Das fünfte Release des Nieder-Olmer Drum'n'Bass-Imprints Intransigent
Recordings unter der Führung von DJ G-I-S und gleichzeitig das erste,
das einen bereits auf dem Label veröffentlichten Track als Remix
enthält. DJ G-I-S' "Mad As Hell" von der Intransigent 002 wird hier von
The Panacea noch einmal neu bearbeitet, der den Tune mit nervösen Beats,
überbordenden Basslines und diversen Hardtrance-/Happy-/Ravemelodien
nach seinem Gusto transformiert. Auf der Flipside debutieren
Arkon mit einem druckvollen Tune mit Primetime-Attitude auf
Intransigent, der jedoch mangels einer gängien Hook oder eines
prägnanten Samples nicht über den Status eines guten Tools hinauskommt.
7/10 Points
Gastreview für Future Music , veröffentlicht in 05.2005
Samstag, 12. September 2015
Freitag, 4. September 2015
Shackleton / Appleblim - Majestic Visions / Cheat I / Girder [Skull Disco 002]
Mit seinem zweiten Release stellt das Londoner Imprint Skull Disco
unter Beweis, das seine mit der Katalognummer 001 in die Welt
hinausgetragene Vision von MythStep und Ritual Grime auf einem sehr
soliden Fundament steht und stellt sicher, das der Ruf dieser neuartigen
Dubstep-Spielart nicht ungehört in den Weiten des Genredschungels
verhallt. Shackleton's "Majestic Visions" sind auch auf diesem
Release getragen von einem mächtigen organischen Bassfundament und
Voodoo-artigen Percussions, die auf verschiedenen Ebenen ein loses
Beatgerüst aufbauen, auf dem wiederum ein melancholischer Akkordeonsound
verschwebt, während Appleblim sich mit seinen beiden Riddims näher am
Dubstep bewegt, diesen mit Elektronika-Einflüssen vermengt und dank
knarziger Basslines auch im Halfstep-Tempo den Tanzflur beglückt. Slow
Motion Bangers!
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 01.04.2006
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 01.04.2006
DJ Narrows - Kik-Daan-Ya-Door [Storming Productions 006]
Das mittlerweile sechste Release auf Storming Productions, das vorab
schon auf der Mix-CD "Back To The Underground" Aufsehen erregte, liefert
allen Freunden des düsteren SpeedGarage / 4Beat neues Futter. Dunkel,
treibend und technoid ist "Kik-Daan-Ya-Door" im Original ein fettes
DJ-Tool, während der Dubchild den Titeltrack mit seinem Remix auf B2 in
ein hartes Grime-Gewand kleidet, während der B1 "Hardcore (Take Me
Higher)" musikalisch zwischen Oldskool-Breakbeats und 4Beat pendelt.
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 01.04.2006
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 01.04.2006
Mittwoch, 26. August 2015
Tadox pres. S-Tunes - Spider On Your Head [Composure 023]
Dreimal straightforward Techno legt Tadox auf der aktuellen Single des Labels Composure
vor und landet mit "Get Down" dank eines prägnant kreischenden Signals
und upliftender Bassline direkt einen veritablen Hit, der sich aufgrund
seines Wiedererkennungswertes in den Ohren des feiernden Volkes
festsetzen wird. "Spider On Your Head" und "Can't Get Enough" liefern
hingegen soliden Tooltechno in gewohnter Tadox-Qualität, wobei
letztgenannter mit einer psychotisch angezerrten Bassline für völlige
Verwüstung auf dem Tanzflur sorgt.
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 01.03.2006
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 01.03.2006
Freitag, 21. August 2015
Axiomatic Integration - Off-Time [Fragmented Media]
Axiomatic Integration ist das Projekt der Hamburger Experimentalmusikerin Kera Nagel, die das erste Release auf dem neugegründeten Label Fragmented Media
bestreitet. Alle sechs Tracks dieser CD, die zusätzlich noch 18 Minuten
Videomaterial enthält, bewegen sich in einem musikalischen Spektrum
zwischen Mille Plateaux'schen Clicks'n'Cuts und Pan_Sonic'scher
Industrialität, versetzt mit langsam pulsierenden, fast organisch
scheinenden Harmonien im subfrequenten Bereich. Zuweilen finden sich
sogar kleine Plinkermelodien, die mensch im Autechre'schen Sinne fast
schon als Pop einstufen könnte ohne dabei die hochdigitale Grundaussage
der Tracks zu konterkarieren.
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 01.03.2006
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 01.03.2006
Mittwoch, 12. August 2015
Enduser - Calling The Vultures [Mirex / Sublight]
Musical Wunderkind Enduser beglückt uns auf Mirex mit
seinem ersten Full Length-Artistalbum und schöpft mit diesem gleich aus
dem vollen Spektrum seiner Fähigkeiten. Von melancholischem IDM-Downbeat
mit Pianochords über Mutant HipHop der Techno Animal / Dälek-Schule bis
hin zu tanzflächenzerfetzenden Drill'n'Bass- / Breakcore-Attacken
reicht das musikalische Feld, das Lynn Standafer binnen 14 Tracks
beackert und mit dessen Früchten er dafür sorgt, das dieser Winter noch
ein wenig dunkler wird. Grossartiges Album.
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 31.01.2006
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 31.01.2006
Mittwoch, 5. August 2015
Brian McBride - When The Detail Lost Its Freedom [Kranky]
Deep Listening Music par excellance. Auf der Basis von bearbeiteten
Gitarren-, Piano-, Vocal-, Harmonica-, String- und Trompetensounds
erschafft Brian Mc Bride, seines Zeichens 50% der Projektes Stars Of The Lid,
ein nahezu klassisches Ambient-Album, 100% beatfrei und mit Ausnahme
eines einzigen echten Songs einfach nur in endlosen, sanften Klangwellen
floatend. Absolut zeitlose, zuweilen ein wenig melancholische Musik.
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 05.01.2006
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 05.01.2006
Freitag, 31. Juli 2015
Various Artists - RARE CUTS From The Munich Electronic Underground, Vol.1 [Schamoni Musik]
Der 'Sound Of Munich'. Einst definiert
durch Giorgio Moroder und seine charakteristischen Disco-Basslines,
später dann durch DJ Hell und seinen glitzernden Electro(Clash). Und
danach? Eine Antwort darauf gibt diese giftgrüne 6-Track 12“ auf
Schamoni Musik, die mit Tunes von Dompteur Mooner, Belp, Steril,
Living Room und Der Gelbe Raum einen kleinen Überblick über den
Münchner Underground-Sound des Jahres 2014 liefert. Mit Schwerpunkt
auf vorwiegend elektronischen Klängen erstreckt sich die
stilistische Bandbreite hier über jazzigen Underground-House für
kleine, rotplüschige Liebhaberclubs über zarte 2Step- / UK
Garage-Anleihen bis hin zu Breakdance-affinem RoboElectro,
Synthesizer-Experimenten und sogar tief-verdubbtem Future Jazz der
Wiener Cheap-Schule für alle, die es etwas trippiger und entspannter
mögen. Abwechslungsreiches Release, das neben dem reinen DJ-Gebrauch
durchaus auch für den reinen Hörgenuss taugt.
Unveröffentlichte Gastreview für backagain.de
Unveröffentlichte Gastreview für backagain.de
Donnerstag, 23. Juli 2015
Tribes of Neurot - Meridian [Neurot Recordings]
Tieffrequente Basswellen, filmscorehafte Drones und markerschütternde,
äusserst intensiv durchdringende Atmosphäre - das sind die Kennzeichen
des neuen Albums der Tribes Of Neurot, das in seiner apokalyptischen Endzeitstimmung die Schublade des Dark Ambient nicht besser definieren könnte. Ruheloses Wabern, durchbrochen von kleinen, kurz nervös hervorblitzenden
Sounds und getränkt in einer nervenstrapazierenden Spannung, die der
Musik von Acts wie m², Kallabris oder auch den frühen Single Cell
Orchestra in nichts nachsteht. Schön.
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 05.01.2006
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 05.01.2006
Donnerstag, 16. Juli 2015
Various Artists: Funky Plüsch - Beyond The Moon [Chin Chin Records]
"Funky Plüsch - Beyond The Moon" erscheint am 17.02.2006 und ist schon der zweite Teil der CD-Serie compiled by DJ Gärtner der Lüste ,
der - im eigentlichen Sinne mehr Selector als DJ - seit 15 Jahren an
den Plattentellern seine Botschaft von opulenter Lounge & Clubmusik
verbreitet, mittlerweile auch in Städten wie Budapest, Mexico City, auf
Ibiza und nachwievor auch in im Bahnhof Langendreer zu Bochum. Kaum eine Compilation die den Begriff "Lounge" in den letzten Monaten
mehr vedient hätte - beeinflusst von Downbeat, Latin- und HouseGrooves
freestyled sich Ralf Ilgner, so der bürgerliche Name des
Gärtners, durch verschiedene Stile und Geschwindigkeiten und fügt die
Einzeltracks zu einem knapp 80minütigen Spannungsbogen zusammen, der in
hippen Szenebars für angenehme Beschallung sorgt. Manch einem mag das zu glatt und eingängig sein, doch gerade der
Lounge-Einsteiger ist mit dieser Zusammenstellung von Tunes aus den
Studios von Parov Stelar, Gerardo Frisina, Rodney Hunter, Bai Kwong und anderen gut beraten, zumal auch Ausflüge in funkigere Gefilde nicht gescheut werden.
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 18.12.2005
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 18.12.2005
Donnerstag, 9. Juli 2015
The Dance Inc. - All Is Lost [Audiolith 17]
Das Hamburger "Zwischen allen Stühlen"-Label Audiolith mit seinem
siebzehnten Release, das sich wie auch schon die letzten Audiolith-12
irgendwo im Grenzbereich zwischen Electrohouse, Electroclash und
Indie-Dancefloor bewegt. Auf Floors aller drei Genres durchaus funktionalerweisen sich das
massive drückende "Catpurr" und der dumpf-minimal gehaltene "Catpurr
RMX" auf der A-Seite, aber auch der titelgebende ElectroRock-Stomper "All Is Lost" und das synthpop-lastige "Those Who Sleep On Roads" müssen
sich keinesfalls verstecken.
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 06.12.2005
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 06.12.2005
Donnerstag, 2. Juli 2015
Belladonnakillz - Kill Bella Donna [KFA 28]
Da ist sie. Endlich. Die Überhymne eines jeden Panacea-Sets der letzten
15 Monate. Auf 10". Stichwort: "Today - my baby's gone away...".
Klingelts? Ja? Kaufen. Sofort. File under: Drum'n'Bass goes
HappyHardcore goes grossartiger Popsong. Maximales Crossoverpotential -
müsste sowohl aufm Drum'n'Bass-Floor als auch in der Indiedisco die
Scheisse ganz fett rocken. Eigentlich gehört das auf Top 1 der Charts.
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 01.11.2005
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 01.11.2005
Donnerstag, 25. Juni 2015
Paul Van Dyk ft Wayne Jackson - The Other Side *Breaks Mix [Whitelabel]
Trance-Paule in der BrokenBeats-Rubrik und das sogar mit Absicht?
Während der A-seitige Deep Dish-Remix auf diesem Whitelabel wie erwartet
sehr in Richtung der progressiv-trancigen String-Attacken schielt und
damit eher zu vernachlässigen ist, bringt der Breaks Mix auf der
Flipside mit verträumten Pianos und hibbeligen Breakbeats ein wenig mehr
Bewegung in die Bude und eignet sich bestens für die frühen
Morgenstunden.
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 29.09.2005
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 29.09.2005
Donnerstag, 18. Juni 2015
Lil Love - Little Love [Zeitgeist]
Filterhouse-Action Galore. Cheesy bis zum Abwinken, verboten eingängig
und eigentlich deshalb schon durchgefallen. Aber irgendwas an dieser
Nummer dran, das mich den Tune mögen lässt. Wahrscheinlich sind es die
naiv-unschuldigen Vocals, die wie aus der Alles-Geht-Euphorie der frühen
Neunziger entsprungen wirken, ein dickes Lächeln auf die Lippen zaubern
und die Welt für ein paar Minuten ins Promised Land verwandeln. Bleibt
im Case.
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 29.09.2005
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 29.09.2005
Donnerstag, 11. Juni 2015
Motor - Sweatbox / Yak [Novamute]
Brett. Und was für eines. AcidRevival hin oder her - so intensiv und
nervenzehrend wie auf dieser 12" ist das lustige Zwitschern aus der
silbernen Box schon lang nicht mehr zelebriert worden. Eine ins
elektronische Nirvana spulende 303-Linie unterstützt von
massiv-klappernden Rimshots lässt hochätzende Säure durch die
Nervenbahnen des Konsumenten fliessen, um nach einem kurzen heftigen
Exzess in unerträgliche Langsamkeit umzubrechen, die manch DJ zur
Verzweiflung treiben wird. "Yak" hingegen interpretiert Pounding Techno
mit fröhlich wirkenden Elektroeinflüssen und ist ein gutes, wenn auch
nicht weltbewegendes Tool.
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 29.09.2005
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 29.09.2005
Donnerstag, 4. Juni 2015
Drumkombinat - Schlachtgesänge E.P. [Apwood Recordings 004]
Das Drumkombinat ist das gemeinsame Studioprojekt der beiden Produzenten Axel Lüers und Michael Lambart, die mit der vorliegenden 12" das landen, was mensch wohl "ein amtliches Brett" zu nennen pflegt. Die A-Seite startet mit endlosem, epischen Intro und leicht säurehaltigen
Referenzen, um dann direkt in massiven, analog klingenden Techno
umzuschlagen, der durchaus auch auf der 1993 erschienenen "Rauschen
5"-Compilation auf Force Inc. eine Heimat hätte finden können. Old skool
rules - dicker Track. Die Flipside klingt ein wenig moderner,
verpflichtet sich aber ebenfalls der rauh bollernden Schule des
ultrafunktionalen, körperlichen Tekkno, dessen Faszination sich
altgedienten Ravesoldaten sich auch 10 Jahre nach dem eigentlichen
Höhepunkt dieser speziellen Technospielart nicht entziehen können.
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 03.09.2005
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 03.09.2005
Donnerstag, 28. Mai 2015
Alka_Rex - Shapes To Phases - [Supralinear]
Alka_Rex liefern das dritte Release auf dem noch frischen Imprint Supralinear und lassen mit ihrem Album "Shapes To Phases" die Tanzflächentauglichkeit Einzug halten in den jungen Katalog des Labels. Verortet zwischen ambient floatenden Interludes, minimalem DubTechno und
einem hypnotischen, fast rituell anmutenden Flow, der den Begriff der
Trance - nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen,
flächengeschwängert-melodiösen Variante elektronischer Tanzmusik - auf
seine archaische Form zurückführt und die altbekannte Formel "Rhythmus +
Monotonie = Trance" in einer sehr puristischen Weise anwendet. Trotz
ständiger behutsamer Weiterentwicklung der Trackstruktur wird sich der
Konsument - in diesem Fall auch: Tänzer - dieser langsamen Addition von
Ideen und Einzelsounds auf dem Dancefloor nicht wirklich bewusst,
sondern lässt sich in einem dunklen Sog mitreissen, der in gewisser
Weise an jene Art von Musik erinnert, die sich einst auf dem legendären
"Record Of Breaks"-Album der Formation Psychick Warriors Ov Gaia wiederfand und schon zu einer Zeit MinimalTechno definierte bevor dieser Begriff offiziell zur Stilrichtung erhoben wurde. Ebenso wie genanntes Album ist auch "Shapes To Phases" ein absolut
zeitloses und konsequent aktuelles Tool für den DJ, der es versteht mit
seiner Selection eben nicht nur die Massen zu befriedigen sondern
missionarsgleich im selben Atemzug auch die anspruchsvollen Varianten
elektronischer Tanzmusik zu vertreten. Sprich - wer Psychick Warriors Of Gaia kennt, Taylor Dupree hört,
Plastikman mag und sowohl Basic Channel als auch Sleeparchive spielt,
ist mit Alka_Rex auf jeden Fall gut beraten.
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht in 08.2005
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht in 08.2005
Freitag, 22. Mai 2015
Egotronic vs. Saalschutz - Luxus / Nein Nein [Audiolith]
Das Hamburger Label Audiolith präsentiert seine aktuelle Veröffentlichung im sympathischen 7"-Format und kassiert damit schon vorab einen dicken Bonuspunkt. Doch auch die Musik ist äusserst sympathisch, da sie mit dem niedlich
verpixelten Coverartwork einhergehend tatsächlich als amüsanter
Amiga/Nintendo-Trash daherkommt. Wer also ein Label wie Micromusic mag, ist hier genau richtig. Auf der A-Seite rocken Egotronic im Alleingang über "Luxus", während die Kollaboration mit dem z.Zt. schwer angesagten Saalschutz
thematisch passend zum Wetter von grosser bis grösster Verliebtheit
handelt und gegen Ende des Tracks eine sehr überraschende Wendung nimmt.
Gross...
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 26.07.2005
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 26.07.2005
Donnerstag, 14. Mai 2015
Dawid Szczesny - Unheard Treats [Supralinear]
Dawid Szczesny, seines Zeichens ein noch junger Klangkünstler
polnischer Herkunft, debütiert mit seinem knapp 45 minütigen Album
"Unheard Treats" auf Supralinear, dem Nachfolgelabel von Mille Plateaux / Ritornell. In insgesamt neun sehr ambient und moody gehaltenen Tracks verarbeitet
er vorwiegend einzelne modifizierte, melodisch stimmig gereihte
Pianoklänge, bearbeitet die entstehenden Folgen und Loops anschliessend
noch einmal im Ganzen und addiert in letzter Folge leichte Rausch-,
Kratz- und Störsounds, wie mensch sie von alten, oft gehörten
Vinylplatten kennt. Diese analogen Klänge wirken auf den Konsumenten auf einem digitalen
Medium wie einer CD im ersten Moment vielleicht verwirrend, ebenso wie
das zuweilen bewusst eingesetzte Skippen, welches Liebhaber
experimenteller elektronischer Musik z.B. von den Produktionen Oval's
gewohnt sind, doch verleihen sie dem Album in finaler Konsequenz einen
sehr angenehmen Touch von Nostalgie, der dem visuellen Genuss alter
Stummfilme mit reiner Klavierbegleitung nahekommt. Die Verwendung als Filmmusik ist auch bei Szcesny nicht ausgeschlossen,
zumal dieser Begriff seiner Musik wie im Covertext beschrieben gern
zugeordnet wird, doch eignet sich das vorliegende Album sicher nicht als
banaler Hintergund für Komödien. Vielmehr erforderte es bei entsprechender Verwendung langer
Kamerafahrten, wenig Bewegung im Bild und vor allem Moll-gefärbter
Herbstszenerien, die sich im modernen und massentauglichen Kinobetrieb
leider viel zu selten finden. Prädikat wertvoll.
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 26.07.2005
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 26.07.2005
Freitag, 8. Mai 2015
Aarktika / Aaron Spectre - Ocean E.P. [Moonbunny 001]
Der Wahlberliner / Ex-New Yorker Aaron Spectre bringt mit der "Ocean E.P. das erste Release seines Labels Moonbunny an den Start und landet damit direkt auf dem Punkt. Verortet irgendwo zwischen melancholischen PostRock-Anleihen, Electronica im Sinne der frühen Boards Of Canada
und dezentem Songwriting könnte mensch das angerissene Genre wohl
treffend mit Indietronica bezeichnen und trifft damit genau so ins
Schwarze wie auch daneben. Schubladen hin oder her - Ausschau halten
lohnt sich, da diese 12" wohl in Deutschland schwer zu bekommen sein
wird...
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 01.07.2005
Gastreview für M-Conspiracy , veröffentlicht am 01.07.2005
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