MSMS - Marcus Schmahl und Michael
Schmickert, die sich hinter die gleichlautenden Kürzel ihrer
Vornamen ver- und zusammen ins Studio zurückgezogen haben um an
ihrem Debut-Longplayer zu schrauben, der nach 20 Jahren Freundschaft
und diversen gemeinsamen Single-Veröffentlichungen in den letzten 2
Jahren scheinbar fällig war. Und es ist gelungen, was nicht
zuletzt auch der Tatsache geschuldet ist, dass die beiden eben nicht
erst seit gestern im Geschäft sind. „The Ride“ bietet auf den
Punkt genau das, was mensch von einem Album auf Plastic City erwartet
– ein bischen NuDisco hier, ein wenig Baleareneinfluss da,
TechHouse spielt genauso eine Rolle wie deepe Vocals, das Gespür für
dezente Melodieführung und einen Vibe, der auch eher Pop-affine
Nichtelektroniker an der richtigen Stelle abholt ohne gleich in
Richtung Mainstream zu schielen. Im Endeffekt machen MSMS also alles
richtig, bedienen mit einem stimmigen Paket ohne Anbiederungsversuche
ein relativ breites Publikum und haben damit – hoffentlich – den
ihnen zu wünschenden Erfolg. Mir persönlich ist das Ganze jedoch
einen kleinen Tick zu glatt und stromlinienförmig im Gesamtbild,
deshalb gibt es minimale Abzüge in der B-Note.
7/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 08/2012
Montag, 17. Mai 2021
Sonntag, 9. Mai 2021
Stumbleine - Ghosting [Hija De Columbia 004]
Produzent aus Bristol veröffentlicht
auf einem Label aus Bosnien-Herzegowina – sic !!! - das Kolumbien
im Namen trägt und sich mit diesem Acht-Track-Album irgendwo
zwischen Indietronic, instrumentalem Future R’n’B und dem
verortet, was vor einigen Monaten (oder doch schon: Jahren?) als
Chillwave durch die gängige Hype-Maschinerie gejagt wurde, im
Endeffekt aber auch als Shoegaze mit elektronischen Mitteln
durchgeht. Eine Beschreibung, die auch hier trefflich passt,
abzüglich der Heroinsucht und den satanistischen Zeichenspielereien,
die Chillwave und verwandten Genres wie WitchHouse gern zugeschrieben
werden. Stumbleine ist da netter und, zumindest der Stimmung seiner
Musik nach zu urteilen, frei von bösartig harten Drogen.
6/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012
6/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012
Sonntag, 2. Mai 2021
DJ Empty - Meaningless [Accidental Records]
Veröffentlichungen aus Matthew
Herbert’s ureigener Soundschmiede Accidental Records fordern
grundsätzlich schon aufgrund ihrer Herkunft zunächst einmal die
komplett ungeteilte Aufmerksamkeit des Zuhörers und auch wenn sich
das Geheimnis hinter DJ Empty’s „Meaningless“-Album dank des
verlorengegangenen Waschzettels nichts unmittelbar erschliesst –
Nachforschungen ergaben jedoch die Existenz einer gleichnamigen
3-Track EP aus dem Jahre 2007 - geht es hier augenscheinlich um
Annäherung an ein Thema aus zehn verschiedenen Perspektiven. Das
rhythmische Skelett bilden hierbei sehr hölzern klingende und
vermutlich aus dem Livekontext gesampelte perkussive Sounds, gesetzt
im 4/4-Kontext, zuweilen um komplexere Elemente ergänzt und garniert
mit weiteren, im elektronischen Kontext ungewöhnlichen und vor allem
sehr trockenen Klängen, die im Gesamtbild den Schluss zulassen, das
hier der Aufbau von Clubtracks mit anderen Mitteln und Klangfarben
emuliert werden soll. Auffällig ist hierbei vor allem das nahezu
vollendete Fehlen eines tragenden Elementes, denn von Bassgewalt und
vor allem von expliziten Bassdrums sind alle
„Meaningless“-Variationen weit entfernt. Entwickelt sich aber ab
etwa Track 3 oder 4 die hypnotische Wirkung des Gesamtkonzeptes,
schlägt das durchaus nicht negativ zu Buche sondern eröffnet eine
neue Perspektive in Bezug auf House Music im weiteren Sinne.
Spannend.
8/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012
8/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012
Sonntag, 25. April 2021
Ufo Hawaii - Full Fathom Five [Beats Beyond]
Und wieder eines dieser Alben, die
binnen neun Tracks alles wollen und das dann Eklektizismus nennen –
Tanzfläche, Listening, zwischendurch deepe, nahezu ambiente
Electronica-Exkursionen, die sich nach fast 3 Minuten doch als
balearisch gefärbte Vocaltunes entpuppen und irgendwo ist auch mal
ein bischen Synth und OrientalPop dazwischen. Nicht Fisch, nicht
Fleisch und doch irgendwie passend zum Werdegang des notorischen
Marketing- und Tourverweigerers Achim „Künstler“ Treu, der –
ausser bei den Fans seiner ebenfalls Ufo Hawaii betitelten Radioshow
– mit diesem Longplayer für eine Menge ratloser Blicke sorgen
dürfte. Auch beim Verfasser dieses Textes, dem sich das Konzept
hinter „Full Fathom Five“ tendenziell kaum bis gar nicht
erschliessen will.
3/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012
3/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012
Sonntag, 18. April 2021
Saint Saviour - Union [Surface Area]
Ja, Pop. Mit auch elektronischen
Mitteln, die aber wie in diesem Genre so üblich eher Mittel zum
Zweck und nicht Hauptaugenmerk sind. Da hilft es auch nicht viel, dass
Becky Jones a.k.a. Saint Saviour für einige Zeit als Quasi-Frontfrau
der Band Groove Armada unterwegs war, denn im Vordergrund steht hier
ganz klar der starke, zum grossen Teil elegische Gesang der
Künstlerin, der die ohnehin oft nur sparsamen Backings weit in den
Hintergrund drängt. Und selbst wenn es, wie in der zweiten Hälfte
von „Union“, doch im klassischen Sinne nach vorne losrockt steht
und fällt doch alles mit den Vocals. Wenn man Pop mag, definitiv
nicht das schlechteste Album ever, insgesamt aber doch ein wenig zu
episch und zuweilen zu sehr auf die Tränendrüse gedrückt.
15-jährige Mädchen mit Liebeskummer und Hang zu Vampirträumereien
oder Musicals dürften das allerdings lieben. Der geneigte Konsument
elektronischer Musik eher nicht. Wohlmeinende
5/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012
5/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012
Sonntag, 11. April 2021
Various Artists - Hard Ass Compilation [Enchufada]
Kuduro ist angekommen in der
elektronischen Tanzmusik. Nicht zuletzt dank der Wellen, die das
Buraka Som Sistema in den Clubs dieser Welt geschlagen hat und schon
längst wird der ursprünglich aus Luanda stammende Style in den
verschiedensten Varianten der westlichen Clubmusik neu und
re-interpretiert, mit Bestehendem verschmolzen oder auch nur partiell
adaptiert. Und so ist es mehr als folgerichtig das nun J-WOW als Teil
der Buraka-Posse dieses Phänomen in Form einer ungemixten
CD-Compilation neu beleuchtet und dabei seine persönlichen Favoriten
und Lieblingsproduzenten mit ins Boot holt. Bekannte Namen wie Bok
Bok, Poirier oder der immer wieder gern gehörte Seiji sind ebenso
dabei wie jene unter dem Radar der allgemeinen Wahrnehmung agierende
- Kry Wolf, Oliver Twizt & DJ Rockid oder WILDLIFE! seien hier
nur beispielhaft genannt. Das geht mal tierisch nach vorne, nervt
auch mal ungeheuer dank quietschender Sirenen und billig wirkender
Bleeps, übt aber aufgrund der rhythmischen Struktur und des leicht
stolpernden Grooves eine nahezu unwiderstehliche Faszination aus. Als
Dauerbeschallung im Club in dieser Form vielleicht etwas zuviel des
Guten, als Überblick über die aktuelle Entwicklung jedoch höchst
interessant.
9/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012
9/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012
Sonntag, 4. April 2021
Grasscut - Unearth [Ninja Tune]
Nach dem Monsterrelease von Amon Tobins
Boxset setzt man im Hause Ninja Tune im Juli mit der Veröffentlichung
des zweiten Grasscut-Albums auf elektronisches Shoegazing und
nebelverschwommenes Songwritertum, teils mit klassischen Instrumenten
wie Violinen angereichert, teils mit intimer
Campfire-Indie-Orientierung, immer jedoch extrem zart, fast
zerbrechlich in den Strukturen und niemals auch nur im Ansatz
extrovertiert. Eigentlich ein Album für den Frühherbst, nicht für
den Hochsommer. Schön.
8/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012
8/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012
Sonntag, 28. März 2021
Taragana Pyjarama - Tipped Bowls [Kompakt]
Dänemark ist das neue Island.
Scheinbar. Denn es vergeht kaum ein Tag an dem unser nördlicher
Nachbarstaat nicht wieder ein neues musikalisches Talent ausspuckt,
das mit mehr oder weniger Recht Beachtung fordert. Nun also Nick
Eriksen, der sich zwar mit Taragana Pyjarama ein a) unmerkbares und
b) Zungenverknotung provozierendes Pseudonym zugelegt, es damit aber
nichtsdestotrotz schnell in den Aufmerksamkeitsfokus von James
Holden, Anders Trentemöller und vor allem auch Kompakt-Head Michael
Mayer geschafft hat. Auf dem Kölner Label erscheint auch Nick
Eriksens Album-Debut „Tipped Bowls“, dessen Wirkung allerdings
eigenartigerweise schon vor dem Ohr des Rezensenten völlig verpufft
und nur das vage Gefühl hinterlässt, in den letzten 45 Mnuten eine
lose, nicht wirklich schlüssige Aneinanderreihung irgendwie
verschwebter Elektroniktracks gehört zu haben, von denen nicht einer
im Gedächtnis geblieben ist. Gehört und sofort wieder vergessen.
Passiert auch selten.
3/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012
3/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012
Sonntag, 21. März 2021
Advanced Human / Developer - Counter Pulse Series 4 [Counter Pulse 004]
Techno. Schweden. Und Chris McCormack
zeichnet verantwortlich für das Mastering. Alles in allem kann
mensch bei dieser Kombination wohl von guten Vorzeichen sprechen und
auch wenn der ganz große Wurf nicht stattfindet gibt es doch
druckvoll-funktionale Technotools mit angedeuteten Signalen und
zuweilen rauschenden Hallfahnen, die durchaus zur Primetime ihren
Dienst tun. Musik für Puristen.
7/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 12/2012
7/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 12/2012
Montag, 15. März 2021
Theremynt - Space Control [Neopren Records]
„Space Control“ – der Name der
zweiten Theremynt-Veröffentlichung auf dem schweizer Label Neopren
Records allein deutet die Richtung der musikalischen Reise schon an.
ItaloDisco und schwebender SynthesizerPop der retrofuturistischen
Sorte synth hier Programm, das Equipment analog und spätestens beim
„Mary & Johnny“-Cover ist der Zeitsprung in die 80er vollends
vollzogen. Das klingt natürlich alles nicht neu, ist auch schon mehr
als einmal dagewesen, macht aber trotzdem immer wieder Spass und
verursacht ein warmes, nostalgisches Ziehen in der Brust, selbst wenn
mensch auf eine Veröffentlichung wie diese nicht unbedingt gewartet
hat. Retro galore und mit „Orbital Journey“ ist sogar ein kleiner
potentieller AcidTrance-Hit mit im Gepäck. Nice.
7/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012
7/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012
Sonntag, 7. März 2021
Quantec - 1000 Vacuum Tubes [Elux]
Sven Schienhammer a.k.a Quantec,
Liebhabern in Sachen DubTechno und artverwandten Spielarten
elektronischer Musik unter diesem Pseudonym schon lang kein
Unbekannter mehr, nun also in 2012 mit einem neuen Album auf Elux und
es ist fast nicht zu glauben, dass sein letzes Werk in diesem Format
schon wieder drei Jahre zurückliegen soll; zu präsent klingen die
letzten Werke noch in den Ohren des Rezensenten nach – mit
positivem Grundtenor. An diesem ändert sich auch nach dem Genuss der
„1000 Vacuum Tubes“ nichts, denn auch hier liefert Schienhammer
wieder elf DubTechno-Variationen in gewohnt hoher Qualität. Bis auf
das gebrochene „Ayahuasca“ weitgehend auf der Basis mal mehr, mal
weniger treibender 4-2-The-Floor-Konstrukte aufgebaut, geht es auf
diesem viel und immer wieder gern beackerten Gebiet natürlich seit
Jahren nur noch um leicht veränderte Nuancen und die Perfektion der
technischen Ausführung, aber genau diese minimalen Pointierungen
schüttelt Quantec derart leicht und unbeschwert aus dem Handgelenk,
dass es immer wieder eine Freude ist, ihm dabei über einen längeren
Zeitraum zuzuhören. Gern auch mit der Hand am Repeat-Knopf, denn das
hier ist DubTechno in zeitloser Reinkultur.
8/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012
8/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012
Sonntag, 28. Februar 2021
Kristian Heikkila - Kombinations [EPM]
Techno. Album. Digitalformat.
Schwierige Kombination, da viele Künstler dieser Tage immer wieder
beklagen, dass die Digitalisierung des Musikkonsums das Albumformat
aufgrund der Fokussierung auf einzelne Tracks als konzeptionell
redundant und altbacken erscheinen lässt. Dieser Aussage ist der
Wahrheitsgehalt wohl nicht abzusprechen und trotzdem lässt sich der
Schwede Kristian Heikkila, zu 50% Teil des auch auf AFU Lab
veröffentlichenden Duos Kristian & Christian, mit seinem
Debutalbum auf dieses Experiment ein, liefert dabei grundsoliden
Techno / TechHouse der treibenden Sorte, bezieht sich auf Deepness
und Minimalismus ohne diesen allzu offensichtlich zum Konzept zu
erheben, verzichtet auf überflüssige Staffage und gibt den
Verfechtern der sogenannten New Wave Of Techno insgesamt 12 Tracks
für die späte Primetime an die Hand, die im richtigen Moment
eingesetzt wohl mehr als nur ein paar Ärsche auf dem Tanzflur
bewegen. Vinyl bitte nachschieben. Oder zumindest eine Auskopplung
mit dem Track „Kult“, der wohl das grösste 12“-Potential des
Albums hat.
8/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012
8/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012
Sonntag, 21. Februar 2021
Opus Leopard - Walküre [Up To The Sky]
Durchgefallen. Unabhängig davon ob das
jetzt Konzeptkunst, Novelty oder im allerschlimmsten Fall sogar Ernst
gemeint ist, denn das Sprechsingen von Schickeriatexten mit Wiener
Schmäh überlassen wir dann doch lieber dem längst verstorbenen
Original. Schlechte Falco-Kopien braucht die Welt nicht im Ansatz und
Zeilen wie „Du hast zwar schöne Schuhe, doch ein Herz das hast Du
keins.“ auch nicht. Gäbe es hier Negativpunkte wäre das
mindestens eine -8 auf der nach unten offenen Facepalm-Skala. Voll
verdiente
0/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012
0/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012
Samstag, 13. Februar 2021
Marie Madeleine - Ural Baikal Amour [Ekleroshock 038]
Coverartwork: Junge Frau mit
abgeschnittenem Gesicht auf einem Bootssteg, bekleidet nur mit
weissem, fast durchsichtigen Spitzenbody. URL der Band endet mit .xxx
. Ein Schelm, wer da nicht Lunte riecht und tatsächlich deutet sogar
der Waschzettel eine erotische Reise in der Transsibirischen
Eisenbahn als Thema an. Und ein gewisser Sex-Drive ist Marie Madeleine
mit ihrem hormonell aufgeheizten ElectroClash- / Wave-Crossover
tatsächlich nicht abzusprechen, der auch im Goth- und Indie-Kontext
durchaus Freunde finden dürfte. Auf der Remix-Seite machen die The
Rapture-Buddies Populette und Rubinskee die Dinge unter sich aus
während Les Petits Freres De l’Ocean Indien - bitte französische
Tüddelchen an der richtigen Stelle einsetzen, danke – den Song
„Winter Skies“ gleich komplett neu einspielen, dabei auf fragile
female Vocals und ein ebenso zerbrechliches Skelett aus analogen
Synthesizern und leicht electroiden Beats setzen, die dem Song ein
komplett neues Gesicht verpassen. Kann mensch so machen.
7/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012
7/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012
Sonntag, 7. Februar 2021
Elef - Nuff Said [Carry On 004]
Auch wenn sich die Frage stellt, warum
ein Label Promo-CDs in diesen Tagen mit .wav- anstatt mit .aiff
–files verschickt, liefert Elef hier streng genommen solide
House-Kost für die kleinen intimen Clubs dieser Welt ohne in diesen
grosse Aufregung zu verbreiten. „Black Hole“ im Original ist
weichgezeichnet für die ganz frühen Morgenstunden, auch wenn die
gedoppelte Clap tendenziell ein wenig nervt. Dafür liefert Gerd im
Remix dann ein sexy forderndes Brett mit Chicago-Bezug und zitiert in
der Machart die Klassiker des Genres, speziell die der späten 80er
Jahre, während der Titeltrack ebenfalls housey und durch den ganz
speziellen Nebelfilter daherkommt, der Elef-Produktionen dieser Tage
ausmacht. Ausserdem als Remixer dabei: die britischen Zoo Look,
ebenfalls leicht vernebelt und mit einer Prise Chicago in ihrem
DeepHouse-Ansatz. Gute
6/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012
6/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012
Sonntag, 31. Januar 2021
Various Artists - Muchas FATcias Part 1 & 2 [Freude Am Tanzen]
Mit vollem Elan startet die Freude Am
Tanzen-Posse in den Sommer und schickt ihre zweiteilige „Muchas
FATcias“-Serie in das Rennen um die beste Bikinifigur. Mitmodeln
dürfen unter anderem das Krause Duo, Juno 6, Douglas Creed und
Feindrehstar und beackern ein musikalisches Feld zwischen stoischem
MinimalTechno im ursprünglich kölschen Wortsinn, croonendem
Piano-Zeitlupen-Downbeat mit fast schon übertriebener Sleazyness
und vertripptem Jazzfaktor, der auch der legendären „Showroom
Recordings Series“ auf Cheap gut zu Gesicht gestanden hätte,
liefern aber auch dezent, unaufgeregt pumpenden House, einen
überraschenden Ausflug der Monkey Maffia in Richtung UK Funky und
den ein oder anderen Filler auf zugegeben hohem Niveau. Nicht
zwingend essentiell, aber doch eine gute Ergänzung fürs heimische
Plattenregal.
7/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012
7/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 07/2012
Sonntag, 24. Januar 2021
Blacks On Blondes - How To Escape From A New Age World [Rotraum Music]
Soso, Blacks On Blondes. Was im ersten
Moment nach einem nicht sonderlich kreativen Pornofilmtitel klingt
entpuppt sich beim zweiten Hinsehen als das Pseudonym eines Herrn
namens Yannick De Ka Moulage, der hier ein durchaus solides aber
leider auch langweiliges 124BPM Housealbum vorlegt. Durchlaufend wie
ein DJ-Mix präsentiert hört mensch den sechzehn Tracks ihre
Entstehung in einem ibizenkischen Studio durchaus an, stellt aber
ebenso schnell fest, dass diese – wie tausende andere Tunes auch –
eben auf genau diesen balearischen Markt zugeschnitten sind und als
quasi austauschbare Massenware ausserhalb von Beachclubs und
Terrassenparties sehr schnell ihre Berechtigung verlieren, weil das
so in der Form nach der 100sten Ibiza-Compilation eigentlich schon
seit vielen Jahren niemand mehr so richtig braucht. House Muzak, ohne
Schreibfehler.
5/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 05/2012
Sonntag, 17. Januar 2021
A Thousand Vows - I RMX U [Samplefreunde 018]
A Thousand Vows kommt aus Oldenburg.
Auch wenn niemand so recht weiss, wo das eigentlich ist. Von diesem
nebulösen Ort aus kontaktiert er Bands und Projekte weltweit, um
deren Musik in sein ureigenes Soundgerüst zu betten, das irgendwo
zwischen Backpacker-Beatscience a la Anticon., verträumter
Indietronica und dem weitgefasst-schwammigen WitchHouse-Universum
verortet ist und so trifft es sich auch nicht schlecht, dass sich
unter den so neu Bearbeiteten neben eher unbekannten Acts wie Kirrin
Island, Monster Rally oder Billion One auch der Anticon.-Rapper Sole
befindet. File under: Frühherbstliche Befindlichkeitsmusik für Fans
von Burial, Nicolas Jaar oder John Talabot. Oder für Dates mit
introvertierten Indiemädchen.
6/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 05/2012
6/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 05/2012
Sonntag, 10. Januar 2021
Amon Tobin - Amon Tobin Boxset [Ninja Tune]
15 Jahre Amon Tobin. 15 Jahre
elektronische Musik auf höchstem Niveau, Kollaborationen mit Philip
Glass und Ryuichi Sakamoto, Arbeiten auf dem Sektor der Film- und
Videospielmusik und nun für Ninja Tune Anlass für die wohl
ambitionierteste Retrospektive der Labelgeschichte – ein
limitiertes, massiv-mechanisches Boxset mit sechs 10“es, sieben CDs
und zwei DVDs, vollgepackt mit weitgehend unveröffentlichter Musik
aus der Feder von Amon Tobin. Ein wahres Fest für Fans und Sammler,
dem die vorliegende Promo-CD mit insgesamt 14 Tracks aus dem
Gesamtpaket aller Wahrscheinlichkeit nach nicht einmal im Ansatz
gerecht werden kann, trotzdem jedoch die ganze Grossartigkeit des
Projektes zwischen TripHop und Drill’n’Bass zumindest erahnen
lässt. Anspieltips: „Lost And Found (Colin Stetson’s The Thief
Redux)“ / Ryuichi Sakamoto „Grief (Amon Tobin Remix)“ /
„Bloodstone (Royal Albert Hall Live)“
9/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 05/2012
9/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 05/2012
Freitag, 1. Januar 2021
Still Flyin' - On A Bedroom Wall [Staatsakt]
Pop. 80er. Auf dem Waschzettel Verweise
in Richtung New Order, Tears For Fears, Ultravox. Grundsätzlich sind
das schon mal die richtigen Stichworte und wenn Haima Marriott of
Architecture In Helsinki-Fame als Produzent noch ein wenig Indie der
harmloseren Sorte dazurührt heisst das Ergebnis „On A Bedroom
Wall“, taugt für einen verliebten Sommer auf der Tanzfläche und
unter Umständen auch für einen kleinen Ausflug ins gute
Daytime-Radioprogramm („Spirits“), ist aber leider letztendlich
doch zu wenig eigenständig für’s Langzeitgedächtnis, auch wenn
die gesamte Platte so angenehm vertraut klingt wie die Stimme einer
guten alten Freundin. Me likey.
7/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 05/2012
7/10 Points
Gastreview für Fazemag, Ausgabe 05/2012
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