Nach seiner überaus erfolgreichen 12" "The Discobreaker" veröffentlicht DJ Krumble nun seine zweite E.P. auf Damage,
dem DarkJungle-Offshoot des französischen Breakcore-Mutterlabels Peace
Off. Alle drei Tracks basieren auf maximal beschleunigten Amenbreaks,
die massivst durch den CutUp-Wolf gedreht und dann nach Belieben mit
diversen RaggaJungle-orientierten Sprachsamples garniert werden, die
der zerstörerischen Wirkung der Beats noch eine Prise sommerlicher
Athmosphäre beifügen und diese so auch nicht DarkJungle-affinen
Konsumenten schmackhaft machen. Pflichtkauf für alle Freunde der etwas härteren Breakbeat-Schule.
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 19.03.2005
Samstag, 29. November 2014
Donnerstag, 20. November 2014
Der Tante Renate - 666 Deluxe [Audiolith 012]
Whitelabel, per Hand durchnummeriert - No. 4/10 rotiert gerade auf dem
Plattenteller des Rezensenten - , weder Tracktitel angegeben noch mit
dem üblichen Waschzettel für Presseheinis versehen, doch dafür mit
feinstem handgemachtem Schablonen-Spray-Artwork versehen, macht die
Promo der neuen Veröffentlichung "Der Tante Renate" auf dem Hamburger "Irgendwie Alles"-Label Audiolith
schon optisch etwas fürs Sammlerherz des Vinylfetischisten her, doch
auch musikalisch geht hier einiges, wie mensch in der Hansestadt zu
sagen pflegt. Am Anfang steht die Frage "Ist das noch Band oder schon
Elektrotanzprojekt?" und wird mit "Auch" beantwortet. Zwar lassen manche
Tracks/Songs - aber letztere ohne Text [sic!] - durchaus klassische
Strukturen erkennen und erinnern zuweilen an das Jeans Team in seinen
besten Anfangstagen (erinnert sich noch jemand an die beiden 7"es auf
dem Berliner Label Nadel Eins ???), doch schon bei der nächsten Nummer
hat der Alter Ego'sche Rocker und auch die Electroclash-Partysau vom
Kaliber eines DJ Hell durchaus Freude am Tanzen. Die meisten Tracks liegen irgendwo dazwischen, tanzen auf jeder Party
und laden manchmal auch die Familie der alten Low-Fi-Geräte ein, weil
die ja immer so schön quietschige Klänge machen wenn die sich freuen. Das kann mensch dann gut finden oder manchmal auch nervig, wenn einem
der Sinn gerade nicht nach extrem quirlig aktiver Musik steht - generell
sei der Selbstversuch jedoch empfohlen an dieser Stelle.
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 08.03.2005
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 08.03.2005
Samstag, 15. November 2014
The Dance Inc. - Looking Like That [Audiolith 011]
Audiolith - die Elfte. Zur optischen Erscheinung des
Promoexemplars bitte in der Review zu "Der Tante Renate" nachlesen und
musikalisch eine andere Schublade öffnen mit der Aufschrift: "Elektropop, tanzbar".
Geeignet auf jeden Fall für Konsumenten, deren 80's Bezug sich nicht aus dem Konsum irgendwelcher retrospektiven "Best Of..."-Compilations rekrutiert, sondern die tatsächlich noch mit Synthpop im klassischen Sinne sozialisiert sind. Natürlich mit einem behutsamen Update versehen in Sachen Tanzflächentauglichkeit, aber immer noch mit deutlichem Bezug auf Artists wie z.b. Marc Almond liefern "The Dance Inc." hier insgesamt fünf Tracks auf 12"-Vinyl, die eine Brücke schlagen zwischen alter Schule und neuer Attitude, Heimkonsum und Clubaktivität - sprich: jeder denkbaren Zielgruppe einen Zugang ermöglichen ohne sich anzubiedern. Angenehm
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 01.03.2005
Geeignet auf jeden Fall für Konsumenten, deren 80's Bezug sich nicht aus dem Konsum irgendwelcher retrospektiven "Best Of..."-Compilations rekrutiert, sondern die tatsächlich noch mit Synthpop im klassischen Sinne sozialisiert sind. Natürlich mit einem behutsamen Update versehen in Sachen Tanzflächentauglichkeit, aber immer noch mit deutlichem Bezug auf Artists wie z.b. Marc Almond liefern "The Dance Inc." hier insgesamt fünf Tracks auf 12"-Vinyl, die eine Brücke schlagen zwischen alter Schule und neuer Attitude, Heimkonsum und Clubaktivität - sprich: jeder denkbaren Zielgruppe einen Zugang ermöglichen ohne sich anzubiedern. Angenehm
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 01.03.2005
Samstag, 8. November 2014
Bernhard Schreiner [Reduktive Musiken 005]
File under: Experimentelles Hörvergnügen. Das Hamburger Label Reduktive Musiken - Heimat diverser, der experimentellen, elektronischen / elektroakustischen Musik verpflichteten Acts wie z.b. Totstellen oder Audible Pain - veröffentlicht nun einen kompletten Konzertmitschnitt des Klangforschers Bernhard Schreiner aus der Hamburger Hörbar mit zwei zusätzlichen Bonustracks als Full Length-CD. Die sechs Livetracks, konsequent als # 1 bis # 6 durchnummeriert,
stammen alle aus dem August 2003 und bewegen sich konsequent jenseits
dessen, was der Normalkonsument als "Musik" definiert. Vielmehr geht es
hier um die Modifikation des Klangs, des Geräusches an sich, welches
sich quasi in mehreren rhythmischen Schüben über den Einzeltrack
verteilt aufbaut und immer weiter durch die Zugabe von hochdigitalen
Noises und/oder gemeinhin als Clicks'n'Cuts bekannte Sounds ergänzt
wird. Das Resultat dieses Prozesses klingt selbstredend sehr abstrakt und wird
vor allem einer Hörerschaft gefallen, die Musiker wie Pan Sonic oder
auch Carsten Nikolai/Alva Noto zu ihren Favorites zählen. Ebenfalls abstrakt und doch mehr konzeptorientiert sind die Bonustracks
"11'33" und "Low Guitar Code", wobei sich letztgenannter vollends der
mikrotonalen Bearbeitung von Gitarrensamples unter Zuhilfenahme
verschiedenster Filter widmet und diese derart fragmentiert, das der
Rückbezug auf die Gitarre als Source Material nur dank des beiliegenden
Waschzettels möglich ist. Für Theoretiker und Liebhaber der totalen Abstraktion empfohlen.
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 01.03.2005
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 01.03.2005
Freitag, 31. Oktober 2014
HP.Stonji - Melaina Chole Remix EP [Phantomnoise Records 011]
HP.Stonji - dieser durchaus seltsame Künstlername steht für die Zusammenarbeit der nicht unbekannten Elektronikmusiker Hans Platzgumer und E.Stonji, deren gemeinsames Album "Melaina Chole" im letzten Jahr als Full Length-CD auf dem Schweizer Label Spezialmaterial erschien. Die Remixe zum Album liegen nun in Form einer 6-Track E.P. auf dem von vielen Seiten geschätzten Leipziger Fakecore-Imprint Phantomnoise Records vor und werden von einer illustren Reihe von Künstlern aus dem Umfeld desselben bestritten. The Vaporizer, LXC, Mimaku Spldat, _filbert, Scarcubem und Intricate
bewegen sich mit ihren Neuinterprationen im Spektrum zwischen sehr
experimentellem Downbeat, netten kleinen Plinkermelodien und
Electronica/IDM, liefern allesamt sehr athmosphärische Tunes ab und
machen diese E.P. zu einem durchaus empfehlenswerten Tonträger, der sich
aus einer Flut eher belangloser Electronica-Veröffentlichungen
wohltuend hervorhebt.
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 26.02.2005
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 26.02.2005
Donnerstag, 23. Oktober 2014
incite/ - Procedure / Neop [incite.gradcom.org]
Die Hamburger Experimentalmusiker Andre Aspelmeier und Kera Nagel
- solo verantwortlich für die Projekte GradCom und Axiomatic
Integration - veröffentlichten jüngst in Eigenregie die erste 7" ihres
gemeinsamen Projektes incite/. Limitiert auf dreihundert
Exemplare auf grauem bzw. grau-marmoriertem Vinyl spricht die Musik des
Duos vor allem Freunde der experimentellen Elektronik an. Rhythmusgeprägt, doch im Regelfall nicht tanzbar, lässt sich die
Soundästhetik der beiden Künstler am treffendsten mit dem
onomatopetischen Ausdruck "Knorkeln" beschreiben. Verortet in der
Grauzone zwischen Pan Sonic, ambient-orientiertem Rhythm Industrial und
der Mille Plateaux'schen Variante der Clicks'n'Cuts erschliessen beide
Tracks hochdigitale Klangwelten, die sich dem ungeübten Konsumenten nur
schwer öffnen, Liebhabern jedoch einen echten Hörgenuss verschaffen.
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 26.02.2005
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 26.02.2005
Samstag, 18. Oktober 2014
Sole - Live From Rome [Anticon. Promo]
Sole, Mitglied des hochgeschätzten Anticon.-Kollektivs, das seit einiger
Zeit die Welt der elektronischen Musik mit seiner Interpretation des
Leftfield-HipHop aufrollt. Leftfield HipHop? Sprechgesang mit eindeutig
von abstrakter Electronica beeinflussten Beats, abstrakten Lyrics und
einem nicht immer zu leugnenden Folk- Einfluss. Zitat gefällig? "Debbie Gibson will make an electronica comeback. Ice Cube will go
feminist. Solar Panels will be declared unconstitutional. How many moms
can you fit on a picket line with 'blood for oil' signs? This movement
is a joke..." (aus: Predictions"). Hier ist Consciousness nicht nur Floskel, sondern bewusst gewählte Eigenschaft, genaues Hinhören erwünscht und gefordert. Bei 17 Tracks in 55 Minuten ein nicht immer einfaches Unterfangen das
den Konsumenten fordert, die Anstrengung aber auf jeden Fall lohnt und
gerade auch dem Nicht-HipHopHead neue Perspektiven auf den
Variationsreichtum des kontemporären Sprechgesang eröffnet. Angemerkt sei zuletzt das "Live From Rome" weder ein Live-Album
darstellt, noch in Rom aufgenommen ist. Vielmehr entstand das Album im
Pendelverkehr zwischen Oakland, Kalifornien und Sole's neuer Wahlheimat
Barcelona, Spanien.
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 25.02.2005
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 25.02.2005
Samstag, 11. Oktober 2014
Audision - Spectral Face E.P. [Playmade Minus 007]
Audision, Kollaborationsprojekt der beiden Wahlhamburger Produzenten Tobias Schmid und Niko Tsoukmanis, veröffentlicht auf dem in Augsburg beheimateten Label Playmade Minus, seines Zeichens wiederum das experimentelle Outlet des Mutterlabels Playmade, nach längerer Wartezeit nun endlich die "Spectral Face E.P.", die sich schon nach den ersten Umdrehungen auf dem Plattenteller als sogenannter Future Classic entpuppt. Verträumt-melancholischer Minimaltechno Dial'scher Prägung - um im
Querverweis auf ein weiteres empfehlenswertes Hamburger Label bezug zu
nehmen - dessen Beatstrukturen nicht immer zwingend dem Geradeaus-Dikat
der 4-2- the-Floor-Bassdrum folgen, sondern auch dem weiten Feld der
Electronica Tribut zollende Brüche zulässt oder sich wie bei dem
B2-Track "Yellow Sunset" ganz dezent auf Piano-Ambient bezieht,
um die von Kompakt geprägte Begriffsbestimmung "Popambient" an dieser
Stelle zu vermeiden. Sowohl für den anspruchsvollen Dancefloor zu sehr früher oder wahlweise
auch sehr später Stunde geeignet, aber auch als reiner Hörgenuss für
audiophile Homelistener zu empfehlen.
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 26.02.2005
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 26.02.2005
Samstag, 4. Oktober 2014
Dälek - Absence [Ipecac Promo]
HipHop jenseits jeglicher Konventionen - lauter, experimenteller, druckvoller und verstörender als alles bisher dagewesene. Alles? Eine Ausnahme gibt es: Techno Animal, aber mit genannten haben
Dälek natürlich schon vor Jahren kollaboriert, ebenso mit der legendären
Krautrock-/Noise-/Experimental-Formation Faust mit denen unlängst eine
gemeinsame 7" auf dem Berliner Label Bomb Mitte veröffentlicht wurde. Was bedeutet das für das Jetzt, die aktuelle Veröffentlichung? Dälek's
Produktionen scheren sich noch immer keinen Deut um die cleane Slickness
mainstream-orientierter US-Produktionen und die coole Gangstah-Attitude
der dazugehörigen Protagonisten. Vielmehr dominieren bedrohliche, von Störgeräuschen und Industrial
geprägte Soundkulissen das Klangbild, in ihrer endzeitlichen Wirkung von
tonnenschweren Beatgerüsten verstärkt, die auf beängstigende Weise von
eindringlichen Lyrics begleitet werden. "If You Remember HipHop, Nigga - Nuff Respect" findet als Statement zur
mittlerweile verwässerten Kultur ebenso Platz wie der Slam Poetry
verpflichtete lyrische Abstraktionen, die allein durch die Intensität
der Stimme wirken. Gehört in jede Plattensammlung.
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 25.02.2005
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 25.02.2005
Montag, 29. September 2014
DJ Liffe - New.Brand.Flex [Loop Recordings]
Grime - für den viele Insider der heisseste Scheiss around, für den
Grossteil der Konsumenten elektronischer Musik noch absolutes Neuland,
da sich dieses im weitesten Sinne als UKGarage-Derivat zu bezeichnende
Genre leider bisher kaum auf den Plattentellern deutscher DJ's
geschweige denn in rauhen Mengen beim Vinyldealer nebenan findet. Doch das ändert sich hoffentlich in Bälde, da sich mit dem Plasticman-Remix - nein, das ist nicht Richie Hawtin - von Alter Ego's "Rocker" nun
der erste Grime-Riddim quasi durch die Hintertür ins Bewusstsein der
Allgemeinheit schleicht. DJ Liffe zeigt hier anhand zwei Versionen des "New.Brand.Flex."- Tunes auf, warum Grime zur Zeit als das most upfront Genre in Sachen elektronischer Tanzmusik gehandelt werden muss. Reduziert bis auf die nötigsten Elemente entwickelt der Riddim allein
anhand einer kurzen modulierten Melodie mit Sägezahnfilter einen
quasi-hypnotischen Sog und öffnet auf bedrohliche Weise riesige Räume in
denen nichts als die ewige Finsternis lauert. Die Flipside verzichtet dann vollends auf jegliche Art von Beats und
entwickelt trotzdem einen unwiderstehlich dunklen Groove der kein
Tanzbein unbewegt lässt. Pflichtplatte sowohl für Grime-Addicts als auch für neugierige
Einsteiger und lässt sich DJ-wise perfekt mit dem oben genannten
Plasticman-Remix von "Rocker" kombinieren.
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 26.02.2005
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 26.02.2005
Samstag, 27. September 2014
50 Cent - Candy Shop [Shady Records]
Dem im März erscheinenden Album "The Massacre" schickt Eminem-Zögling 50 Cent als Teaser den "Candy Shop"
voran, der in gleich vier Versionen auf 12" Vinyl gebannt wird. Allen
anderen vorangestellt wird - natürlich - die "Explicit Album Version",
die keinen Zweifel daran lässt das mit dem Satz "I let you lick the
lollipop" definitiv keine Süssware gemeint ist, sondern die durchaus
kreative Beschreibung eines Blowjob. Im gleichen Tenor und in 50 Cent's gewohnt hypnotischen Reimstil geht es
weiter über extrem reduzierten Beats, versetzt mit einem kurzen, leicht
orientalisch wirkenden Sample, so das der Tune auch als Instrumental
eine durchaus gute Figur abgibt. Für die prüderen HipHop-Headz unter uns finden sich auf der Flipside
dann noch die Versionen "Clean Album" und "Super Clean Radio Edit", die
sich das Label nach Ansicht des Rezensenten durchaus hätte sparen
können, da zensierte HipHop-Tracks eigentlich ähnlich überflüssig sind
wie ein Paar Langlaufski in der Wüste.
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 26.02.2005
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 26.02.2005
Samstag, 20. September 2014
Fearing Christmas - Die Morgennacht EP [FCH009]
Nachdem es bis zur Veröffentlichung ihres letzten Mini-Albums "Turm
schlägt Pferd. Schachmatt" in 2003 ganze sieben Jahre gedauert hat, legt
das Elektropop-Duo Fearing Christmas nun relativ zügig eine EP nach,
die insgesamt sechs neue Tracks sowie drei Interpretationen älterer
Titel beinhaltet. Wie gewohnt widmen sich Luke und Sascha der sanften, düsteren Seite des
Elektro-/Synthpop, gespickt mit mystischen Texten, die auch und vor allem
die Gothic-Fraktion ansprechen dürften. Insbesondere die sogenannte
Abt-Trilogie mit den Titeln "Letztes Gebet", "Adoleszenz" und
"Intermezzo" stechen hier in ihrer zusammenhängeden Thematik heraus und
sind - Affinität zu dunklen Themen vorausgesetzt - durchaus einen
Hörtest wert. Im Reigen der drei geremixten Titel sind es insbesonderen "Wave (God's
Bow Remix)" und "Ebene 5 (Equatronic Remix)", die nicht nur die
Gefühlswelt des Konsumenten in Aufruhr versetzen sondern auch auf den
schwarzbekittelten Tanzflur zielen und auf diese Weise die eigentlichen
Highlights der vorliegenden Veröffentlichung darstellen.
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 25.02.2005
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 25.02.2005
Sonntag, 31. August 2014
Studio 1 - Gelb / Lila [Assemble Music 006 Whitelabel Promo]
Mit „Gelb / Lila“ erweckt das in
Lissabon beheimatete Label Assemble Music zwei Klassiker und
Vorreiter des MinimalTechno zu neuem Leben. Vor ganzen 17 – sic!!!
- Jahren auf dem legendären Kölner Studio 1-Label erschienen, haben
die beiden Tracks aus der Feder von Wolfgang Voigt bis heute nichts
von ihrer Gültigkeit eingebüsst und stehen nach wie vor für die
Erkenntnis, das Minimal eben tatsächlich „wenig“ bedeutet und
nicht jede sich öffnende Leerstelle mit atonalem Knistern und
anderen Variationen von Surface / White Noise gefüllt werden muss.
Von dieser Weisheit sollten sich viele der heutigen Produzenten
mindestens eine dicke Scheibe abschneiden und sich dieses 12“ Vinyl
als mahnend positives Beispiel gut sichtbar in ihr Studio hängen.
Wichtig.
10 / 10 Points
Samstag, 23. August 2014
Crime Scene - Jam The Box EP [Crime City Records 004 Promo]
Rohen, kraftvollen Chicago House in
seiner dreckigsten und gleichzeitig verführerischten Variante
präsentiert uns Crime Scene mit diesen drei Tracks auf seinem
Hauslabel Crime City, die – ohne zwanghaft die Retrokarte zu
spielen – den geneigten Hörer allein durch ihre vollanaloge
Produktion und ungestüme Energie zurück in die guten alten Tage von
Warehouse, Power Plant und Music Box teleportieren,deren Ästhetik
auch heute noch nichts von ihrer Faszination verloren hat. Jam it!
9 /10 Points
Samstag, 9. August 2014
Stefan Goldmann- Empty Suit [Transit Records Kyoto 002]
In Lizenz von Stefan Goldmann's eigenem
Label Macro Records veröffentlicht Transit Records Kyoto den
treibend technoiden Banger „Empty Suit“ noch einmal für den
japanischen Markt auf Vinyl und sorgt mit dieser knarzigen
Primetime-Waffe nicht nur im asiatischen Raum für den totalen Abriss
auf dem Dancefloor. Auf der Flipside findet sich dann eine bisher
unveröffentlichte „Version“ des Titeltracks, die sich – ganz
dem originären Sinne des Wortes gemäss - an eine etwas
reduziertere, von trockener Soundästhetik geprägte, aber nicht
weniger fordernde Neuinterpretation wagt. in deren Kontext den
wenigen organischen Chords ein nahezu erlösendes Moment innewohnt,
das dank der konsequenten Steigerung innerhalb des Tunes das
Heilsversprechen jedoch schlussendlich bewusst nicht einlöst und den
Floor final kurz vor der Klimax in den nächsten Track entlässt.
8 / 10 Points
Montag, 4. August 2014
Nils Noa - The Jaguar [Troll Records 023 Promo]
Auf seinem, zusammen mit Christian Sol
geführten, eigenen Label Troll Records veröffentlicht Nils Noa
Anfang Februar seinen „The Jaguar“ und liefert damit ein
Meisterstück in Sachen tiefenhypnotischem, leicht progressiv
rollenden House einer Spielart, die mensch durchaus auch auf den
Tanzflächen US-amerikanischer Städte wie New York oder Miami zu
schätzen weiss. Mit Druck in den unteren Frequenzen, jazzigen
Chords, sparsam eingesetzten Cowbells und einem extrem prägnanten
Chorsample schraubt sich der Titeltrack in Original und Dubversion
über jeweils 7+ Minuten, fügt sich im Set perfekt zwischen
Klassiker der Ibadan-Schule und macht sich auch perfekt als
Folgetrack zu Laurent Garnier's Innervision-Überhit „Back To My
Roots“, während der Remix aus der Feder des Projektes Mongolian
Jet Set ungeahnt verschobene Detroit-Qualitäten freisetzt und auf
den letzten Metern zu einer wahren Hymne mutiert. Der Uno Mas-Remix
hingegen entpuppt sich als gutlauniger PianoHouse-Exzess für die
Primetime und Alex Jangle bedient in seiner Neubearbeitung die
TechHouse-Fraktion mit leicht tribal'esquen Anleihen. Nice one.
Empfohlen.
9 / 10 Points
Montag, 28. Juli 2014
Chizh - New Day [Plus Seven Records 002 Promo]
Das in Moskau beheimatete Label Plus Seven Records liefert mit seiner zweiten Vinylveröffentlichung aufs extremste heruntergepitchten Beatdown-Sound, der trotz seiner Geschwindigkeit unterhalb der 100bpm Grenze einfach nur schiebt wie Sau. Allen voran das auf A1 platzierte „Buyabike“, das mit seinen trippigen Acidlines und prägnanten Vocalsamples zum Höhepunkt in jedem Armchair Techno-Set der nächsten Monate werden könnte. Der Titeltrack hingegen widmet sich einer 303-lastigen Variation von Beatdown Soul, während sich „Get Down“ - natürlich ebenfalls Acid-affin – in rohem, gedrosselten und hormongetränkten ChicagoFunk ergeht. Final widmet sich auf B2 dann Dr. Cut's als Remixer dem Tune „Ed Friend“ und erinnert mit seiner unbearbeiten, von Claps getragenen Soundästhetik an AcidHouse-Wahnsinn auf Morphium. Nice one.
9/10 Points
9/10 Points
Samstag, 19. Juli 2014
Ricardo Baez - Sweat EP [Toy Tonics 013 Promo]
Mit den drei Originaltracks und zwei
Remixen auf seiner zum Jahresende erschienenen „Sweat EP“ legt
Ricardo Baez nicht nur seine zweite Single auf Toy Tonics und seine
zweite Veröffentlichung überhaupt, sondern auch ein fulminantes
Lehrstück in Sachen ClubHouse-Adaption der frühen neunziger Jahre
vor, die vor allem bei den klassischen Melodieläufen von „We Come
Around“ mehr als einmal an legendäre Crossover-Tunes wie Crystal
Waters' „Gypsy Woman“ erinnert, während der Remix von Jaymo &
Andy George elegische Flächen mit treibenden Future
Garage-Versatzstücken kombiniert.“Sweat“ hingegen versprüht
verspielt deepen End-80er NYC-Charme mit gniedeligen Funkbässen und
albernen, höchst wirkungsvollen Breakdowns, wird jedoch vom
„Dancefloor“ auf der ekstatischen HiNRG Hardbag-Spur von links
überholt, der im Remix zusätzlich mit glitzerndem Vocaleinsatz
glänzt. Gross.
9 / 10 Points
Montag, 14. Juli 2014
Charalambides - Unknown Spin [Kranky Promo]
Der Klang der Wüste ist der Klang der Einsamkeit. Vor allem diese spiegelt sich
in den vier Tracks des neuen Charlambides-Albums "Unknown Spin" wieder, die sich
zusammen über eine Laufzeit von fast 60 Minuten erstrecken. Verhallte, einzeln
angeschlagene Gitarrensounds, stimmlose Vocals und vor allem viel Raum zur Entfaltung des Nichts. Improvisierter Minimalismus, Soundtrack zu endlosen Stills am Strassenrand
verdorrender Skelette - einst lebende Wesen, die einem der selten vorbeirauschenden
motorisierten Vier- oder Mehrbeiner zum Opfer fielen. Vielleicht Ambient, vielleicht Filmmusik - aber mit ziemlicher Sicherheit etwas von Beidem. Grossartiges, jetzt
wiederveröffentlichtes Material des Duos Christina & Tom Carter, das ursprünglich
als "Limited to 300"- Issue ihres eigenen Labels Wholly Other erschien und nun
erstmals einer grösseren Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Recommended.
Originalveröffentlichung 13.12.2003 via nitestylez.de v1.0
Mit Dank an archive.org
Originalveröffentlichung 13.12.2003 via nitestylez.de v1.0
Mit Dank an archive.org
Mittwoch, 9. Juli 2014
A Band Of Crickets - Ask What It Is! [Behind The Black Curtain Records Promo]
Verortet zwischen den Echos von Dub und
Dubstep, den klagend, ätherischen Gesangslinien von Künstlerinnen
wie Björk oder Beth Gibbons und den nebelverhangenen Resthängen von
TripHop / Downbeat schwebt A Band Of Crickets mit ihrem Debutrelease
durch massive posturbane Basswelten, die trotz extrem verhaltenen
Tempos den Dancefloor durch blosse PRÄSENZ in schwingende Bewegung
versetzen, während der Closing Tune „Hot Slugs On Acid“ einen
Ausflug in Richtung jazzinfizierte Funky Breaks wagt. Sehr gut. Sehr
frisch.
9 / 10 Points
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