zwischen treibendem Techno, pumpendem Progressive und dem von Corvin Dalek geprägten Hot & Wet-Sound bewegen. Letztgenannter ist auf der Piepshow-Compilation selbstredend vertreten, ebenso wie Eiven Major, Russian Roulette und Robert Natus' & Arkus P.'s Floorburner "Hardcore Salsa" sowie diverse Eigenproduktionen aus dem weiteren KitKat-Umfeld, die in dieser Kombination eine durchaus runde Mischung ergeben. Macht sich gut in jeder Sammlung und liefert vor allem dem Nicht-Vinylisten eine spannende Zusammenstellung von Tracks, die mehr Wert auf musikalische Qualität als auf ein liebloses Zusammenschustern von Hits legt. Lässt sich im Gegensatz zu vielen anderen Compilations mit kurzer Halbwertszeit wahrscheinlich auch in fünf Jahren noch gut anhören... Nice one.
 

Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 15.05.2005

Donnerstag, 19. März 2015

Why? - Sanddollars E.P. [Anticon.]

Yoni Wolf - bisher im Alleingang unter dem Alias "Why?" unterwegs - kommt nun also als Frontmann eines vierköpfigen Indie-/Folk-Hop-Quartets, das unter gleichem Namen agiert. Dem im Sommer erscheinenden Longplayer der Formation wird als Teaser die vorliegende 8-Track E.P. vorangestellt, die Why?'s neuen Sound schon vorab grob umreisst: Sprechgesang auf der Grenze zum beschleunigten Erzählerstil über quasi auskomponierten Songstrukturen mit echten Hooklines, die zuweilen an ziemlich spacigen California Surfrock erinnern. Echte HipHop-Beats spielen nur noch eine Nebenrolle und dem ein oder anderen AbstractHipHop-Head wird das wohl ein wenig zu far out sein, allerdings erschliesst sich in der Fusion der genannten Genres ein neues, interessantes Feld, dessen weitere Beobachtung sich lohnt.

Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 10.05.2005

Donnerstag, 12. März 2015

Noiseshaper - Rough Out There [Echo Beach]

Musik für den Sommer. Auch wenn diese Einschätzung - gerade in Bezug auf Reggae-/Dub-beeinflusste Musik - mehr als nur ein bischen klischeehaft klingt, schafft die Formation Noiseshaper um Axel Hirn und Flo Fleischmann, hier unterstützt von diversen Vocalisten, mit ihrem dritten Album seit Gründung der Band trotz tonnenschwerer Bässe ein nahezu perfekt sommerliches Szenario, zu dem sich perfekt der ein oder andere Cocktail in der nächsten Strandbar geniessen lässt. Genau dieses Crossover-Potential mit einer gegebenen Radiokompatibilität im Klangbild ist es auch, die in den Augen mancher Dub-Fundamentalisten zum selbst gelegten Stolperstein des vorliegenden Noiseshaper-Albums werden könnte. Denn obwohl die beiden Protagonisten musikalisch dem Konzept von Dub, Dubhouse, Steppers und Dancehall vollkommen treu bleiben, wirkt die Produktion an manchen Stellen etwas zu glattgebügelt und lässt eine gewisse Dreckigkeit vermissen, die Dub als Genre seinen Reiz verleiht.

Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 08.05.2005

Freitag, 6. März 2015

Sanomat - Duck Hunt [DJF Southcoast]

Das legendäre Kölner Acidlabel DJungle Fever unter der Leitung von Dr. Walker gebiert dieser Tage eine neue Subdivision, die sich - so zumindest das bis jetzt bekannte Konzept - der humorvollen Seite von Acid widmen wird. Das erste Release des DJF Southcoast betitelten Imprints kursiert dieser Tage als Whitelabel und beherbergt vier Tracks des Club Camouflage-Residents Sanomat, die sich absehbar für längere Zeit in den Plattenkisten der Republik einnisten werden. Während sich die A-Seite musikalisch an Clubacid der Zeit um 1995/1996 herum orientiert und zuweilen Erinnerung an Steve Mason's DJ-Sets jener Tage weckt ist es vor allem der Track B2, der die humoristische Seite des Labels zum Ausdruck bringt. Über minimalen Korsett im Poker Flat-Style und einer knarzig jackenden Bassline wird die "Heaven a place on earth"-Hookline irgendeines 80er-Überhits einer massiven Hall- und Filterattacke unterzogen, die jeden Dancefloor in Bewegung versetzt.

Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 02.05.2005