Samstag, 29. Oktober 2016

Sandman - Witchcraft [Matsuri Productions]

Wer hat eigentlich das Gerücht  in die Welt gesetzt, Trance aus Israel sei Weichspülersound? Zumindest die neue Sandman-CD auf Matsuri belehrt uns da eines Besseren. 8 sehr tiefe, mystische Soundscapes, die, obwohl ihre Verwandtschaft zu Psytrance offensichtlich ist, doch eher dem Genre Psykedelik Tekno zugeordnet werden müssen, da die verwendeten Soundz (vor allem in "Perfect Stranger") teilweise sehr an die Oldskool-Tekkno-Ästhetik von Force Legato, Ursula Hybsch ("Something for your mind, your body and your soul", dieses Sample wird auch heute noch gern verwendet), Bit-Max oder Scrot erinnern. Für Menschen, die verspulte Musik mögen, genau das richtige Geschenk zu Ostern. Für alle anderen auch.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 04.1998

Dienstag, 25. Oktober 2016

Various Artists - Universal Club Tracks Volume 2 [Universal]

File under: Incredibly Strange Music. Hier trifft Jazz auf Cheesy Listening auf TripHop auf Rap auf House; Sofa Surfers auf Rakim, Planet E auf Bush. Eine seltsame gute Zusammenwürflung seltsamer Musiq für Menschen, die gerne Genregrenzen sprengen, ohne Crossover zu mögen. Das hier ist viel subtiler und findet irgendwo im Niemandsland zwischen Kopf und Bauch statt. Nur wirft sich wieder einmal die Frage auf, wer sich denn die Titel für solche Compilations ausdenkt, denn erstens ist dieser hier nicht originell und zweitens sind die meisten der 16  Trax nicht unbedingt clubtauglich, aber dennoch genial. Kaufen. Unbedingt.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 03.1998

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Sub-D - EXaspririn [MFS / Rough Trade]

Was für ein Name, was für ein Cover. Diesmal gibt's keine Kritik, sondern ein Zitat des Beipackzettels: 'EXaspirin hat eine besondere Wirkung auf die Psyche: Minderung motorischer Störungen, Verhindern von Muskelzittern, Reduzierung des Schmerzempfindens, Stärkung des Vertrauens und Selbstvertrauens, emotionale Entspannung, Ablenkung und Tagträume, Verstärkung des halluzinogenen, psychedelischen und Psychopharmakagebrauchs." Mehr brauche ich wohl nicht zu sagen. Ambient Muzaq at its best.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 03.1998

Sonntag, 16. Oktober 2016

Various Artists - Pottheadz [Bochumer Ton Manufaktur / Sha Ka Ree]

In eine musikalisch ähnliche Kerbe schlägt auch die Pottheadz-Compi von Sha Ka Ree; auch hier wird der Floor gerockt wie nix Gutes, nur ist die stilistische Bandbreite diesmal grösser. TripHop, Elektro & Drum'n'Bass, von jazzy bis pumpend zu hart. Im Prinzip eine perfekte CD, von allem etwas und alles ist gut. Sowohl für Einsteiger geeignet, die sich einen Überblick über die Szene verschaffen wollen, als auch für alte Hasen auf der Suche nach den Stücken, die in ihrem Lieblingsclub rauf und runter gespielt werden, derer sie aber nie habhaft werden konnten.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 03.1998

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Various Artists - Electric Grooves [Irma]

Auch wenn Italien nicht unbedingt der Brennpunkt der TripHop-Bewegung zu sein scheint, beweist uns diese CD-Compilation aus dem Land der Mafiatorten und 30cm-Nudeln, dass es hier einige recht umtriebige Produca gibt. Diese sind in ihren Beatz und Arrangements jedoch wesentlich mehr in HipHop und Jazz verwurzelt als die Abstraktbeatfrickler des restlichen Kontinents, sodass hier erdverbundene und vor allem arschkickende Grooves die Oberhand haben. Alles xtrem tanzkompatibel und es würde mich nicht wundern, Loite dazu breaken zu sehen. Anspieltip: Voodoo Phunk "Don't Panic (DJ Sensei Mix)"

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 03.1998

Samstag, 8. Oktober 2016

Red Lotus School - Nasty Food [Timing Rec.]

Das halt mal einer im Kopf aus, diese Platte will Instrumental HipHop, Breakbeat und BigBeat zugleich sein... und schafft es auch noch!!! Fiese Scratches, abgrundtiefe Bässe und wirre Samples zeichnen dieses Stück Vinyl aus. Ich weiss in dreiteufelsnamen nicht, was einem in der Red Lotus School alles beigebracht wird, aber eins ist sicher: sie ist ziemlich far out. Hören, staunen, einpacken...

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 03.1998

Dienstag, 4. Oktober 2016

Various Artists - FreudenHouse: The Label Compilation [FreudenHouse]

Freunde des eher soulbeeinflussten, groovigen Vocalhousessoundz werden diese CD lieben. Das, was 1994 als House-Event zur Love Parade geboren wurde, hat sich mittlerweile zu einem stattlichen Label gemausert, dass nun einen Überblick über sein bisheriges Schaffen gibt. DJ Davis nahm sich des FreudenHouse-Backkataloges an und verband 12 Trax (u.a. von DJ Linus, Adora und Cosmic Society) zu einem stimmig pumpenden Set, welches sowohl frühmorgens in einem Club als auch während der After Hour denkbar wäre. Nice.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 03.1998

Mittwoch, 28. September 2016

U.T.I. - Under The Influence [Timing Rec.]

Die erste Lizensierung auf Timing, und was für eine. Drum'n'Bass aus der Post-JumpUp-Ära. Sorgt garantiert auf jedem Floor für gute Laune, so upliftend sind diese beiden Trax. Dennoch ist es kein Happy Stuff, denn dazu sind die Beatz viel zu präzise gesetzt und die Basslines zu treibend. Es moved einfach tierisch und ich bin mir fast sicher, dass diese Platte so manchen 4-2-the-floor Fanatiker bekehren könnte.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 03.1998

Samstag, 24. September 2016

Various Artists - Area Code: The Compilation [SPV / ID&T]

Endlich, seit langer Zeit, gibt es mal wieder eine Tekkno-Compilation, welche auch einem Breakbeat-Adepten wie mir etwas zu geben vermag. Sly Finn und Noah White blasen euch auf zwei Silberscheibchen 25 richtig phat pumpende Trax um die Ohren, die genau so sind, wie purer Tekkno zu sein hat. Immer auf die zwölf und ohne unnötige Schnörkel schön geradeaus marschiert mit Ken Ishii, Joey Beltram, Der Dritte Raum, Richard Bartz und Konsorten. Auch wenn nicht alle Trax brandneu sind, ist dies, liebe Leser, eine definitive Kaufempfehlung.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 03.1998

Sonntag, 11. September 2016

Ludwig Von Mau - Catman's World [Sony Dance Pool]

Selten dämlicher Projektname, das. Da hat wohl jemand das Bedürfnis gehabt, besonders witzig sein zu wollen, sozusagen kontrapunktisch zum Sound. Der ist nämlich echt kein Spass mehr. Die Album Version der "Catman's Theme" besticht durch bedrohliche Atmosphäre, den monotonen Groove- Experimental Slo-Mo TripHop - und das eindringliche Schnurren (mit Abstand das beste Sample seit langem), das über die gesamte Länge des Trax alles andere als wohlig klingt. Earth Nation beschreiten mit ihrem Remix ganz andere Pfade und beglücken uns mit Trance im Stile von Dance 2 Trance's "They Came In Peace", während das Vibe Tribe Sound System dem Ganzen im 'Dubcat Conference Mix' einen sehr chillig-psychedelischen DubHouse-Anstrich verleiht - sehr schön und smooth releaxed. Mein persönlicher Favorit ist  allerdings, wie sollte es bei einem Breakbeatterroristen wie mir auch anders sein, der Panacea-Remix von "Conference Of The Bubble Gods". Das Original zu diesem Track ist mir leider unbekannt, so dass  es mir nicht möglich ist, Vergleiche anzustellen. Aber natürlich gibt's von Panacea auch hier wieder Terrorstep vom feinsten auf die Ohren.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 02.1998

Dienstag, 6. September 2016

Disorder / Futureboi - When Disorder Strikes... / Atomizer [Position Chrome / Don Q Rec.]

Split-Picture-12" der Labels Position Chrome und Don Q Rec., die dieser Scheibe jeweils eine halbe Katalognummer gewidmet haben. Disorder gewohnt hart, diesmal mit MC (Schreihalz?) und leichtem Acideinschlag... TERROR! Auch nicht unbedingt für Weicheier geeignet ist Futurebooi's "Atomizer", ein düsterer Steppa, der sich es trotz der böse metallisch technoid quietschenden Soundz nicht nehmen lässt, gelegentlich mal ein nettes Piano klimpern zu lassen, bevor er dich endgültig in deine Molekularbausteine zerlegt. Für alle, die sich darüber beklagt haben, dass Drum'n'Bass nur noch aus Two-Step-Beats zu bestehen scheint, ist das die ideale Scheibe, um sich vom Gegenteil überzeugen zu lassen. Buy or die.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 02.1998

Sonntag, 28. August 2016

Unconventional Old School House EP #1 [Rhythm Scan]

It's time for... House. Schicke Platte, die der Hamburger Thorsten Kuhnert hier auf seinem eigenen Rhythm Scan Imprint unter's partywütige Volk bringt; blaues Klarvinyl sieht nicht nur todschick aus, sondern beinhaltet darüberhinaus noch schicke Musik. Wie der Name schon sagt, haben wir es hier mit Hausmusik der alten Schule zu tun, die sich einen feuchten Kehricht um jegliche Effekthascherei kümmert, sondern einfach nur schön vor sich hin grooved und sich keinesfalls vor amerikanischen Produktionen zu verstecken braucht, eher im Gegenteil sich mit ihnen messen kann. Wer auch immer Thorsten Kuhnert ist, mensch sollte ihn im Auge behalten.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 02.1998

Mittwoch, 24. August 2016

Suburb Sonics - Hot Like The Sun

Die liebsten Kinder von Ravern der mittlerweile fünften oder sechsten Generation heissen unbestritten Progressive House und Hardtrance. Dieser Sound bringt die Massen feierwütiger Menschen auf diversen Grossveranstaltungen regelmässig zum kollektiven Ausrasten, während der ursprüngliche Tekknosound immer mehr in Vergessenheit gerät. Genau dort, auf Raves, wird auch diese Platte wahrscheinlich ein absoluter Bringer sein. Doch sei mir an dieser Stelle die Frage nach dem 'Warum?'  verziehen, denn irgendwie passiert seit ein oder zwei Jahren in diesem Genre nichts Aufregendes oder Innovatives mehr. Also eine zeitlose Platte sozusagen, die eigentlich auch schon zwei Jahre alt sein könnte.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 02.1998

Freitag, 19. August 2016

Position Chrome [Position Chrome]

Werkschau unseres geliebten Terrorsteplabels Chrome, das nun Position Chrome heisst. Mit von der Party sind natürlich alle: Goner, Problem Child, Panacea, Heinrich At Hart und Disorder, gemeinsames Kind von Problem Child und Panacea. Musikalisch gibt es natürlich wieder Drum'n'Böse vom Feinsten und als Bonus zwei Intros, welche in ihrer Verwendung von Sprachfetzen schon fast an Scanner erinnern, obwohl Goner und Panacea dafür verantwortlich zeichnen. Mindestens, wenn nicht noch mehr Bonuspunkte für die brillianteste Namensgebung erhalten Heinrich At Hart, da "Kur / Duschen / ??? / Sweep", gleichzeitig der melancholischte Track dieses Doppelvinyls, wohl kaum noch zu übertreffen ist. Weniger melancholisch, dafür jedoch mit eindeutigen Hymnenqualitäten ausgestattet zeigt sich Panacea's "Jacob's Ladder" (hier im Goner's Demons + Their Names Remix), das mit seinen Sirenensounds ein gewisses Oldskoolflair auf den Breakbeat der übernächsten Generation überträgt.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 02.1998

Freitag, 12. August 2016

Aphex Twin - Come To Daddy [Warp]

'Aphex Twin meets The Prodigy im Kettensägenmassaker' heisst es in diversen Anzeigen, wobei ich 'Darkcore Terrornoize' als Beschreibung dieses Soundz wesentlich zutreffender finde, was aber reine Geschmackssache ist und ausserdem nicht so marketingträchtig. Davon mal abgesehen sind wir uns sowieso alle darüber im Klaren, dass Schubladendenken im Zeitalter der Openmindedness und des Freestyle sowieso nicht mehr angesagt ist, deswegen überlasse ich die Definitionsfrage auch euch. Jedenfalls beschleicht mich das Gefühl, dass Herr Richard D. James sich dazu entschlossen hat, die Schmerzgrenze bei Drum'n'Böse bis zum Äussersten auszureizen, und "Come To Daddy" ist das Ergebnis. Gib mir Gewalt!!! Was aber ein solcher Track bzw. das zugegebenermassen geniale Video auf MTV oder VIVA zu suchen hat, kann ich mir beim besten Willen nicht erklären. Dazu wären die übrigen drei Trax dieses 12"-Vinyls schon besser geeignet gewesen, obwohl deren übertrieben alberner Kinderliedappeal natürlich immer noch Lichtjahre von Pop entfernt ist. ElektroJungle vs. Sesamstrasse oder zumindest so ähnlich. Aphex Twin halt, unberechenbar, genial. Kaufen!

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 02.1998

Sonntag, 7. August 2016

Phuture 303 - Alpha & Omega [A1 Rec.]

Yeeaahh Accieeed !!! 10 Jahre nach ihrem ersten Erfolg mit Phuture "Acid Tracks" warten die Originators des Acid-Sounds nun auf ihrem ersten Album mit gleich 12 Floorburnern auf, die grösstenteils ganz im Zeichen der alten Schule stehen. TB-606 und TB-303-Soundz zwitschern wie in 1987, dass es nur so eine Freude ist. Als Bonus gibt's "Acid Tracks" noch dazu, was diese CD nur aus historischen Gründen unentbehrlich macht.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 12.1997

Dienstag, 2. August 2016

Code +49: Remarkable Drum & Bass - Special Mix By Tobestar [Glow]

Das Münchener Label Glow hat es sich mit dieser CD zur Aufgabe gemacht, eine D'n'B-Compilation zu veröffentlichen, die ausschliesslich Künstler  aus dem hochkarätigen deutschen Underground featured. Aus diesem Grunde wurde der seit 1990 aktive DJ und Produzent Tobias Simon a.k.a. Tobestar, der als einer der Pioniere der hiesigen Szene gilt, damit beauftragt 13 Trax auszuwählen und zu einem atmosphärischen Mix zu verflechten, der das Herz jedes Junglisten höher schlagen lässt. Gefeatured werden neben Tobestar's "3000 Trackz" auch Trax von Fauna Flash und Bassface Sascha, die ja mittlerweile auch im Ausland aufgrund ihrer qualitativ hochwertigen Sounds Aufmerksamkeit erregen.
 
Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 12.1997

Mittwoch, 27. Juli 2016

Koop - Glömd *The Mixes [Logic]

Die beiden schwedischen Musiker Magnus Zingmark und Oscar Simonsson haben mit "Glömd" ein sehr atmosphärisches Stück Musik geschaffen, welches in einer gelungenen Synthese europäische Dancegrooves, Klassikelemente und melancholischen Gesang zu einem Konglomerat verbindet, das dich in eine Welt der Elfen und Fabelwesenb entführt. Der 'Mercedes-Cortina-Mix' stammt übrigens aus der Feder des Apollo 440-Drummers Cliff Hewitt und ist eigentlich schon deswegen für Fans interessant.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 12.1997

Samstag, 23. Juli 2016

N.O.H.A. - Start [Motor]

Pop'n'Bass. Im Single Edit sehr fröhlich beschwingter Sound, der selbst im Winter die warme Frühlingssonne scheinen lässt. Bassface Sascha's Club Dub ist hingegen etwas druckvoller treibend. Die beiden Housemixes werden wohl auch ihre Liebhaber finden, sind aber nicht my cup of tea, da die Leichtigkeit der Vocals sehr unter dem starren 4-2-The-Floor-Beat leidet.

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 12.1997

Samstag, 16. Juli 2016

2K - ***k The Millenium [Mute]

2K a.k.a. The KLF a.k.a. The Timelords a.k.a. Justified Ancients Of Mu Mu a.k.a. The JAMS. Bill Drummond und Jimmy Cauty sind wieder da, um uns erneut mit Stadium House im Stile von "What Time Is Love?" und "Last Train To Trancentral" zu verwöhnen. Die Ursprünge holen die Gegenwart ein. Wieder werden die Menschen dieser Erde von einer unheimlichen Energie heimgesucht. Und wie vor fast 10 Jahren wird die Elterngeneration keinerlei Verständnis für die Musik ihrer Kinder haben. Aber das hat schon damals nichts genutzt und auch diesmal werden wir wieder feiern bis zum Exzess. Hymne!

Gastreview für Partysan Nord , veröffentlicht in 12.1997