Samstag, 16. Oktober 2021

Deadbeat - Eight [BLKRTZ 005]

DubTechno? Dubstep? Electronica? Oder doch irgendwo verortet in der Schnittmenge aus allen Dreien? Mit seinem achten Studioalbum, dem zweiten auf seinem eigenen BLKRTZ-Label, sitzt Scott Monteith a.k.a. Deadbeat wie gewohnt zwischen allen Stühlen und feilt geflissentlich an seiner persönlichen Verortung von Bass und Echo. Natürlich sitzt der Nachhall von Basic Channel hier mit im Boot, doch anstatt sich in bloßer Reproduktion vorhandener Strukturen zu ergehen, bricht Deadbeat diese auf, ebenso wie die Beats, holt in melancholischen Momenten – „Lazy Jane“ – sogar Sehnsucht, Pop und Vocals hervor und integriert sie auf wunderbare Weise in sein Klanguniversum das einem James Blake schwindelig werden könnte. Aber der Focus bleibt Dub und die Fortschreibung der skelettiert-digitalen Dancehall - hochelektronisch, fokussiert, allgemeingültig zeitlos und sogar mit ein paar heimlichen Clubhits im Gepäck. Gut, das.

9/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 09/2012

Samstag, 9. Oktober 2021

Conrad Schnitzler - Zug: Reshaped And Remodeled [m = minimal]

Conrad Schnitzler’s Minimal-Schlüsselwerk „Zug“ im Remixwolf von Ricardo Villalobos und Max Loderbauer, die beide zu den zahlreichen erklärten Schnitzler-Fans dieser Welt gehören. Während der fast 20-minütige „Aktion Mix“ direkt auf die 4/4-getragenenen Dancefloors zielt und mit nur minimalsten Verschiebungen eine Spannung über die volle Laufzeit aufrecht erhält, die die Zeitwahrnehmung der Hörers komplett verzerrt und komprimiert – „Was, das läuft schon 16 Minuten ?“ -, erzielt ihr „Sorgenkind Mix“ unter Verzicht auf gerade Bassdrums einen ähnlichen Effekt und setzt statt dessen auf trockene Abstraktion und im Stereobild verteilte Sounds, die den aufmerksamen Hörer binnen Minuten in ihren Bann ziehen. Zusätzliche Remixe kommen von Borngräber & Strüver, die sich dem Thema ebenfalls von der Electronica-Seite aus nähern, und Pole, dem mit seiner dräuend-stampfenden 4-2-The-Floor-Variation ein echter Überraschungscoup gelingt.

9/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 09/2012

Samstag, 2. Oktober 2021

o F F Love - My Love For You... Probably Love [M = Maximal]

Im Jahre 2012 noch immer mit Begriffen wie WitchHouse und ChillWave für jegliche Art verschwommen und klagend klingender, partiell elektronisch erzeugte Musik zu hantieren, sich un-googlebare Schreibweisen für Projektnamen auszudenken, ebensolche Projekte wie oOoOO (wie spricht mensch DIE eigentlich aus ???) zu remixen und zusätzlich noch eine nahezu unsägliche musikalische Wasch- und Jammerlappigkeit gepaart mit falsch verstandenem Autotune-Gebrauch an den Tag zu legen, dass es dem Rezensenten binnen Minuten die Fußnägel hochklappt, zeugt von tragischer Konsequenz oder ziemlichem Irrsinn. Da helfen leider auch die eigentlich schönen Trance-Arpeggios im oOoOO-Remix von „Close To U“, das Bemühen von Future-R’n’B als urbane Verortung und das absurd pseudoterroristische Coverartwork nicht viel, denn im Grunde genommen klingt diese Platte so wie sich ein Cocktail aus Opium, Krokodil und höllisch viel Zuckerwatte am Tag danach anfühlen muss. Extra Minuspunkte gibt es übrigens für die furchtbaren Panflöten in Track sieben und langsam frage ich mich, ob sich ein Drogencocktail-Selbstversuch mit anschließender Nahtoderfahrung zum besseren Verständnis dieses Albums hilfreich erweisen könnte. Ich will das nicht.

1/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 09/2012

Freitag, 24. September 2021

Nicholas Desamory - Like You [m = minimal]

Ein scheinbares Konzeptalbum zum Thema kontemporäre House Music, das mit sprödem DeepHouse viel versprechend anfängt, im weiteren Verlauf allerdings am Einsatz immer gleicher, getragener Streicher sowie einer jammenden Verspieltheit scheitert, die im Live-Kontext Spannung erzeugt, auf Tonträger jedoch einfach zu daddelig wirkt und auf Dauer schlussendlich sogar nervt. Schade drum.

4/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 09/2012

Sonntag, 19. September 2021

The Von Duesz - Garant [M = Maximal]

Tanzkraut also. Aha. Ein neuer Genrebegriff, der hier via Waschzettel die Runde macht, um den Jamsession-artigen Ansatz von Krautrock auf elektronische Tanzmusik zu übertragen. Tatsächlich klingen die Stücke auf „Garant“ oftmals roh und unbearbeitet, mäandern sich in jazzigem Freispiel durch die Zeit, ohne den Dancefloor aus den Augen zu verlieren oder schweben getragen von episch-analogen Synthieflächen im La Düsseldorf’schen Sinne über live eingespielte Drums, deren menschliches Moment zwar deutlich hörbar ist, aber dadurch den Bewegungsapparat nicht weniger zwingend ansprechen, der leichte Unsauberkeiten im Timing charmant und mühelos auszugleichen weiß. Ein weiteres Projekt in der weit gefassten Schnittmenge zwischen Henrik Schwarz, Wareika, dem Moritz Von Oswald Trio und Francesco Tristano, immer wandelnd auf dem schmalen Grat zwischen Club und sogenannter Hochkultur und doch stets im Stande, beide Lager problemlos für sich einzunehmen. Lohnt.

8/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 09/2012

Samstag, 11. September 2021

Franck Valat - Quazar [Gravite 002]

Und noch einmal verrauschter Techno, dessen Zuhause eindeutig auf der dunklen Seite der Macht liegt. Obwohl in „Quazar“ eigentlich kaum etwas merklich passiert, entwickelt der Tune im Original unglaubliche Spannung, nahezu dreidimensional spürbare Präsenz und enorme Schubkraft und wird so zur Geheimwaffe für jedes Late-Night-Set. Minimalismus im eigentlichen Wortsinn ist hier Konzept und zeigt wieder einmal, das es nicht mehr als eine handvoll Spuren braucht, um einen wirklich funktionalen Track zu bauen. Auch „Cosmic Bells“ auf der Flipside funktioniert nach ähnlichem Prinzip, setzt allerdings auf bearbeitete Glockenschläge während Bruno Sacco’s Remix des Titeltracks weltraumkalte SlowTechno-Gefilde mit abgrundtiefen Bassdrums auslotet und damit hochgradig sterile Beklemmungszustände auszulösen vermag.

8/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 09/2012

Samstag, 4. September 2021

Myles Serge - Nightwerks [Space 001]

Dräuender DubTechno auf Clearvinyl. Während Quantec auf der A-Seite der ersten Veröffentlichung des Space-Labels Myles Serges „Edurne’s Eyes“ durch den Remixwolf dreht und dabei zu einem für ihn ungewöhnlich dunklen Ergebnis kommt, das sich durchaus in eine Reihe mit Veröffentlichungen auf Labels wie Patterns Repeat oder auch Stroboscopic Artefacts stellen kann, dabei allerdings durch kurz aufblitzende, melancholische Flächenstrukturen und aufgebrochenere Beatkonstrukte besticht, während die beiden Serge-Originaltracks auf der Flip mit geloopten Hallfahnen, schneidenden Hi-Hats und angezogenem Tempo spielen, untenrum aber leider ein wenig Druck vermissen lassen. OK, aber ausbaufähig.

7/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 09/2012

Samstag, 28. August 2021

A. Trebor & M.A.D.A. - Gatwick EP [Hidden Recordings]

Kurz und knapp: solider, tool-orientierter Techno mit – für heutige Verhältnisse – recht angezogenem Tempo und forschem Drive, den mensch in dieser Form in den letzten 15 Jahren schon millionenfach gehört hat, der aber genau so und nicht anders immer wieder aufs Neue Sinn macht und die Tanzflächen dieser Welt in glückseligste Ekstase versetzt. Gleiches gilt ebenso für die Remixe von Jerome Sydenham und Chris Finke, deren Bearbeitungen ebenfalls das nicht Rad neu erfinden, aber das erwartet an dieser Stelle auch niemand. Geht ab.

8/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 09/2012

Montag, 23. August 2021

Baumfreund - Kapillar EP [Tiefenrausch 002]

Trotz der Tatsache das mir persönlich bei typischen NDW-Artistnamen (= Neue Deutsche Witzigkeit) wie Baumfreund grundsätzlich eher übel wird und ich deren Releases schon aufgrund ihrer Namensgebung im Plattenladen nicht mal mit der Pinzette anfasse, weil mir derartige Niedlichkeiten zutiefst zuwider sind, verbergen sich auf dieser 12“ entgegen aller Erwartungen drei grundsolide TechHouse-meets-DubTechno-Nummern die erstaunlicherweise nicht nach Freiflächenrave in grünenden Ostgebieten sondern nach solider Echochord-Schule mit schwebendem Einschlag klingen und mit dem B2-Track „Rhisosphär“ sogar extrem reduziert in die Tiefen des Klangraums eintauchen. Positive Überraschung.

7/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 09/2012

Samstag, 14. August 2021

Flavio Diners - Lo-Fi Sould Food [Palham Music]

Wunderschönes 10“ Klappcover in Silk Screen-Print, dazu ein handbestempeltes, nummeriertes Whitelabel und eine Limitierung auf 198 Exemplare weltweit. Musikalische Füllung: warmer, organischer DeepHouse, der sowohl in den ersten Dessous Recordings-Jahren als auch in der Firecracker- und generellen SloHouse-Posse Anschluss findet, mit Beatspielereien und sexy Chords nicht geizt und schlussendlich sogar noch vier Locked Grooves als Bonusmaterial liefert. Davon braucht es mehr auf dieser Welt, denn mit zeitlosen Tracks wie diesen wird auch die Londoner Broken Beats / Phusion-Massive zu 100% glücklich. Sexy as fuck.

9/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 09/2012

Samstag, 7. August 2021

Paul Brcic - Beijing Rock [ROOTVD 007]

Weitgehend informationslose zwei Track plus ein Telefon-Skit Blacklabel-10“, hinter der der Rezensent mit einiger Sicherheit das Techno-Urgestein Paul Brtschitsch und sein Rootknox-Label vermutet. Musikalisch geht es hier um basswarmen TechHouse mit technoider Attitüde, die jedoch A-seitig regelmässig von Klezmer- oder ähnlichen Samplespielereien aufgebrochen wird und damit im Berliner Open Air und Afterpartyzirkus für erhobene Hände und glückliche Grinsegesichter sorgt während die B-Seite nahezu räumlich verspult deutliche Akzente auf den minimaleren Tanzflächen der Welt setzt und den verquasteren Teil der Feierei mit finalem Abriss einläutet.

7/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 09/2012

Samstag, 31. Juli 2021

Sin Tek - Get Down [Casual Lab 005]

Tief und progressiv vor sich hin pumpender TechHouse mit warmen Melodien, langen Breakdowns und vereinzelten Vocalschnipseln, angelegt für die glitzernden Momente in den späteren Stunden der Nacht, für die Momente in denen die Füße müde sind, aber der Kopf noch lang nicht nach Hause will und so passt auch die ausgedehnte Runtime von etwas über 9 Minuten perfekt zu „Get Down“. Skeet agiert in seinem Remix etwas konservativer und fast (Neo)Trance-affin, kommt aber über den Toolstatus nicht hinaus während „Backspace“ auf B2 noch einmal das promiske Glitzern einer ausschweifenden Partynacht aufgreift.

6/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 09/2012

Samstag, 24. Juli 2021

Diplo - Express Yourself EP [Mad Decent]

Sechs neue Diplo-Tracks auf seinem eigenen Mad Decent-Label. Wie immer heisst das Vollgas auf der Tanzfläche, ein Haufen Features – unter anderem Datsik, Elephant Man und Lazerdisk Party Sex – und eine Melange der aktuellen Underground Trends in den Produktionen, die natürlich gnadenlos auf das Maximum an Partyalarm ausgerichtet sind und keine Gefangenen machen. Zu finden sind diesmal Einflüsse aus Juke und Footwork, UK Funky, Kuduro, Moombahton und natürlich den Resten von Dubstep der Skrillex- oder Rusko’schen Ausprägung. Mir persönlich ist das alles zu doll, zu Midrange-lastig und vor allem zu viel Wobble an allen Ecken, aber die Kids werden es trotzdem lieben. Sollen sie.

6/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 08/2012

Samstag, 17. Juli 2021

DJ Kentaro - Contrast [Ninja Tune]

Mit seinem zweiten Album liefert der japanische Turntablism Superstar DJ Kentaro, dessen Erstling es sogar an die Spitze der dortigen Albumcharts schaffte, einen würdigen Nachfolger und versammelt auf nur 30 Minuten Laufzeit illustre Gäste wie DJ Krush, Kid Koala und – neben weiteren - die Drum’n’Bass-Produzenten Matrix & Futurebound zu einer konzentrierten Tour De Force zwischen Bassmusik jeglicher Färbung, dicken Ravebässen und natürlich der ein oder anderen Trickserei am Plattenspieler. Doch trotz allem wirkt „Contrast“ zu sehr auf die grosse Festivalbühne hin produziert, wie ein Showcase des im Live-Rahmen Machbaren, eine Visitenkarte für die Booker dieser Welt und nicht wie ein echtes Turntablism-Werk, das die Headz und Die-Hard-Fans des Genres vollends befriedigen kann, was aber an der Qualität des Albums nichts ändert.

8/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 08/2012

Samstag, 10. Juli 2021

The Fresh & Onlys - Long Slow Dance [Souterrain Transmissions]

Indie. Pop. Campfire. Folk. Irgendwo ganz weit im Hintergrund auch Wave und PostPunk. Der Titelsong entführt uns unschuldig in die Zeit der Blumenkinder. Und der grossartige Wymond Miles spielt Bass. Kann da noch etwas schief gehen? Die Antwort ist Nein und ich weiss jetzt schon, das ich zum Sound dieser Platte ab dem Erscheinungsdatum regelmässigst sonntags in meiner Stammlocation „Die Gesellschaft“ in Hamburg früh- resp. spätstücken werde. Ich freue mich.   


8/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 08/2012

Samstag, 3. Juli 2021

Adrian Sherwood - Survival & Resistance [On-U Sound]

Adrian Sherwood, seit mehr als 30 Jahren Aktivist in Sachen Dub an den Reglern, als Produzent eine Legende und als Kopf hinter dem Label On-U Sound stilbildend und visionär in allen Bereichen Subbass-geprägter Musik. Nun also sein drittes Soloalbum, natürlich auf dem eigenen Label, und wieder gelingt ihm Grosses – maximale Entschleunigung, fusioniert mit verhallten Pianos, skelettierten Melodiefragmenten und zuweilen apokalyptisch anmutender Lyrics, die in Tracks wie „U.R.Sound“ an legendär dunkle TripHop-Momente wie Spacer’s „Atlas Earth“-Album erinnern, getragen natürlich von Echos und dem tiefen Wissen um Bass. Doch natürlich wäre „Survival & Resistance“ kein Sherwood-Album, ginge es nur und ausschliesslich um Dub. So wirkt die Dramatik in „We Flick The Switch“ wie aus einem futuristischen Musical entlehnt und „Bossa 2“ wirft ein komplett neues, entrücktes Licht auf ebenjenen Stil, so das „Bossa 2.0“ vielleicht der bessere Titel für diesen Track wäre. Zeitlos. Wichtig. Kaufen.

10/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 08/2012

Samstag, 26. Juni 2021

Toddla T - Watch Me Dance: Agitated by Ross Orton & Pipes [Ninja Tune]

Spannend. Statt, wie vom Label ursprünglich vorgeschlagen, sein Album „Watch Me Dance“ von verschiedenen Remixern neu bearbeiten zu lassen, legt Toddla T. sein Werk komplett in die Hände der Sheffielder Underground-Aktivisten Ross Orton und Pipes, die dem gesamten Album einen sogenannten Re-Rub verpassen und dabei eine hochbrisante Mischung aus DigiDancehall und Dub-Techniken servieren, in die auch Variationen von UK Urban und die Echos des neu erwachten UK Garage mit einfliessen. Abwechslungsreich und doch wie aus einem Guss gefertigt und vor allem auch hochwertiges Futter für jeden Soundclash. Gehört ohne Abzüge in die Sammlung, Volltreffer.


10/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 08/2012

Sonntag, 20. Juni 2021

Lights - Siberia [Last Gang Records]

tl; dr – Unschuldig elektrifizierter Mädchenpop mit Indie-Anleihen, der sich ein wenig
Dreck unter den produzierenden Fingernägeln bewahrt hat. Wer an dieser Stelle schon aussteigt, weil ihm der Sinn für Pop vollends abhanden gekommen ist, tut dies zurecht, denn ein Titel wie „Toes“ fügt sich ohne aufzufallen auch in das Tagesprogramm des Mainstreamradios ein – musikalisch steht Madonna in ihren besseren Tage bei diesem Stück Pate, ohne dabei im Gymnastikanzug zwanghaft zu hupfdohlen. Viel interessanter ist jedoch, dass sich in vielen Stücken glasklare Dubstep-Bezüge offenbaren, die Lights zwar keine dope Street Credibility verleihen, aber doch beweisen, in welchem Grad der ursprünglich inselbritische Underground-Sound in weniger als 10 Jahren die Musikwelt infiltriert hat. Die bessere Variante von Pop, die aber andererseits auch nicht unverzichtbar ist. Für das, was es ist gibt es


6/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 08/2012

Sonntag, 13. Juni 2021

Dub Pistols - Worshipping The Dollar [Sunday Best]

Seit mehr als 15 Jahren stehen die Dub Pistols wie kaum ein ein anderes Bandprojekt für die Fusion von Soundsystem-Kultur, Dancehall-Vibes und elektronischer Tanzmusik – ein musikalischer Schmelztiegel mit Partygarantie für den sie Fans, Clubheads und DJ’s gleichermassen lieben und das wird sich auch mit ihrem fünften Album „Worshipping The Dollar“ nicht ändern. Die Zutaten sind bekannt – Drum’n’Bass, NuSkoolBreaks und auch die ein oder Prise Dubstep ist dabei, dazu reichlich MC-Feuer von Gastacts wie Darrison, Rodney P, Lindy Layton, Red Star Lion und Anderen, diese Mischung verteilt über insgesamt 11 Tracks und fertig ist der Soundclash fürs Auto oder das heimische Wohnzimmer. Hilft gegen schlechte Laune und verregnete Sommertage.

8/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 08/2012

Sonntag, 6. Juni 2021

The Very Best - MTMTMK [Moshi Moshi Records]

Das Hipsterlabel Moshi Moshi wagt mit dem zweiten Album des Duos The Very Best, bestehend aus dem Londoner Produzenten Johan Hugo und dem in Malawi beheimateten Sänger Esau Mwamwaya, einen Blick über den eurozentrischen Tellerand und geht im besten aller Wortsinne in Sachen Worldmusic steil. Dabei haben The Very Best trotz afrikanischer Vocals und der Inklusion traditioneller Rhythmen nichts mit den gängigen Klischees des Genres zu schaffen, sondern liefern mit „MTMTMK“ einen eigenen Dialekt in Pop, der sich mal an Kuduro, mal an R’n’B/DigiSoul und mal an BigBeat oder Indie orientiert, jedoch nicht nachahmt, sondern selbstbewusst Neues schafft. Anders, ungewohnt, aber durchaus spannend, wenn auch für den rein westlich geprägten Hörer zuweilen auch anstrengend, da in einigen Stücken der Kitschfaktor an die Grenzen des Erträglichen stösst. Gute

6/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 08/2012