Freitag, 3. Dezember 2021

Blacks On Blondes - Black Ratio EP [Rotraum Music]

Nachdem die Blacks On Blondes erst kürzlich ihren zweiten Longplayer veröffentlicht haben, legen sie nun mit einer 12“ nach und überraschen mit dieser nicht sonderlich. Auch hier geht es – verteilt auf drei Tracks – mit Vorliebe um House mit sommerlicher und de facto auch balearischer Prägung, der sich solide präsentiert, sich aber letztendlich für meinen Geschmack zu sehr in bemüht guter Laune, Daddeligkeit und vor allem Austauschbarkeit verliert. Für schicke Clubs mit schicken Menschen – oder jenen, die sich dafür halten.
4/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 10/2012

Samstag, 27. November 2021

Kid606 - Lost In The Game [Tigerbeat6]

„Lost In The Game“ – der allererste Gedanke bei diesem Titel gilt natürlich Tali’s VocalDubstep-Überhymne gleichen Namens, die jedoch auf diesem Album selbstredend nicht zu finden ist. Trotzdem gibt es zumindest eine Gemeinsamkeit zwischen ihrem Hit und Miguel De Pedros mittlerweile sechzehntem Longplayer laut Discogs-Zählung: die Melodie, gern auch in der Mehrzahl. In seinen bisherigen Veröffentlichungen oft nur fragmenthaft vertreten, um kurz darauf in gern gewalttätigem Exzess wieder aufs brutalstmögliche digital fragmentiert zu werden, steht das melodische, fast intim shoegazende Moment hier im Vordergrund, verwaschene Synthieflächen treffen auf zurückgenommene und Experimental HipHop-affine Beats, wie sie sonst nur im Umfeld von Labels wie Anticon zu finden sind und strahlen eine ungewöhnliche Zärtlichkeit aus, die im Regelfall nicht zu Kid606’s dominanten Eigenschaften gehörte. Bis jetzt. Für DieHard-Fans ein krasser Bruch, für alle anderen eine Überraschung. Nicht die schlechteste, wie ich finde und wenn das so weitergeht, dürften auch Labels wie Morr Music zukünftig die Fühler nach Herrn De Pedro ausstrecken.

8/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 09/2012

Samstag, 20. November 2021

AB Syndrom - Alles Deins [Herr Direktor]

Unhörbar. Deutscher HipHop über zerhackt schlaumeiernden Electronica- und Pseudo-NuJazz-Beats, nicht vorhandene Flows, die wie bei ersten Freestyle-Versuchen holpern, mitten im Satz und / oder unvermittelt abreissen und überhaupt in dieser Form gar nicht zu ertragen sind. Wertung gilt ehrlicherweise für die ersten zweieinhalb Songs, danach habe ich abgeschaltet. Üben!

0/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 09/2012

Samstag, 13. November 2021

The Orb featuring Lee Scratch Perry - The Orbserver In The Star House [Cooking Vinyl]

Ein Treffen der Titanen. The Orb mit Alex Paterson und Thomas Fehlmann in den Hauptrollen schon in den frühen 90ern mit „Little Fluffy Clouds“ verantwortlich für einen der ganz großen Hits der aufkeimenden Technoszene, während der mittlerweile 76-jährige Lee Scratch Perry schon 1959 seine erste Platte aufnahm und maßgeblich an der Entwicklung von Reggae und Dub beteiligt war, der natürlich auch bei diesem Album die Hauptrolle spielt. Doch während sich die ersten beiden Titel noch sehr an RootsReggae orientieren nimmt „The Orbserver...“ merklich an Fahrt auf und spätesten mit dem psychedelisch-ambienten „Golden Clouds“ wird der elektronische Einfluss mehr als deutlich und zu Offbeats und Vocals gesellen sich immer wieder klar strukturierte Loops und gerade Beats, die sich auch in der hellen Festivalsonne im Rahmen tageslichtfreundlicher DJ-Sets zweifelsfrei be- und zertanzen lassen. Und doch: es bleibt ein Reggae-Album, auch wenn es sich hier um Variante 2.0 oder 3.0 handelt. Sehr gelungen.

8/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 09/2012

Samstag, 6. November 2021

Young Smoke - Space Zone [Planet Mu]

Neben vielem anderen ist Mike Paradinas’ Planet Mu zur Zeit wohl auch das wichtigste und vielleicht einzige Footwork-/Juke-Label in Europa und legt nun mit einem weiteren Album nach. Diesmal ist es der 18-jährige Young Smoke, der den freshesten Sound seiner Heimatstadt Chicago in voller Länge repräsentieren darf und schon nach wenigen Tracks wird klar, dass seine Footwork-Variante einen neuen Ansatz verfolgt. Statt sehr frei und abstrakt assozierter Beats und Soundschichtungen spielt hier die Halftime-Snare eine tragende Rolle. Ruhe statt Hektik, dazu Science Fiction-orientierte Synthesizer-Pads, aus Computerspielen entlehnte Bleeps und futuristische Sounds, die auch im Unterwasserkosmos des Drexciya’schen Detroit Electro von entscheidender Bedeutung waren. Young Smoke jetzt schon auf eine Stufe mit diesem legendären Projekt zu stellen, wäre wahrlich verfrüht, aber mit seinem konzeptuellen Ansatz und der stringenten Soundästhetik auf „Space Zone“ hat er das Zeug dazu, im hermetisch geschlossenen Footwork-Kosmos in Zukunft eine ähnliche Sonderrolle einzunehmen, die einen Ausflug in John B.-artige Electro’n’Bass-Gefilde wie bei „Korrupted Star“ ebenso rechtfertigt wie die schmierigen Schmusefunk Vocals in „Believe In Me“.

8/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 09/2012

Samstag, 30. Oktober 2021

DFRNT - Fading [Echodub]

Alex Cowles a.k.a. DFRNT nun also mit seinem dritten Album, das gleichzeitig das erste auf seinem eigenen Echodub-Label ist. Von vielen als im Dubstep-Dunstkreis agierender Produzent wahrgenommen geht er jedoch mit „Fading“ weit über diese Zuordnung hinaus, verbindet fließenden AmbientDub mit DubTechno und stellt durch seine weiche Grundästhetik und den wiederholten Einsatz von zum Teil auch poppigen Vocalsamples auch Bezüge zu Balearic House her, dem typischen Sound ibizenkischer Terrassen und vieler Beachclubs weltweit, während der Dubstep- / Bassmusik-Underground mit all seinen Facetten in diesem Rahmen nur noch als weit entfernte Referenz eine Rolle spielt, was der gebotenen Qualität allerdings keinen Abbruch tut.

7/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 09/2012

Samstag, 23. Oktober 2021

Java Guidi - Stop Dying [World On Wire]

„Stop Dying“ – allein der Titel. Kann ja was werden, spätnachts und vielleicht acht Stunden vom Abgabeschluss entfernt. „Stop Dying“ - was ist denn mit der los? Draussen ist Krieg, der Euro geht den Bach runter und in London mehren sich in dieser Nacht die Gerüchte über die Stürmung der ecuadorianischen Botschaft, in der Julien Assange Asyl gewährt wird. Und dann? Kommt Java Guidi und schlägt mir mit ihrem arschrockend reduzierten Electroclash- / SynthPop- und auch Indie-Crossover erst einmal direkt in die Fresse. Huch? Danach erobert sie mit dem zweiten Track ihres Debutalbums – „Recipe“ – mein musikalisches Herz im Sturm, auch weil in ihrer Musik Sexappeal der richtig dreckigen Sorte mitschwingt. Trüge ich nicht aus gutem Grund das Geburtsdatum der Frau meines Lebens auf dem Handgelenk würde ich Java Guidi allein aufgrund ihres Albums zumindest daten wollen. Heißer als Kap Bambino und doch in musikalisch ähnlichen Gefilden unterwegs, was besonders in der quasi-industriellen Hymne „Sick & Tired Of Love“ deutlich wird, während die soften Momente wie „Chains“ fast Dillon’esque Züge tragen. RAWR!

10/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 09/2012

Samstag, 16. Oktober 2021

Deadbeat - Eight [BLKRTZ 005]

DubTechno? Dubstep? Electronica? Oder doch irgendwo verortet in der Schnittmenge aus allen Dreien? Mit seinem achten Studioalbum, dem zweiten auf seinem eigenen BLKRTZ-Label, sitzt Scott Monteith a.k.a. Deadbeat wie gewohnt zwischen allen Stühlen und feilt geflissentlich an seiner persönlichen Verortung von Bass und Echo. Natürlich sitzt der Nachhall von Basic Channel hier mit im Boot, doch anstatt sich in bloßer Reproduktion vorhandener Strukturen zu ergehen, bricht Deadbeat diese auf, ebenso wie die Beats, holt in melancholischen Momenten – „Lazy Jane“ – sogar Sehnsucht, Pop und Vocals hervor und integriert sie auf wunderbare Weise in sein Klanguniversum das einem James Blake schwindelig werden könnte. Aber der Focus bleibt Dub und die Fortschreibung der skelettiert-digitalen Dancehall - hochelektronisch, fokussiert, allgemeingültig zeitlos und sogar mit ein paar heimlichen Clubhits im Gepäck. Gut, das.

9/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 09/2012

Samstag, 9. Oktober 2021

Conrad Schnitzler - Zug: Reshaped And Remodeled [m = minimal]

Conrad Schnitzler’s Minimal-Schlüsselwerk „Zug“ im Remixwolf von Ricardo Villalobos und Max Loderbauer, die beide zu den zahlreichen erklärten Schnitzler-Fans dieser Welt gehören. Während der fast 20-minütige „Aktion Mix“ direkt auf die 4/4-getragenenen Dancefloors zielt und mit nur minimalsten Verschiebungen eine Spannung über die volle Laufzeit aufrecht erhält, die die Zeitwahrnehmung der Hörers komplett verzerrt und komprimiert – „Was, das läuft schon 16 Minuten ?“ -, erzielt ihr „Sorgenkind Mix“ unter Verzicht auf gerade Bassdrums einen ähnlichen Effekt und setzt statt dessen auf trockene Abstraktion und im Stereobild verteilte Sounds, die den aufmerksamen Hörer binnen Minuten in ihren Bann ziehen. Zusätzliche Remixe kommen von Borngräber & Strüver, die sich dem Thema ebenfalls von der Electronica-Seite aus nähern, und Pole, dem mit seiner dräuend-stampfenden 4-2-The-Floor-Variation ein echter Überraschungscoup gelingt.

9/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 09/2012

Samstag, 2. Oktober 2021

o F F Love - My Love For You... Probably Love [M = Maximal]

Im Jahre 2012 noch immer mit Begriffen wie WitchHouse und ChillWave für jegliche Art verschwommen und klagend klingender, partiell elektronisch erzeugte Musik zu hantieren, sich un-googlebare Schreibweisen für Projektnamen auszudenken, ebensolche Projekte wie oOoOO (wie spricht mensch DIE eigentlich aus ???) zu remixen und zusätzlich noch eine nahezu unsägliche musikalische Wasch- und Jammerlappigkeit gepaart mit falsch verstandenem Autotune-Gebrauch an den Tag zu legen, dass es dem Rezensenten binnen Minuten die Fußnägel hochklappt, zeugt von tragischer Konsequenz oder ziemlichem Irrsinn. Da helfen leider auch die eigentlich schönen Trance-Arpeggios im oOoOO-Remix von „Close To U“, das Bemühen von Future-R’n’B als urbane Verortung und das absurd pseudoterroristische Coverartwork nicht viel, denn im Grunde genommen klingt diese Platte so wie sich ein Cocktail aus Opium, Krokodil und höllisch viel Zuckerwatte am Tag danach anfühlen muss. Extra Minuspunkte gibt es übrigens für die furchtbaren Panflöten in Track sieben und langsam frage ich mich, ob sich ein Drogencocktail-Selbstversuch mit anschließender Nahtoderfahrung zum besseren Verständnis dieses Albums hilfreich erweisen könnte. Ich will das nicht.

1/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 09/2012

Freitag, 24. September 2021

Nicholas Desamory - Like You [m = minimal]

Ein scheinbares Konzeptalbum zum Thema kontemporäre House Music, das mit sprödem DeepHouse viel versprechend anfängt, im weiteren Verlauf allerdings am Einsatz immer gleicher, getragener Streicher sowie einer jammenden Verspieltheit scheitert, die im Live-Kontext Spannung erzeugt, auf Tonträger jedoch einfach zu daddelig wirkt und auf Dauer schlussendlich sogar nervt. Schade drum.

4/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 09/2012

Sonntag, 19. September 2021

The Von Duesz - Garant [M = Maximal]

Tanzkraut also. Aha. Ein neuer Genrebegriff, der hier via Waschzettel die Runde macht, um den Jamsession-artigen Ansatz von Krautrock auf elektronische Tanzmusik zu übertragen. Tatsächlich klingen die Stücke auf „Garant“ oftmals roh und unbearbeitet, mäandern sich in jazzigem Freispiel durch die Zeit, ohne den Dancefloor aus den Augen zu verlieren oder schweben getragen von episch-analogen Synthieflächen im La Düsseldorf’schen Sinne über live eingespielte Drums, deren menschliches Moment zwar deutlich hörbar ist, aber dadurch den Bewegungsapparat nicht weniger zwingend ansprechen, der leichte Unsauberkeiten im Timing charmant und mühelos auszugleichen weiß. Ein weiteres Projekt in der weit gefassten Schnittmenge zwischen Henrik Schwarz, Wareika, dem Moritz Von Oswald Trio und Francesco Tristano, immer wandelnd auf dem schmalen Grat zwischen Club und sogenannter Hochkultur und doch stets im Stande, beide Lager problemlos für sich einzunehmen. Lohnt.

8/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 09/2012

Samstag, 11. September 2021

Franck Valat - Quazar [Gravite 002]

Und noch einmal verrauschter Techno, dessen Zuhause eindeutig auf der dunklen Seite der Macht liegt. Obwohl in „Quazar“ eigentlich kaum etwas merklich passiert, entwickelt der Tune im Original unglaubliche Spannung, nahezu dreidimensional spürbare Präsenz und enorme Schubkraft und wird so zur Geheimwaffe für jedes Late-Night-Set. Minimalismus im eigentlichen Wortsinn ist hier Konzept und zeigt wieder einmal, das es nicht mehr als eine handvoll Spuren braucht, um einen wirklich funktionalen Track zu bauen. Auch „Cosmic Bells“ auf der Flipside funktioniert nach ähnlichem Prinzip, setzt allerdings auf bearbeitete Glockenschläge während Bruno Sacco’s Remix des Titeltracks weltraumkalte SlowTechno-Gefilde mit abgrundtiefen Bassdrums auslotet und damit hochgradig sterile Beklemmungszustände auszulösen vermag.

8/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 09/2012

Samstag, 4. September 2021

Myles Serge - Nightwerks [Space 001]

Dräuender DubTechno auf Clearvinyl. Während Quantec auf der A-Seite der ersten Veröffentlichung des Space-Labels Myles Serges „Edurne’s Eyes“ durch den Remixwolf dreht und dabei zu einem für ihn ungewöhnlich dunklen Ergebnis kommt, das sich durchaus in eine Reihe mit Veröffentlichungen auf Labels wie Patterns Repeat oder auch Stroboscopic Artefacts stellen kann, dabei allerdings durch kurz aufblitzende, melancholische Flächenstrukturen und aufgebrochenere Beatkonstrukte besticht, während die beiden Serge-Originaltracks auf der Flip mit geloopten Hallfahnen, schneidenden Hi-Hats und angezogenem Tempo spielen, untenrum aber leider ein wenig Druck vermissen lassen. OK, aber ausbaufähig.

7/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 09/2012

Samstag, 28. August 2021

A. Trebor & M.A.D.A. - Gatwick EP [Hidden Recordings]

Kurz und knapp: solider, tool-orientierter Techno mit – für heutige Verhältnisse – recht angezogenem Tempo und forschem Drive, den mensch in dieser Form in den letzten 15 Jahren schon millionenfach gehört hat, der aber genau so und nicht anders immer wieder aufs Neue Sinn macht und die Tanzflächen dieser Welt in glückseligste Ekstase versetzt. Gleiches gilt ebenso für die Remixe von Jerome Sydenham und Chris Finke, deren Bearbeitungen ebenfalls das nicht Rad neu erfinden, aber das erwartet an dieser Stelle auch niemand. Geht ab.

8/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 09/2012

Montag, 23. August 2021

Baumfreund - Kapillar EP [Tiefenrausch 002]

Trotz der Tatsache das mir persönlich bei typischen NDW-Artistnamen (= Neue Deutsche Witzigkeit) wie Baumfreund grundsätzlich eher übel wird und ich deren Releases schon aufgrund ihrer Namensgebung im Plattenladen nicht mal mit der Pinzette anfasse, weil mir derartige Niedlichkeiten zutiefst zuwider sind, verbergen sich auf dieser 12“ entgegen aller Erwartungen drei grundsolide TechHouse-meets-DubTechno-Nummern die erstaunlicherweise nicht nach Freiflächenrave in grünenden Ostgebieten sondern nach solider Echochord-Schule mit schwebendem Einschlag klingen und mit dem B2-Track „Rhisosphär“ sogar extrem reduziert in die Tiefen des Klangraums eintauchen. Positive Überraschung.

7/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 09/2012

Samstag, 14. August 2021

Flavio Diners - Lo-Fi Sould Food [Palham Music]

Wunderschönes 10“ Klappcover in Silk Screen-Print, dazu ein handbestempeltes, nummeriertes Whitelabel und eine Limitierung auf 198 Exemplare weltweit. Musikalische Füllung: warmer, organischer DeepHouse, der sowohl in den ersten Dessous Recordings-Jahren als auch in der Firecracker- und generellen SloHouse-Posse Anschluss findet, mit Beatspielereien und sexy Chords nicht geizt und schlussendlich sogar noch vier Locked Grooves als Bonusmaterial liefert. Davon braucht es mehr auf dieser Welt, denn mit zeitlosen Tracks wie diesen wird auch die Londoner Broken Beats / Phusion-Massive zu 100% glücklich. Sexy as fuck.

9/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 09/2012

Samstag, 7. August 2021

Paul Brcic - Beijing Rock [ROOTVD 007]

Weitgehend informationslose zwei Track plus ein Telefon-Skit Blacklabel-10“, hinter der der Rezensent mit einiger Sicherheit das Techno-Urgestein Paul Brtschitsch und sein Rootknox-Label vermutet. Musikalisch geht es hier um basswarmen TechHouse mit technoider Attitüde, die jedoch A-seitig regelmässig von Klezmer- oder ähnlichen Samplespielereien aufgebrochen wird und damit im Berliner Open Air und Afterpartyzirkus für erhobene Hände und glückliche Grinsegesichter sorgt während die B-Seite nahezu räumlich verspult deutliche Akzente auf den minimaleren Tanzflächen der Welt setzt und den verquasteren Teil der Feierei mit finalem Abriss einläutet.

7/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 09/2012

Samstag, 31. Juli 2021

Sin Tek - Get Down [Casual Lab 005]

Tief und progressiv vor sich hin pumpender TechHouse mit warmen Melodien, langen Breakdowns und vereinzelten Vocalschnipseln, angelegt für die glitzernden Momente in den späteren Stunden der Nacht, für die Momente in denen die Füße müde sind, aber der Kopf noch lang nicht nach Hause will und so passt auch die ausgedehnte Runtime von etwas über 9 Minuten perfekt zu „Get Down“. Skeet agiert in seinem Remix etwas konservativer und fast (Neo)Trance-affin, kommt aber über den Toolstatus nicht hinaus während „Backspace“ auf B2 noch einmal das promiske Glitzern einer ausschweifenden Partynacht aufgreift.

6/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 09/2012

Samstag, 24. Juli 2021

Diplo - Express Yourself EP [Mad Decent]

Sechs neue Diplo-Tracks auf seinem eigenen Mad Decent-Label. Wie immer heisst das Vollgas auf der Tanzfläche, ein Haufen Features – unter anderem Datsik, Elephant Man und Lazerdisk Party Sex – und eine Melange der aktuellen Underground Trends in den Produktionen, die natürlich gnadenlos auf das Maximum an Partyalarm ausgerichtet sind und keine Gefangenen machen. Zu finden sind diesmal Einflüsse aus Juke und Footwork, UK Funky, Kuduro, Moombahton und natürlich den Resten von Dubstep der Skrillex- oder Rusko’schen Ausprägung. Mir persönlich ist das alles zu doll, zu Midrange-lastig und vor allem zu viel Wobble an allen Ecken, aber die Kids werden es trotzdem lieben. Sollen sie.

6/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 08/2012