Sonntag, 20. Juni 2021

Lights - Siberia [Last Gang Records]

tl; dr – Unschuldig elektrifizierter Mädchenpop mit Indie-Anleihen, der sich ein wenig
Dreck unter den produzierenden Fingernägeln bewahrt hat. Wer an dieser Stelle schon aussteigt, weil ihm der Sinn für Pop vollends abhanden gekommen ist, tut dies zurecht, denn ein Titel wie „Toes“ fügt sich ohne aufzufallen auch in das Tagesprogramm des Mainstreamradios ein – musikalisch steht Madonna in ihren besseren Tage bei diesem Stück Pate, ohne dabei im Gymnastikanzug zwanghaft zu hupfdohlen. Viel interessanter ist jedoch, dass sich in vielen Stücken glasklare Dubstep-Bezüge offenbaren, die Lights zwar keine dope Street Credibility verleihen, aber doch beweisen, in welchem Grad der ursprünglich inselbritische Underground-Sound in weniger als 10 Jahren die Musikwelt infiltriert hat. Die bessere Variante von Pop, die aber andererseits auch nicht unverzichtbar ist. Für das, was es ist gibt es


6/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 08/2012

Sonntag, 13. Juni 2021

Dub Pistols - Worshipping The Dollar [Sunday Best]

Seit mehr als 15 Jahren stehen die Dub Pistols wie kaum ein ein anderes Bandprojekt für die Fusion von Soundsystem-Kultur, Dancehall-Vibes und elektronischer Tanzmusik – ein musikalischer Schmelztiegel mit Partygarantie für den sie Fans, Clubheads und DJ’s gleichermassen lieben und das wird sich auch mit ihrem fünften Album „Worshipping The Dollar“ nicht ändern. Die Zutaten sind bekannt – Drum’n’Bass, NuSkoolBreaks und auch die ein oder Prise Dubstep ist dabei, dazu reichlich MC-Feuer von Gastacts wie Darrison, Rodney P, Lindy Layton, Red Star Lion und Anderen, diese Mischung verteilt über insgesamt 11 Tracks und fertig ist der Soundclash fürs Auto oder das heimische Wohnzimmer. Hilft gegen schlechte Laune und verregnete Sommertage.

8/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 08/2012

Sonntag, 6. Juni 2021

The Very Best - MTMTMK [Moshi Moshi Records]

Das Hipsterlabel Moshi Moshi wagt mit dem zweiten Album des Duos The Very Best, bestehend aus dem Londoner Produzenten Johan Hugo und dem in Malawi beheimateten Sänger Esau Mwamwaya, einen Blick über den eurozentrischen Tellerand und geht im besten aller Wortsinne in Sachen Worldmusic steil. Dabei haben The Very Best trotz afrikanischer Vocals und der Inklusion traditioneller Rhythmen nichts mit den gängigen Klischees des Genres zu schaffen, sondern liefern mit „MTMTMK“ einen eigenen Dialekt in Pop, der sich mal an Kuduro, mal an R’n’B/DigiSoul und mal an BigBeat oder Indie orientiert, jedoch nicht nachahmt, sondern selbstbewusst Neues schafft. Anders, ungewohnt, aber durchaus spannend, wenn auch für den rein westlich geprägten Hörer zuweilen auch anstrengend, da in einigen Stücken der Kitschfaktor an die Grenzen des Erträglichen stösst. Gute

6/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 08/2012

Samstag, 29. Mai 2021

Saffronkeira - A New Life [Denovali Records]

Cold Electronics. Vielleicht ein passender Genrebegriff für diese zweistündige Doppel-CD, in deren Verlauf Drones und Dark Ambient auf weltraumkalte und hochgradig steril ausgefeilte Elektronikstudien im Sinne früher Monolake-Veröffentlichungen oder auch Nommo Ogo’s kongenialer, in 2003 erschienener „Meat And Red Triangles / Blood Red Game“ 12“ auf Isolate Records treffen, in ihrer Gesamtheit jedoch statischer wirken und dadurch leider nicht voll punkten können. Trotz handwerklicher Perfektion bleibt der Eindruck des Fragmenthaften, der nicht komplett vollendeten Komposition – jeder Track in sich schlüssig, auf die Gesamtlänge hin gesehen jedoch etwas trocken und eben doch nur eine Reihung von Stücken anstatt eines runden Flusses. File under: Home Listening Entertainment für Liebhaber von Rhythm Industrial.

7/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 08/2012

Sonntag, 23. Mai 2021

B. Fleischmann - I'm Not Ready For The Grave Yet [Morr Music]

Intimate wäre wohl der richtige Terminus, wollte mensch das für Anfang Oktober angekündigte und laut Discogs schon elfte B.Fleischmann-Album in einem englischen Begriff zusammenfassen. Die Vocals haben ihr zu Hause im Indie mit zurückgenommenem Gestus, das Campfire-Gefühl des ganz nah dran seins zieht sich durch das komplette Werk und eigentlich wäre auch eine ergänzende Instrumentierung mit leicht schrammeliger, akustischer Gitarre genug gewesen. Stattdessen setzt Fleischmann auf eine Mischung aus Shoegazing und Electronica, die gemeinhin gern mit dem versossenden Unbegriff Indietronic umschrieben wird. Doch gerade Songs wie „Beat Us“, der verstörenderweise wesentlich länger wirkt als die 3:48 Minuten Spielzeit sind, oder auch das fein ziselierte „Lemminge“ gehen weit darüber hinaus, docken – wie auch andere Stücke auf „I’m Not Ready For The Grave Yet“ – an den Echos von PostRock an oder wagen sich durchaus einmal, wenn auch schüchtern, an den Rand der Clubtanzfläche. Zumindest in Momenten in denen es dort noch nicht so voll ist und auch vorsichtiges Mitwippen schon als Zeichen wohlwollender Zuneigung gilt. Zärtlich, ohne das Gefühl von Kitsch. Schön.

9/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 08/2012

Montag, 17. Mai 2021

MSMS - The Ride [Plastic City]

MSMS - Marcus Schmahl und Michael Schmickert, die sich hinter die gleichlautenden Kürzel ihrer Vornamen ver- und zusammen ins Studio zurückgezogen haben um an ihrem Debut-Longplayer zu schrauben, der nach 20 Jahren Freundschaft und diversen gemeinsamen Single-Veröffentlichungen in den letzten 2 Jahren scheinbar fällig war. Und es ist gelungen, was nicht zuletzt auch der Tatsache geschuldet ist, dass die beiden eben nicht erst seit gestern im Geschäft sind. „The Ride“ bietet auf den Punkt genau das, was mensch von einem Album auf Plastic City erwartet – ein bischen NuDisco hier, ein wenig Baleareneinfluss da, TechHouse spielt genauso eine Rolle wie deepe Vocals, das Gespür für dezente Melodieführung und einen Vibe, der auch eher Pop-affine Nichtelektroniker an der richtigen Stelle abholt ohne gleich in Richtung Mainstream zu schielen. Im Endeffekt machen MSMS also alles richtig, bedienen mit einem stimmigen Paket ohne Anbiederungsversuche ein relativ breites Publikum und haben damit – hoffentlich – den ihnen zu wünschenden Erfolg. Mir persönlich ist das Ganze jedoch einen kleinen Tick zu glatt und stromlinienförmig im Gesamtbild, deshalb gibt es minimale Abzüge in der B-Note.

7/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 08/2012

Sonntag, 9. Mai 2021

Stumbleine - Ghosting [Hija De Columbia 004]

Produzent aus Bristol veröffentlicht auf einem Label aus Bosnien-Herzegowina – sic !!! - das Kolumbien im Namen trägt und sich mit diesem Acht-Track-Album irgendwo zwischen Indietronic, instrumentalem Future R’n’B und dem verortet, was vor einigen Monaten (oder doch schon: Jahren?) als Chillwave durch die gängige Hype-Maschinerie gejagt wurde, im Endeffekt aber auch als Shoegaze mit elektronischen Mitteln durchgeht. Eine Beschreibung, die auch hier trefflich passt, abzüglich der Heroinsucht und den satanistischen Zeichenspielereien, die Chillwave und verwandten Genres wie WitchHouse gern zugeschrieben werden. Stumbleine ist da netter und, zumindest der Stimmung seiner Musik nach zu urteilen, frei von bösartig harten Drogen.

6/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012

Sonntag, 2. Mai 2021

DJ Empty - Meaningless [Accidental Records]

Veröffentlichungen aus Matthew Herbert’s ureigener Soundschmiede Accidental Records fordern grundsätzlich schon aufgrund ihrer Herkunft zunächst einmal die komplett ungeteilte Aufmerksamkeit des Zuhörers und auch wenn sich das Geheimnis hinter DJ Empty’s „Meaningless“-Album dank des verlorengegangenen Waschzettels nichts unmittelbar erschliesst – Nachforschungen ergaben jedoch die Existenz einer gleichnamigen 3-Track EP aus dem Jahre 2007 - geht es hier augenscheinlich um Annäherung an ein Thema aus zehn verschiedenen Perspektiven. Das rhythmische Skelett bilden hierbei sehr hölzern klingende und vermutlich aus dem Livekontext gesampelte perkussive Sounds, gesetzt im 4/4-Kontext, zuweilen um komplexere Elemente ergänzt und garniert mit weiteren, im elektronischen Kontext ungewöhnlichen und vor allem sehr trockenen Klängen, die im Gesamtbild den Schluss zulassen, das hier der Aufbau von Clubtracks mit anderen Mitteln und Klangfarben emuliert werden soll. Auffällig ist hierbei vor allem das nahezu vollendete Fehlen eines tragenden Elementes, denn von Bassgewalt und vor allem von expliziten Bassdrums sind alle „Meaningless“-Variationen weit entfernt. Entwickelt sich aber ab etwa Track 3 oder 4 die hypnotische Wirkung des Gesamtkonzeptes, schlägt das durchaus nicht negativ zu Buche sondern eröffnet eine neue Perspektive in Bezug auf House Music im weiteren Sinne. Spannend.

8/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012

Sonntag, 25. April 2021

Ufo Hawaii - Full Fathom Five [Beats Beyond]

Und wieder eines dieser Alben, die binnen neun Tracks alles wollen und das dann Eklektizismus nennen – Tanzfläche, Listening, zwischendurch deepe, nahezu ambiente Electronica-Exkursionen, die sich nach fast 3 Minuten doch als balearisch gefärbte Vocaltunes entpuppen und irgendwo ist auch mal ein bischen Synth und OrientalPop dazwischen. Nicht Fisch, nicht Fleisch und doch irgendwie passend zum Werdegang des notorischen Marketing- und Tourverweigerers Achim „Künstler“ Treu, der – ausser bei den Fans seiner ebenfalls Ufo Hawaii betitelten Radioshow – mit diesem Longplayer für eine Menge ratloser Blicke sorgen dürfte. Auch beim Verfasser dieses Textes, dem sich das Konzept hinter „Full Fathom Five“ tendenziell kaum bis gar nicht erschliessen will.

3/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012

Sonntag, 18. April 2021

Saint Saviour - Union [Surface Area]

Ja, Pop. Mit auch elektronischen Mitteln, die aber wie in diesem Genre so üblich eher Mittel zum Zweck und nicht Hauptaugenmerk sind. Da hilft es auch nicht viel, dass Becky Jones a.k.a. Saint Saviour für einige Zeit als Quasi-Frontfrau der Band Groove Armada unterwegs war, denn im Vordergrund steht hier ganz klar der starke, zum grossen Teil elegische Gesang der Künstlerin, der die ohnehin oft nur sparsamen Backings weit in den Hintergrund drängt. Und selbst wenn es, wie in der zweiten Hälfte von „Union“, doch im klassischen Sinne nach vorne losrockt steht und fällt doch alles mit den Vocals. Wenn man Pop mag, definitiv nicht das schlechteste Album ever, insgesamt aber doch ein wenig zu episch und zuweilen zu sehr auf die Tränendrüse gedrückt. 15-jährige Mädchen mit Liebeskummer und Hang zu Vampirträumereien oder Musicals dürften das allerdings lieben. Der geneigte Konsument elektronischer Musik eher nicht. Wohlmeinende

5/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012

Sonntag, 11. April 2021

Various Artists - Hard Ass Compilation [Enchufada]

Kuduro ist angekommen in der elektronischen Tanzmusik. Nicht zuletzt dank der Wellen, die das Buraka Som Sistema in den Clubs dieser Welt geschlagen hat und schon längst wird der ursprünglich aus Luanda stammende Style in den verschiedensten Varianten der westlichen Clubmusik neu und re-interpretiert, mit Bestehendem verschmolzen oder auch nur partiell adaptiert. Und so ist es mehr als folgerichtig das nun J-WOW als Teil der Buraka-Posse dieses Phänomen in Form einer ungemixten CD-Compilation neu beleuchtet und dabei seine persönlichen Favoriten und Lieblingsproduzenten mit ins Boot holt. Bekannte Namen wie Bok Bok, Poirier oder der immer wieder gern gehörte Seiji sind ebenso dabei wie jene unter dem Radar der allgemeinen Wahrnehmung agierende - Kry Wolf, Oliver Twizt & DJ Rockid oder WILDLIFE! seien hier nur beispielhaft genannt. Das geht mal tierisch nach vorne, nervt auch mal ungeheuer dank quietschender Sirenen und billig wirkender Bleeps, übt aber aufgrund der rhythmischen Struktur und des leicht stolpernden Grooves eine nahezu unwiderstehliche Faszination aus. Als Dauerbeschallung im Club in dieser Form vielleicht etwas zuviel des Guten, als Überblick über die aktuelle Entwicklung jedoch höchst interessant.

9/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012

Sonntag, 4. April 2021

Grasscut - Unearth [Ninja Tune]

Nach dem Monsterrelease von Amon Tobins Boxset setzt man im Hause Ninja Tune im Juli mit der Veröffentlichung des zweiten Grasscut-Albums auf elektronisches Shoegazing und nebelverschwommenes Songwritertum, teils mit klassischen Instrumenten wie Violinen angereichert, teils mit intimer Campfire-Indie-Orientierung, immer jedoch extrem zart, fast zerbrechlich in den Strukturen und niemals auch nur im Ansatz extrovertiert. Eigentlich ein Album für den Frühherbst, nicht für den Hochsommer. Schön.

8/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012

Sonntag, 28. März 2021

Taragana Pyjarama - Tipped Bowls [Kompakt]

Dänemark ist das neue Island. Scheinbar. Denn es vergeht kaum ein Tag an dem unser nördlicher Nachbarstaat nicht wieder ein neues musikalisches Talent ausspuckt, das mit mehr oder weniger Recht Beachtung fordert. Nun also Nick Eriksen, der sich zwar mit Taragana Pyjarama ein a) unmerkbares und b) Zungenverknotung provozierendes Pseudonym zugelegt, es damit aber nichtsdestotrotz schnell in den Aufmerksamkeitsfokus von James Holden, Anders Trentemöller und vor allem auch Kompakt-Head Michael Mayer geschafft hat. Auf dem Kölner Label erscheint auch Nick Eriksens Album-Debut „Tipped Bowls“, dessen Wirkung allerdings eigenartigerweise schon vor dem Ohr des Rezensenten völlig verpufft und nur das vage Gefühl hinterlässt, in den letzten 45 Mnuten eine lose, nicht wirklich schlüssige Aneinanderreihung irgendwie verschwebter Elektroniktracks gehört zu haben, von denen nicht einer im Gedächtnis geblieben ist. Gehört und sofort wieder vergessen. Passiert auch selten.

3/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012

Sonntag, 21. März 2021

Advanced Human / Developer - Counter Pulse Series 4 [Counter Pulse 004]

Techno. Schweden. Und Chris McCormack zeichnet verantwortlich für das Mastering. Alles in allem kann mensch bei dieser Kombination wohl von guten Vorzeichen sprechen und auch wenn der ganz große Wurf nicht stattfindet gibt es doch druckvoll-funktionale Technotools mit angedeuteten Signalen und zuweilen rauschenden Hallfahnen, die durchaus zur Primetime ihren Dienst tun. Musik für Puristen.  

7/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 12/2012

Montag, 15. März 2021

Theremynt - Space Control [Neopren Records]

„Space Control“ – der Name der zweiten Theremynt-Veröffentlichung auf dem schweizer Label Neopren Records allein deutet die Richtung der musikalischen Reise schon an. ItaloDisco und schwebender SynthesizerPop der retrofuturistischen Sorte synth hier Programm, das Equipment analog und spätestens beim „Mary & Johnny“-Cover ist der Zeitsprung in die 80er vollends vollzogen. Das klingt natürlich alles nicht neu, ist auch schon mehr als einmal dagewesen, macht aber trotzdem immer wieder Spass und verursacht ein warmes, nostalgisches Ziehen in der Brust, selbst wenn mensch auf eine Veröffentlichung wie diese nicht unbedingt gewartet hat. Retro galore und mit „Orbital Journey“ ist sogar ein kleiner potentieller AcidTrance-Hit mit im Gepäck. Nice.

7/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012

Sonntag, 7. März 2021

Quantec - 1000 Vacuum Tubes [Elux]

Sven Schienhammer a.k.a Quantec, Liebhabern in Sachen DubTechno und artverwandten Spielarten elektronischer Musik unter diesem Pseudonym schon lang kein Unbekannter mehr, nun also in 2012 mit einem neuen Album auf Elux und es ist fast nicht zu glauben, dass sein letzes Werk in diesem Format schon wieder drei Jahre zurückliegen soll; zu präsent klingen die letzten Werke noch in den Ohren des Rezensenten nach – mit positivem Grundtenor. An diesem ändert sich auch nach dem Genuss der „1000 Vacuum Tubes“ nichts, denn auch hier liefert Schienhammer wieder elf DubTechno-Variationen in gewohnt hoher Qualität. Bis auf das gebrochene „Ayahuasca“ weitgehend auf der Basis mal mehr, mal weniger treibender 4-2-The-Floor-Konstrukte aufgebaut, geht es auf diesem viel und immer wieder gern beackerten Gebiet natürlich seit Jahren nur noch um leicht veränderte Nuancen und die Perfektion der technischen Ausführung, aber genau diese minimalen Pointierungen schüttelt Quantec derart leicht und unbeschwert aus dem Handgelenk, dass es immer wieder eine Freude ist, ihm dabei über einen längeren Zeitraum zuzuhören. Gern auch mit der Hand am Repeat-Knopf, denn das hier ist DubTechno in zeitloser Reinkultur.

8/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012

Sonntag, 28. Februar 2021

Kristian Heikkila - Kombinations [EPM]

Techno. Album. Digitalformat. Schwierige Kombination, da viele Künstler dieser Tage immer wieder beklagen, dass die Digitalisierung des Musikkonsums das Albumformat aufgrund der Fokussierung auf einzelne Tracks als konzeptionell redundant und altbacken erscheinen lässt. Dieser Aussage ist der Wahrheitsgehalt wohl nicht abzusprechen und trotzdem lässt sich der Schwede Kristian Heikkila, zu 50% Teil des auch auf AFU Lab veröffentlichenden Duos Kristian & Christian, mit seinem Debutalbum auf dieses Experiment ein, liefert dabei grundsoliden Techno / TechHouse der treibenden Sorte, bezieht sich auf Deepness und Minimalismus ohne diesen allzu offensichtlich zum Konzept zu erheben, verzichtet auf überflüssige Staffage und gibt den Verfechtern der sogenannten New Wave Of Techno insgesamt 12 Tracks für die späte Primetime an die Hand, die im richtigen Moment eingesetzt wohl mehr als nur ein paar Ärsche auf dem Tanzflur bewegen. Vinyl bitte nachschieben. Oder zumindest eine Auskopplung mit dem Track „Kult“, der wohl das grösste 12“-Potential des Albums hat.

8/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012

Sonntag, 21. Februar 2021

Opus Leopard - Walküre [Up To The Sky]

Durchgefallen. Unabhängig davon ob das jetzt Konzeptkunst, Novelty oder im allerschlimmsten Fall sogar Ernst gemeint ist, denn das Sprechsingen von Schickeriatexten mit Wiener Schmäh überlassen wir dann doch lieber dem längst verstorbenen Original. Schlechte Falco-Kopien braucht die Welt nicht im Ansatz und Zeilen wie „Du hast zwar schöne Schuhe, doch ein Herz das hast Du keins.“ auch nicht. Gäbe es hier Negativpunkte wäre das mindestens eine -8 auf der nach unten offenen Facepalm-Skala. Voll verdiente

0/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012

Samstag, 13. Februar 2021

Marie Madeleine - Ural Baikal Amour [Ekleroshock 038]

Coverartwork: Junge Frau mit abgeschnittenem Gesicht auf einem Bootssteg, bekleidet nur mit weissem, fast durchsichtigen Spitzenbody. URL der Band endet mit .xxx . Ein Schelm, wer da nicht Lunte riecht und tatsächlich deutet sogar der Waschzettel eine erotische Reise in der Transsibirischen Eisenbahn als Thema an. Und ein gewisser Sex-Drive ist Marie Madeleine mit ihrem hormonell aufgeheizten ElectroClash- / Wave-Crossover tatsächlich nicht abzusprechen, der auch im Goth- und Indie-Kontext durchaus Freunde finden dürfte. Auf der Remix-Seite machen die The Rapture-Buddies Populette und Rubinskee die Dinge unter sich aus während Les Petits Freres De l’Ocean Indien - bitte französische Tüddelchen an der richtigen Stelle einsetzen, danke – den Song „Winter Skies“ gleich komplett neu einspielen, dabei auf fragile female Vocals und ein ebenso zerbrechliches Skelett aus analogen Synthesizern und leicht electroiden Beats setzen, die dem Song ein komplett neues Gesicht verpassen. Kann mensch so machen.

7/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012

Sonntag, 7. Februar 2021

Elef - Nuff Said [Carry On 004]

Auch wenn sich die Frage stellt, warum ein Label Promo-CDs in diesen Tagen mit .wav- anstatt mit .aiff –files verschickt, liefert Elef hier streng genommen solide House-Kost für die kleinen intimen Clubs dieser Welt ohne in diesen grosse Aufregung zu verbreiten. „Black Hole“ im Original ist weichgezeichnet für die ganz frühen Morgenstunden, auch wenn die gedoppelte Clap tendenziell ein wenig nervt. Dafür liefert Gerd im Remix dann ein sexy forderndes Brett mit Chicago-Bezug und zitiert in der Machart die Klassiker des Genres, speziell die der späten 80er Jahre, während der Titeltrack ebenfalls housey und durch den ganz speziellen Nebelfilter daherkommt, der Elef-Produktionen dieser Tage ausmacht. Ausserdem als Remixer dabei: die britischen Zoo Look, ebenfalls leicht vernebelt und mit einer Prise Chicago in ihrem DeepHouse-Ansatz. Gute


6/10 Points

Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012